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Prioritäten werden neu gesetzt

Wegen des vereinseigenen Oktoberfests wurde die Partie zwischen dem SC Bronschhofen und dem FC Herisau auf heute vorverschoben. Schiedsrichter Alexander Fust gibt dabei sein Abschiedsspiel.
Urs Nobel
Alexander Fust hatte eine grosse Begabung, auf die Spieler einzugehen. (Bild: PD)

Alexander Fust hatte eine grosse Begabung, auf die Spieler einzugehen. (Bild: PD)

Vor 18 Jahren hat sich der Wiler Alexander Fust entschieden, Fussball-Schiedsrichter zu werden. «Als Kantonsschüler waren es damals vor allem monetäre Gründe, dass ich mich für die Schiedsrichterei entschied», gibt Alexander Fust unumwunden zu.

Er spielte beim FC Wil auch Fussball, erfuhr aber bald, dass seine grössere Begabung in der Spielleitung lag. Vorderhand betrieb er beides und lehnte deshalb vorerst eine Promotion in die 5. Liga ab, weil er auch spielen wollte. Nach und nach begeisterte ihn das Spiele leiten immer mehr, wodurch er sich ganz für die Schiedsrichterei entschied.

In der Folge ging es dann rasch. Innerhalb von zwei Jahren schaffte er den Sprung von den Junioren über die 5. und 4. in die 3. Liga. Alexander Fust galt als Talent, das bald einmal entsprechend gefördert wurde. Er lebte für den Fussballsport und die Schiedsrichterei und brachte es über die Talentgruppe sogar bis in die 2. Liga inter. Seit 2009 war er zudem auch noch als Instruktor und Inspizient tätig.

Rheintaler Derby vor fast 1000 Zuschauern

Highlights gab es während seiner Karriere viele. So etwa Freundschaftsspiele der 1. Mannschaft des FC Zürich, des FC Wil, der U21 des FC Sion im Stade de Tourbillon oder packende Rheintaler Derbies wie Spiele des FC Widnau gegen den FC Altstätten vor fast 1000 Zuschauern. Insgesamt absolvierte er weit über 500 Schiedsrichter-Einsätze. Als Schiedsrichter in der 2. Liga inter fand er vor allem Gefallen an den Reisen in der ganzen Schweiz, der oft vorhandenen Professionalität in der Liga, den spannenden Spielen und daran, dass er meist mit demselben Trio die Spiele leiten konnte. «Ramon Lisci, Thomas Gämperle sowie weitere Weggefährten und mich verbindet seit dieser Zeit eine Freundschaft», sagt Fust. Trotz des grossen Aufwands, den das Trio für sein Hobby auf sich nehmen musste, war bei deren Einsätzen die Freude an ihrer Tätigkeit stets ersichtlich. Alexander Fust hatte auch eine besondere Begabung, mit den Spielern in einer ruhigen Art zu sprechen und so Spiele gut über die Runden zu bringen. Dass er als 2.-Liga-inter-Spielleiter oft inspiziert wurde, störte ihn nie. «Es gab immer etwas, was es zu verbessern galt.»

Bis in die 1. Liga schaffte es Alexander Fust dann aber doch nicht. Weil er schon immer als ehrgeizig galt, war damals seine Nichtnominierung eine Enttäuschung für ihn. Es folgte eine Zeit, in der er sich neue Ziele setzen musste: «Ich wollte die zukünftigen Spiele nur noch geniessen und gelassener angehen. Es ging mir schliesslich ums Sporttreiben und darum, dass ich auf dem Platz psychologisch differenziert mit den Spielern umgehen kann.» Nach weiteren Jahren mit sehr vielen Schiedsrichter-Einsätzen entschied Fust vor der Geburt des ersten Kindes, noch für das Minimum an Einsätzen bereitzustehen. Dieses liegt bei 15, damit er für das Kontingent des Vereins zählt. «Ich habe stets für den FC Wil gepfiffen», sagt Fust nicht ohne Stolz. Er habe sich auch nie abwerben lassen. Anfänglich sei dies vom Verein zwar nicht so wahrgenommen worden. Unterdessen erfahren die Schiedsrichter Dank und Anerkennung.

«Der Verband entschied auf Mitte Jahr, dass er in der 2. Liga inter eine höhere Verfügbarkeit von den Schiedsrichtern erwartet. Dadurch wurde ich in die 2. Liga regional zurückgestuft.» Zuerst war die Enttäuschung gross. Doch dann begann er, die neue Situation zu analysieren und sah sie als Chance, etwas Neues zu beginnen. Er beschloss daraufhin, von der Schiedsrichterei, seiner Instruktoren- und Inspizienten-Tätigkeit zurückzutreten. «Der Trainingsgruppe Wil und Umgebung stehe ich jedoch weiter als Präsident vor und stelle mich nächstes Jahr für eine letzte Amtsdauer zur Verfügung.»

Das Spiel leiten und nachher zusammensitzen

Heute Abend nun leitet Alexander Fust sein definitiv letztes Fussballspiel. Er freut sich auf diese Partie, da er auch einen alten Bekannten wiedersehen darf: «Mäsi Hofstetter vom SCB hat mich in meinem ersten Spiel als Schiri-Begleiter betreut. Jetzt endet meine Karriere auch bei ihm.» Da sein Rücktritt in Schiedsrichterkreisen auch schon die Runde gemacht hat, rechnet Fust damit, dass etliche Schiedsrichter-Kollegen anwesend sind. Und dass es nachher im Clubhaus noch zu einigen gemütlichen Stunden im Kreise von Gleichgesinnten kommt.

Alexander Fust wird in Zukunft Plausch-Fussball und Unihockey spielen und sonst vermehrt die Zeit seiner Familie widmen, seiner Frau und den Söhnen (2 Jahre und 4 Monate alt). Dann aber auch seiner Tätigkeit an der Uni St. Gallen, wo es ihm als Projektleiter und Lehrbeauftragter nicht langweilig wird.

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