Praktische Fragen rund um die Erbteilung

Das Thema «Erben und vererben» interessiert. Über 50 Teilnehmende kamen zur Veranstaltung des Clientis Beratungszentrums.

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UZWIL. Die Erfahrung zeige, dass Konflikte vorprogrammiert seien, sobald es um Geld gehe, sagte Rechtsanwalt Marco Büchel zu Beginn seines Referats. Enttäuschungen und unliebsame Überraschungen liessen sich vermeiden, wenn der Erblasser früh über seine Wünsche nachdenke und sich mit dem eigenen Nachlass auseinandersetze. Je vollständiger und umfassender die Vorgaben des Erblassers seien, desto einfacher und problemloser gestalte sich die Erbteilung.

Verschiedene Formen

Mit dem Testament, dem Erbvertrag oder dem Ehevertrag mit erbrechtlicher Wirkung stehen dem Erblasser verschiedene Formen offen, wie er über seinen letzten Willen verfügen kann. Der Erblasser kann in seiner letztwilligen Verfügung einen Erbanteil einem Erben zuweisen. Er kann einen persönlichen Gegenstand wie eine Uhr oder Brosche als Vermächtnis einer ihm nahestehenden Person zuweisen oder aber Teilungsvorschriften festlegen oder einen Willensvollstrecker einsetzen. Grundsätzlich sei der Erblasser frei, wie er über seinen Nachlass verfügen möchte, er müsse aber die Pflichtteilansprüche der gesetzlichen Erben einhalten, sagte Büchel.

Auch Schulden erben

Im zweiten Teil der Veranstaltung widmete sich Rechtsanwalt Daniel Betschart der Sichtweise der Erben und ging insbesondere auf die Themen Erbgang und Teilung der Erbschaft ein. Hat der Erblasser ein Testament oder einen Erbvertrag hinterlassen, so wird diese letztwillige Verfügung vom Amtsnotariat eröffnet. Die Erben erhalten schriftlich Kenntnis von der Erbschaft und haben innerhalb von drei Monaten nach Ableben des Verstorbenen Zeit, die Erbschaft anzunehmen oder auszuschlagen. Da die Erben nicht nur das Vermögen, sondern auch die Schulden des Erblassers übernehmen, ist es nach den Worten Betscharts zwingend notwendig, dass man die finanziellen Verhältnisse des Erblassers kenne und bei einer allfälligen Überschuldung die Erbschaft innerhalb der geltenden Frist ausschlage. (pd)