Problemfall Begegnungszone

Die Hälfte hält Tempo 20 ein Ausgabe vom 30. Oktober 2015

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Die Begegnungszone ist in Flawil jener Bereich, in welchem Stossstange auf Mensch trifft. Mit Unterstützung von Steuergeldern der Fussgänger werden hier Plakate aufgestellt. Damit soll vermieden werden, dass zu eilige FahrerInnen die Kosten für das Aufstellen eines Radargerätes in der 20er-Zone berappen müssen. Die Priorität der Autos wird auch durch die Verkehrssignalisation eingangs der Bahnhofstrasse deutlich.

Im Unterschied zur Stadt St. Gallen ist in Flawil der Hinweis auf Parkplätze gross und markant. Das Signet für die Priorität der Fussgänger und spielenden Kinder im 20er-Bereich aber ist so klein, dass es selbst von Spaziergängern kaum gesehen wird. Bei Geschwindigkeiten von 20 Kilometern pro Stunde werden von den Fahrenden weder die Texte der Plakate noch die 20er-Markierungen unter den rollenden Autos gesehen. Was sehen wohl erst jene Personen, welche die Bahnhofstrasse mit 57 respektive 68 Kilometern pro Stunde befahren. Gemäss Verkehrsgesetz werden in der 30er-Zone Fahrer mit 70 Kilometern pro Stunde als Raser definiert und entsprechend gebüsst.

Da die Gemeindebehörde offenbar die Begegnungszone nicht durchsetzen will, nimmt sie lieber einen Unfall in Kauf. Nur mit Sanktionen kann die Bahnhofstrasse dem Leitziel «Ort mit attraktivem Lebensraum» entsprechen. Sonst muss die Behörde sich nicht länger den Kopf über Massnahmen zerbrechen und die Begegnungszone aufheben.

Graf Erwin, Mittelgasse 24

9230 Flawil