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Premiere am Classic Open Air Wil: Musikalische Brillanz unter freiem Himmel

Das Classic Open Air in Wil erlebte eine glanzvolle Premiere. Puccinis Musik erfuhr einzigartige Momente.
Carola Nadler
Die Lichtregie tauchte die Altstadtkulisse wieder ein stimmungsvolles Licht. (Bilder: Carola Nadler)

Die Lichtregie tauchte die Altstadtkulisse wieder ein stimmungsvolles Licht. (Bilder: Carola Nadler)

Giacomo Puccinis Musik mag nicht so eingängig sein wie Verdis Erfolgsmelodien. Doch ist seine Tonsprache von höchster Emotionalität geprägt, die der Weiterentwicklung der Musiksprache geschuldet ist – Puccini kam fast ein halbes Jahrhundert nach Verdi zur Welt.

Kurt Pius Koller, musikalischer Leiter des Classic Open Airs, meinte:

«Ich bin immer wieder fasziniert von der Orchestrierung, den Farben und Stimmungen in dieser Musik».

Dass er sich bei der diesjährigen Produktion allein um die Musik zu kümmern brauchte, empfindet er als immense Erleichterung: «Es hiess immer: Alles, was man mit den Augen sieht, müsse mich nicht kümmern.»

Informative Kurzszenen nahmen Spannung weg

So zeugte die Aufführung von allerhöchster Präsenz: Allein der Eröffnungschor «Eviva» erklang mit einer umwerfenden Direktheit: eine Sternstunde der Chöre zu St.Nikolaus und Concordia sowie des Sinfonischen Orchesters Wil. Koller verstand es, die Herausforderungen einer Open-Air-Bühne zu meistern und hielt alle Fäden mühelos zusammen, gestaltete die Farbpalette Puccinis wie ein grosser Meister.

Einziger Wermutstropfen: Die Kurzszenen, in denen Lena Kiepenheuer und Giuseppe Spina Szenen aus Puccinis Leben spielten, sorgten zwar für informative Unterhaltung. So erfuhr man, dass Puccini ein empfindsames Innenleben hatte. Andererseits aber verlor die Musik an diesen Stellen etwas von ihrem Spannungsbogen.

Begeisternde Solisten

Wo «Le Villi», Puccinis erste Oper, noch etwas klobig daherkommt, strahlt «Tosca», uraufgeführt im Jahr 1900 bereits die ganze wunderbare Kraft seiner Musik aus: oft unisono geführte Melodien mit grossem Gestus über dunklen Instrumenten oder feinen Pizzicatobegleitungen beeindrucken.

Nicole Bosshard begeisterte mit ihrer bewundernswerten Fähigkeit, sich emotional völlig einer Rolle hinzugeben – ihr «Un bel di vedremo» aus «Madame Butterfly» berührte zutiefst.

Zutiefst berührend: Nicole Bosshard sang die grossen Partien der «Turandot», «Madame Butterfly» und «Tosca».

Zutiefst berührend: Nicole Bosshard sang die grossen Partien der «Turandot», «Madame Butterfly» und «Tosca».

Sorin Coliban lieferte einen soliden Bass – doch Enrique Samuel Ambrosio war der klare Star des Abends. «E lucevan le stelle» und «Nessun dorma» kennt jeder, dem der Name Pavarotti geläufig ist, entsprechend hoch dann auch die Erwartungen. Doch Ambrosio sang mit einer Brillanz und Strahlkraft, die mindestens neben Pavarotti zu bestehen vermag.

Eine besondere Überraschung als Zugabe

Nicole Bosshard zur Seite stand die Mezzosopranistin Anny Zimmermann in einem bezaubernden Kirschblütenduett. Zwei kleinere Einsätze hatten die beiden Wiler Knabensoprane Yannis Keller und Emanuele Grande. Doch als Zugabe sangen sie – jeweils solistisch am Freitag- und Samstagabend – die bezaubernde Arie «O mio babbino caro» aus Puccinis Einakter Gianni Schicchi.

Yannis Keller und Emanuele Grande ergänzten mit ihrem Knabensopran das Ensemble und hatten in der Zugabe sogar ein Solo.

Yannis Keller und Emanuele Grande ergänzten mit ihrem Knabensopran das Ensemble und hatten in der Zugabe sogar ein Solo.

Wo das Premierenpublikum am Freitag eher verhalten reagierte – erst Enrique Samuel Ambrosios erste Arie entlockte ihm ein erstes Bravo – zeigte sich das Samstagspublikum deutlich begeisterungsfähiger.

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