PROJEKT: Mit Solaranlage Kosten sparen

Die Solargenossenschaft Jonschwil-Schwarzenbach möchte auf der Turnhalle des Oberstufenzentrums eine zweite Fotovoltaikanlage erstellen. Das käme der Gemeinde entgegen, denn sie muss das Dach sanieren.

Urs Bänziger
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Die Dächer des Oberstufenzentrums Degenau müssen saniert werden. Auf dem Schrägdach der Turnhalle (rotes Gebäude) soll eine Fotovoltaikanlage erstellt werden. (Bild: Urs Bänziger)

Die Dächer des Oberstufenzentrums Degenau müssen saniert werden. Auf dem Schrägdach der Turnhalle (rotes Gebäude) soll eine Fotovoltaikanlage erstellt werden. (Bild: Urs Bänziger)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Die Gemeinde Jonschwil muss die Dächer des Oberstufenzen­trums Degenau sanieren. Ein Teil der Schulgebäude hat Flachdächer mit Kies. Das Problem bei den Flachdächern sei der Pflanzenbewuchs, sagt Gemeindepräsident Stefan Frei. Was ihm und dem Gemeinderat aber mehr Sorgen bereitet, ist das Schrägdach der Turnhalle. Die Kupferblechkonstruktion ist undicht. Bei Regen und starkem Wind dringt Wasser in die Turnhalle. «Wenn wir nichts dagegen unternehmen, beschädigt das eindringende Wasser die Bausubstanz», sagt Frei. Der Gemeinderat hat sich deshalb vorgenommen, alle Dächer des Oberstufenzentrums im nächsten Jahr zu sanieren. Das Dach der Turnhalle mit kleiner Neigung weist die grösste Fläche auf. Das brachte die Gemeindebehörde auf die Idee einer Fotovoltaikanlage. Stefan Frei ist auch Präsident der Solargenossenschaft Jonschwil-Schwarzenbach. «Auf dem Turnhallendach liesse sich eine Fotovoltaikanlage mit einer Grösse von 600 Quadratmetern und einer Leistung von 100 Kilowatt-Peak (kWp) erstellen», sagt Frei. Damit könnte Solarstrom für rund 20 Privathaushalte produziert werden.

Fotovoltaikanlage mit Indach-Konstruktion

Vorgesehen ist eine Fotovoltaikanlage mit Indach-Konstruktion. Der grosse Vorteil sei, dass das bestehende Dach belassen werden könnte und nur die oberste Schicht des Daches ersetzt werden müsste, erklärt Frei. «Die Solarmodule werden direkt aufs Dach montiert, das spart der Gemeinde Sanierungskosten.»

Für die Solargenossenschaft belaufen sich die Investitionskosten auf rund 150000 Franken. Gemäss Statuten muss sie für die Finanzierung ein Eigenkapital von 80 Pozent aufbringen, also 120000 Franken. Das bis Ende dieses Jahres. «Die Gemeinde nimmt die Dachsanierung am Oberstufenzentrum Degenau ins Investitionsbudget 2018 auf. Was bedeutet, dass bis Ende Jahr Klarheit herrschen muss, ob die Solargenossenschaft die Fotovoltaikanlage finanzieren kann. Ansonsten muss die Gemeinde eine konventionelle Dachsanierung planen», sagt Frei.

Das benötigte Eigenkapital soll mit 60 zusätzlichen Anteilscheinen zu je 2000 Franken aufgebracht werden. Der Vorstand der Solargenossenschaft hofft auf Unterstützung der Bevölkerung, so wie das bei der Realisierung der ersten Fotovoltaikanlage der Fall war. Vor 14 Monaten wurde diese auf dem Dach des Sonnenrainschulhauses in Betrieb genommen. Sie hat die gleiche Grösse wie die geplante zweite Anlage und produziert ebenfalls Solarstrom für den Verbrauch von 20 Haushaltungen.

Anlage wäre eine Win-win-Situation

Die Realisierung einer Fotovoltaikanlage auf dem Turnhallendach brächte eine Win-win-Si­tuation, ist Frei überzeugt. Auch der Gemeinderat wird darüber entscheiden, weitere Anteilscheine der Solargenossenschaft zu zeichnen. «Mit der Anlage kann die Gemeinde einerseits Sanierungskosten sparen, anderseits einen weiteren Beitrag zur erneuerbarer Energie leisten. Ich hoffe, dass auch die Bevölkerung bereit ist, in die Produktion von Solarstrom zu investieren.»