Privatschulen spannen zusammen

Während Jahren haben sie sich bekämpft, nun machen sie gemeinsame Sache: Die beiden Wiler Privatschulen Wilingua und Ortega gehen per Semesterbeginn im Februar eine Partnerschaft ein.

Simon Dudle
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Aus Konkurrenten werden Berufskollegen: Die beiden Schulinhaber Thomas Altwegg (Wilingua, links) und Peter Dietrich (Ortega). (Bild: pd)

Aus Konkurrenten werden Berufskollegen: Die beiden Schulinhaber Thomas Altwegg (Wilingua, links) und Peter Dietrich (Ortega). (Bild: pd)

WIL. In die Wiler Bildungslandschaft ist Bewegung gekommen. Bis anhin waren die 1964 gegründete Ortega und die 1992 eröffnete Wilingua Konkurrenten. Wirtschaftliche Gründe haben nun für eine Zusammenarbeit gesorgt. «Wir haben die gleichen Sorgen. Wenn der Kuchen kleiner wird, muss man sich etwas überlegen», sagt Peter Dietrich, seit über 35 Jahren Inhaber und Schulleiter der Ortega. Für ihn ist dieser Zusammenschluss deshalb keineswegs speziell. Er sagt: «Das Umfeld wird immer härter. In Wil erträgt es nicht zwei gleichartige Schulen.»

Inhaltlich nahe

So waren laut Dietrich «Vernunftgründe» für die zum Jahreswechsel beschlossene Zusammenarbeit verantwortlich. Die beiden Schulen sind in ähnlichen Bereichen tätig. Bei der Ortega reicht das Angebot von der kaufmännischen Grundbildung bis hin zur höheren Berufsbildung mit den Lehrgängen «Höheres Wirtschaftsdiplom VSK» und «Technische Kaufleute mit eidgenössischem Fachausweis». Die Wilingua bietet – neben Deutschkursen – kaufmännische Aus- und Weiterbildungen für Jugendliche und Erwachsene an. «Unsere Angebote im Bereich der kaufmännischen Grundbildung und der Handelsschule für Erwachsene kommen sich inhaltlich sehr nahe, weshalb wir eine nähere Zusammenarbeit auch im Sinne der Schüler als sehr positiv erachten», sagt Thomas Altwegg, Gründer der Wilingua.

Nun sollen die Kaderlehrgänge gemeinsam weiterentwickelt werden – mit dem Ziel, die Durchführungsgarantie zu erhöhen. «Die Partnerschaft in der Erwachsenenbildung ermöglicht uns, auch neue Lehrgänge in der höheren Berufsbildung ins Auge zu fassen und in das Angebot aufzunehmen», sagt Altwegg.

Personell keine Anpassungen

Für die Schüler, die derzeit an einer der beiden Schulen einen Lehrgang besuchen, wird sich vorerst wenig ändern. Auch personell gibt es keine Anpassungen: Dietrich bleibt Inhaber und Schulleiter der Ortega, Altwegg wird ebendiese Funktionen bei der Wilingua weiter innehaben.

Ob die Zusammenarbeit ein erster Schritt Richtung Fusion ist, wird auch auf Nachfrage offengelassen. Fest steht: Dietrich ist 70jährig und muss früher oder später die Nachfolgeregelung klären. Die Ortega St. Gallen besitzt ein Vorkaufsrecht.

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