PRÄVENTION: «Was mal im Netz ist, bringt man nicht mehr weg»

Handy und Internet sind bei den Jugendlichen allgegenwärtig. An einem Medienkurs der Swisscom in Wil erfuhren Fünft- und Sechstklässler, wo Risiken und Gefahren lauern.

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Die Wiler Schüler Max (11) und Mailin (10) am Medienkurs. (Bild: PD)

Die Wiler Schüler Max (11) und Mailin (10) am Medienkurs. (Bild: PD)

Immer früher interessieren sich Kinder und Jugendliche für Handy, Internet und Online-Spiele. Schnell und intuitiv erlernen sie den Umgang mit den neuen Medien und nutzen sie ganz selbstverständlich. Dass sie sich damit auch Gefahren aussetzen, sind sich die Jugendlichen nur selten bewusst. «Die Vermittlung von Medienkompetenz ist deshalb auch für die Schule eine zentrale Aufgabe», sagt Peter Mayer, Schulleiter im Schulhaus Kirchplatz in Wil.

Kurse zur richtigen Benutzung der neuen Medien

Im Rahmen eines von der Stadt Wil verabschiedeten Konzepts begann die Schule vor zwei Jahren, die Eltern von Kindergärtlern, Zweit- und Fünftklässlern über die Chancen und Risiken der neuen Medien zu in­formieren. Nach den guten Erfahrungen an den von Swisscom-Fachleuten geleiteten Elternabenden wurde das Angebot im vergangenen Jahr auch auf die Schüler ausgedehnt. Letzte Woche erfuhren 65 Fünft- und Sechstklässler, wie man nach dem richtigen Hundefutter googelt, was ein Urheberrecht ist und weshalb man beim Chatten besonders vorsichtig sein muss. «Beim Eintauchen ins World Wide Web ist es wichtig, gewisse Regeln zu beachten», sagt Kursleiter Marc Böhler. So solle man zum Beispiel auf keinen Fall die eigene Handynummer preisgeben oder unvorteilhafte Handyfotos hochladen, denn was mal online ist, bringe man nicht mehr weg. Wichtig sei auch, dass nicht alle Daten allen zugänglich gemacht werden. Dafür gebe es einfache Zugriffsbeschränkungen.

Böhlers Ausführungen stiessen bei den Wiler Schülern auf offene Ohren. Max Felix (11), der oft mit seinem Cousin per Whats­app chattet und gelegentlich auf dem Tablet seiner Mutter spielt, hat gelernt, dass man süchtig werden kann, wenn man zu viel Zeit online verbringt. Deshalb werde er sich Mühe geben, in Zukunft etwas weniger zu gamen und seinen Cousin etwas öfter in der realen Welt zu treffen. Da Mailin Ehemann (10) kürzlich ihr Handy verloren hat, benützt sie zurzeit vor allem das iPad, um sich im Internet zu bewegen. Aus dem Kurs nimmt sie als Erkenntnis mit, dass man nach den Hausaufgaben keine Actionspiele machen sollte, da sonst das Gelernte gleich wieder aus dem Gedächtnis verschwindet.

Auch Cybermobbing zum Thema machen

In einem weiteren Modul diskutierten die Wiler Schüler über Cybermobbing. Dies heisst, dass Jugendliche in sozialen Netzwerken systematisch beleidigt oder gar bedroht werden. In Gruppen versuchten sie herauszufinden, warum gemobbt wird, welche Folgen Cybermobbing hat, was man als Opfer tun kann und wie sich Mitwisser verhalten sollten. Als Mobbingopfer kann man sich übrigens unter der Gratisnummer 147 Rat holen. (pd)