PROJET FUTUR: Quartierbüro früher als geplant

Entwicklungsmassnahme für das Wiler Lindenhofquartier sind eine Anlaufstelle sowie ein Begegnungsort für die Bewohnenden. Diese sollen nicht 2019, sondern bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden.

Philipp Haag
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Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.ch

Es ist sein erster Vorstoss als Stadtparlamentarier – und dies gleich zu einem Prestigeprojekt. Jannik Schweizer von den Jungfreisinnigen, jüngstes Mitglied der Wiler Legislative, ist der Meinung, dass die Stadt beim Projet Futur im Lindenhofquartier die falschen Prioritäten setzt respektive deren Gewichtung nicht im Interesse der Bewohnenden ist. Durch das Projet Futur soll der Stadtteil nachhaltig weiterentwickelt werden. Eine Massnahme: Das Einrichten eines Quartierbüros, das mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Stadt besetzt wird, die als Ansprechperson für die Einwohnenden des Quartiers gilt. Er oder sie soll auch zuständig für die Bewirtschaftung des Quartiertreffpunkts sein, der ebenfalls aufgebaut werden soll. «Dem Quartiertreff und dem Quartierbüro wird offenbar nur eine tiefe Priorität eingeräumt, da deren Realisierung erst für das Jahr 2019 geplant ist», hält Schweizer in der Interpellation fest. Er ist Mitglied im Vorstand des Lindenhofquartiervereins (Liho-V) und fordert den Stadtrat auf, die Umsetzung der beiden Projekte «im Interesse» der Einwohnerinnen und Einwohner des Lindenhofquartiers zu beschleunigen.

Das Parlament muss zustimmen

Das Initiieren des Quartierbüros und des Quartiertreffpunkts ist gemäss Strategiebericht für dieses und nächstes Jahr vorgesehen. Der Betrieb soll ab dem Jahr 2019 erfolgen. Der Stadtrat hält in der Antwort auf Schweizers Vorstoss nun fest, dass die beiden Projekte bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden können. Bedingung ist allerdings die Zustimmung des Parlaments. «Ziel ist es, mit dem Budget 2018 Ressourcen für den Quartiertreff und das Quartierbüro bereitzustellen», schreibt der Stadtrat. Werden die Budgetposten von der Legislative genehmigt, «können ab Februar 2018 die beiden Strategieziele zeitnah umgesetzt werden.» Zuständig ist das Department Finanzen, Kultur und Verwaltung von Stadtpräsidentin Susanne Hartmann respektive die mit Felix Baumgartner besetzte Fachstelle Integration, die bei der Erarbeitung des Projets Futur gemeinsam mit dem ehemaligen Stadtplaner René Haefeli federführend war (siehe Infokasten). Wie bereits bei der Vorstellung des Strategieberichts betont der Stadtrat in der Interpellationsantwort die hohe Priorität, welche er den beiden Projekten beimisst. «Gemäss internen Abklärungen stehen geeignete Räumlichkeiten für einen Quartiertreffpunkt an zentralen, gut erreichbaren Orten im Quartier zur Verfügung.»

Keine Verzögerung wegen Wechsel

Dass es wegen des Wechsels an der Spitze des Departements Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) von Marcus Zunzer zu Daniel Stutz sowie dem Abgang von Stadtplaner René Haefeli zu einer Verzögerung beim Quartierbüro/-treffpunkt kommt, glaubt der Stadtrat nicht. «Die meisten Projekte sind unabhängig vom Wechsel an der Spitze des BUV und der bestehenden Vakanz in der Stadtplanung durchführbar.»

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