Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Public-Viewing in der Fussballhütte in Oberbüren: «Wir wurden richtig überrannt»

Die Fussballhütte war auch an dieser WM nahezu an jedem Spiel gerammelt voll. Mit-Organisator Kosmas Brühwiler über den Bier-Rekord, ausgelassene Stimmung und die Gründe, weshalb der Public-Viewing-Anlass nicht weiter wachsen soll.
Angelina Donati
Die Fussballhütte war auch beim Final gut besucht. (Bild: PD)

Die Fussballhütte war auch beim Final gut besucht. (Bild: PD)

Mit Hochdruck machte sich gestern das siebenköpfige Organisationskomitee an die Abbauarbeiten der Fussballhütte in Oberbüren. Lediglich einen Tag brauchen sie jeweils für den Auf- und Abbau. Angefangen hatte alles vor 14 Jahren im kleinen Rahmen, mit einem 10 x 10 Meter grossen Zelt, wie Mit-Organisator Kosmas Brühwiler erzählt. Fortan wurden die Fussballmatches der EM und WM auf Grossleinwand gezeigt. Auch dieses Mal kamen die Fans in Scharen.

Kosmas Brühwiler. (Bild: Angelina Donati)

Kosmas Brühwiler. (Bild: Angelina Donati)

Kosmas Brühwiler, am Sonntag fegte während des Finalspiels ein heftiges Gewitter über die Schweiz. Brachte dieses auch die Fussballhütte in Oberbüren zum Beben?

Die Hütte blieb innen und auch aussen unversehrt. Auch der Beamer bekam nichts ab. Zum Glück, denn wenn der Beamer ausfallen würde, wäre das der grösste Horror. Es gab aber einen Kurzschluss bei einer Kabelrolle, über die der Fernseher auf der Veranda lief. Ein paar Minuten war das Bild unterbrochen. Gerade noch rechtzeitig, kurz bevor es ein Goal gab, fanden wir den Fehler, und das Bild war wieder da.

An welchem Match war die Stimmung im Publikum am Ausgefallensten?

Das war ganz klar als die Schweiz gegen Serbien spielte. Es waren bestimmt 600 Leute, die den Weg hierher zu uns gefunden haben. Einige, die weder einen Platz zum Sitzen noch zum Stehen gefunden haben, mussten daraufhin leider sogar wieder gehen. An diesem Abend flossen über 1500 Liter Bier – das ist eindeutig ein Rekord. Hinzu kommt, dass es eine Bombenstimmung war. Die Gäste blieben bis in die Morgenstunden.

Wie muss man sich diese Stimmung vorstellen? Gab es gar Ausschreitungen?

Gerade an diesem einen Match wurde wirklich extrem ausgelassen gefeiert. Will heissen: Es wurde auf den Tischen getanzt, Bier in alle möglichen Richtungen ausgeleert. Wir haben Becher und Geschirr zwar stets zügig abgeräumt, dennoch herrschte danach ein ziemlicher Dreck. Sogar von der Decke tropfte Bier. Zum Glück haben wir vor zwei Jahren extra stabile Tische angeschafft. Sonst wären diese zu Bruch gegangen.

Dann war es danach also ein richtiges Schlachtfeld?

Kann man so sagen, ja (lacht). Zu allererst mussten wir danach den Boden richtig schrubben, ehe wir uns an die anderen Aufräumarbeiten machen konnten. Diese Abfallberge kann man sich kaum vorstellen. Aber da muss man halt einfach durch. Schliesslich blieb ja alles stets friedlich und von den Gästen spürten wir auch während dieser Fussballweltmeisterschaft grosse Wertschätzung und Dankbarkeit. Auch freut uns natürlich, wenn die Stimmung gut ist und die Gäste auch nach den Matches bleiben, um zu feiern. Deshalb läuft auch gleich direkt nach dem Abpfiff Musik.

Gab es denn auch nach dem Ausscheiden der Schweizer-Nati im Achtelfinal viele Besucher?

Der Dampf war danach natürlich draussen und die Euphorie merklich verschwunden. Doch ich war erstaunt, wie viele Zuschauer es auch ab den Viertelfinals gab. Zum Teil wurden wir richtig überrannt. Sogar aus dem Rheintal zieht es die Leute hierher. Dabei machen wir nicht einmal Werbung. Zum einen ist dieser Ansturm der guten Stimmung geschuldet, zum anderen dem guten Essen. Viele Gäste kommen auch nur, der Geselligkeit wegen oder um unsere Spezialität «Big Mama» (ein grosses Steak mit Pommes) zu essen.

Ideale Bedingungen also, um die Hütte zu erweitern?

Grösser werden wollen wir nicht. Genau das Familiäre macht es nämlich aus. Bislang helfen uns die Töchter und Frauen unseres Teams tatkräftig hinter der Theke und beim Servieren mit. Wenn wir mehr Sitzplätze anbieten würden, müsste auch das Team vergrössert werden, was nicht mehr dasselbe wäre.

Finden Sie persönlich überhaupt Zeit, um sich einen Match anschauen zu können?

Nein, nicht wirklich (lacht). Ich bekomme die Übertragungen nur brockenweise mit. Vor allem die Schweizer-Matches hätten mich interessiert.

Die nächste WM wird im Winter 2022 in Katar ausgetragen. Was heisst das für den Anlass in Oberbüren?

Erst im vergangenen Winter haben wir viel investiert, um unsere Fussballhütte winterfest zu machen. Wir vermieten sie ja hin und wieder extern und so wurde sie damals für ein Winterfest in Mosnang genutzt. An der WM 2022 werden wir wahrscheinlich Raclette und Fondue servieren und Glühwein statt Bier ausschenken. Alles Dinge, die bei Fussballmatches eher ungewöhnlich sein dürften.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.