«Progressiver, lebendiger, weniger konservativ»: Neues Bündnis will mit Marion Harzenmoser frischen Wind in die Uzwiler Schulbehörde bringen

Die Uzwilerin Marion Harzenmoser kandidiert für das Schulratspräsidium und fordert damit den amtierenden Präsidenten Daniel Wyder heraus. Hinter ihrer Kandidatur steckt das neu gegründete Bündnis Uzwil.

Tobias Söldi
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Marion Harzenmoser, Kandidatin für das Schulratspräsidium, und Giorgio Favero vom Bündnis Uzwil.

Marion Harzenmoser, Kandidatin für das Schulratspräsidium, und Giorgio Favero vom Bündnis Uzwil.

Bild: Tobias Söldi

Es wird ein spannender Herbst für Uzwils Schulbehörde. Schon länger ist bekannt, dass alle vier amtierenden Schulräte zurücktreten: Peter Alpert, Marlies Keller, Thomas Walker und Marcelina Schläpfer. Einzig Schulratspräsident Daniel Wyder stellt sich der Wiederwahl.

Lange schien es, dass er kampflos in seine dritte Legislatur starten könnte, doch nun hat er Konkurrenz bekommen: Die 47-jährige Uzwilerin Marion Harzenmoser fordert ihn heraus. Ihr Motto: «Uzwil eine Wahl geben.» Wenn sie im September gewählt werden würde, hätte Uzwil einen komplett neu aufgestellten Schulrat.

Zur Person

Marion Harzenmoser ist 47 Jahre alt, parteilos, Mutter von zwei Töchtern und lebt seit 15 Jahren in Uzwil. Sie hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert und sich später zur Marketingplanerin weitergebildet. Ihre berufliche Karriere führte sie zunächst zu Schwarzkopf Professional, danach zu den Olma-Messen, zur Plumor AG St. Gallen und zur Mila d’Opiz AG, ebenfalls in St. Gallen. Im Jahr 2003 gründete Harzenmoser mit der Stionel AG eine eigene Firma, welche sie bis 2013 führte.

Danach zog sie sich beruflich zurück und widmete sich der Familie, engagierte sich aber weiterhin ehrenamtlich: als Leiterin des Kinderfeierteams, als Lektorin der hiesigen katholischen Kirche, als Mitglied des Elternforums des Schulhauses Neuhof. Seit 20 Jahren ist sie OK-Mitglied des Open-Air-St. Gallen, ausserdem ist sie Mitinitiantin des «Rock dä Neuhof». (pd/tos)

Hinter ihrer Kandidatur steckt das vor einem halben Jahr gegründete Bündnis Uzwil, das jetzt erstmals an die Öffentlichkeit tritt: Eine partei- und konfessionsübergreifende, zwölfköpfige Gruppierung von Personen, welche in der Gemeinde Uzwil ansässig sind, wie sie sich auf ihrer Website beschreiben. Sprecher Giorgio Favero sagt:

«Wir haben uns zusammengeschlossen, um neue Impulse zu geben und Alternativen zu bieten.»

Es gebe verschiedene Bereiche in der Gemeinde, die aus ihrer Sicht Verbesserungspotenzial aufwiesen.

Eine andere Art der Schulführung

Einer davon ist die Schulgemeinde. Harzenmoser, selbst im Bündnis aktiv, erwähnt etwa die Digitalisierung, die es weiter voranzutreiben gelte. Zudem sieht sie Verbesserungspotenzial im Schulraumkonzept und möchte vermehrt das Augenmerk auf Jugendprojekte legen.

Besonders am Herzen liegen ihr auch die Bedürfnisse und die Weiterentwicklung jener Kinder, deren Weg von Unregelmässigkeiten geprägt sind. So soll die integrative Förderung früh beginnen, um die Schülerinnen und Schüler optimal auf den Schulbetrieb vorzubereiten. Und nicht zuletzt wolle man auch alle Beteiligten untereinander besser vernetzen: Lehrpersonen, Schulrat, Eltern. Favero ergänzt:

«Wir wollen mehr Empathie und Persönlichkeit in eine starke, stabile Verwaltung bringen.»

Ein Frontalangriff auf Schulratspräsident Daniel Wyder? «Nein, wir machen niemandem Vorwürfe», sagt Harzenmoser. «Aber wir wollen die Chancen zur Verbesserung wahrnehmen.» Favero ergänzt:

«Wir bieten der Bevölkerung eine andere Art der Schulführung zur Wahl an: progressiver, lebendiger, weniger konservativ.»

«Wenn der Drive bleibt, machen wir weiter»

Doch zuerst steht der Wahlkampf an. Ziel sei es, zunächst das Bündnis in der Uzwiler Bevölkerung bekannt zu machen, danach Kandidatin Harzenmoser in den Vordergrund zu stellen, erklärt Favero. «Wir wollen Wähler mobilisieren und neue dazugewinnen.»

Es soll dabei nicht das letzte Mal sein, dass das Bündnis Uzwil von sich reden macht. «Wenn der Drive bleibt, machen wir weiter.»

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