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Prävention statt Repression: Bahnhofpaten sollen in Wil das Sicherheitsgefühl erhöhen

Wirklich gefährlich wird es am Bahnhof kaum jemals. Trotzdem empfinden ihn viele Wiler als Angstort. Nun sollen Bahnhofpaten dies ändern. Gewaltprävention ist aber nur ein Teil ihrer Aufgaben.
Gianni Amstutz
Bahnhofpaten sollen das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen und bei Problemen helfen. (Bild: PD)

Bahnhofpaten sollen das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen und bei Problemen helfen. (Bild: PD)

Samstagnacht am Bahnhof Wil: In der Unterführung treffen zwei Männer aufeinander. Beide sind alkoholisiert und es kommt aus ungeklärten Gründen zum Streit. In der folgenden Auseinandersetzung werden beinahe auch unbeteiligte Passanten verletzt. Glücklicherweise handelt es sich hierbei nur um ein fiktives Beispiel. Doch viele Wilerinnen und Wiler assoziieren den Bahnhof mit Gewalt, Pöbeleien, Vandalismus.

Nun reagiert die Stadt. Sogenannte Bahnhofpatinnen und -paten sollen das Sicherheitsgefühl am Bahnhof erhöhen. Denn genau darum geht es: Das subjektive Empfinden. «Die Bahnhofpaten sind nicht als Sicherheitskräfte zu verstehen», sagt Marc Bilger, Departementsleiter Soziales, Jungen und Alter. Doch die schiere Präsenz von Personal könne präventiv wirken und den Pendlern ein Gefühl von Sicherheit geben.

Eher Kindergeburtstag als Kriegsschauplatz

Um das Thema Sicherheit alleine gehe es beim Projekt aber nicht, wie Bilger betont. Denn der Bahnhof Wil ist – zumindest objektiv betrachtet – nicht unsicherer als jeder andere Bahnhof. Eine Studie, die von der SBB in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass es zwischen 2014 und 2016 lediglich vier registrierte Zwischenfälle gab. Dies veranlasste SBB-Sprecher Christian Ginsig nach Publikation der Studie im Februar 2018 zur Aussage:

«Wil hat kein Sicherheitsproblem. Der Bahnhof ist sicher.»

«Neben dem Erhöhen des subjektiven Sicherheitsempfindens spielen denn auch andere Aspekte beim Projekt eine wichtige Rolle», sagt Bilger. So seien die Bahnhofpaten beispielsweise unterstützend tätig. Dies könne Hilfe beim Lösen eines Billetts, beim Umsteigen oder sonstigen Fragen sein. Bei Vorkommnissen wie Littering würden Bahnhofpaten zudem auf die Bahnhofsordnung hinweisen. Kommt es aber zu brenzligen Situationen, sind weiterhin die Profis gefragt. Sprich: Polizei und private Sicherheitsdienste.

«Die Paten würden allfällige Vergehen den entsprechenden Stellen melden.»

Das Thema Bahnhofpaten angestossen hatte in Wil SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi. Da er das Konzept aus anderen Gemeinden kannte – inzwischen sind es mit Wil 19 –, erkundigte er sich in einer Interpellation nach der Haltung des Stadtrats dazu. Dieser zeigte sich von der Idee angetan, auch weil das Projekt in anderen Städten positiv verlief.

Der Stadtrat sei der Ansicht, «dass Bahnhofspaten einen gewissen Beitrag zur Steigerung des Sicherheitsempfindens am Bahnhof Wil leisten können», hielt er damals fest. Er merkte jedoch an:

«Angesichts dessen, dass die Aufstockung des Sicherheitspersonals durch die SBB keinen Einfluss auf das Sicherheitsempfinden hatte, darf diese Wirkung wohl nicht überschätzt werden.»

Für die Stadt Wil entstünden durch die Einführung von Bahnhofpaten keine Kosten, sagt Marc Bilger. Die Ausbildung wird von den SBB gestellt, welche auch für die Spesenentschädigung, Ausrüstung und die Honorierung der freiwillig engagierten Personen aufkommen. Eine Entschädigung gibt es also für das Engagement, aber Bilger betont: «Es handelt sich dabei um keinen Lohn. Bahnhofpaten sind Freiwillige.» Wie hoch die Honorierung für einen dreistündigen Einsatz ist, sagt Bilger nicht. Andernorts beträgt dieser 40 Franken, die entweder bar oder in Form von Gutscheinen ausbezahlt werden. Nicht nur die Entlöhnung, auch die Arbeitszeiten sind begrenzt. So kann ein Bahnhofpate maximal acht Einsätze à je drei Stunden pro Monat leisten.

Für die Koordination wie auch für die Rekrutierung der Freiwilligen ist die Stadt zuständig. Am Dienstag, 21. Mai, um 18.30 Uhr führt sie daher einen Informationsanlass im Departement für Soziales, Jugend und Alter durch. Je nachdem, wie viele sich engagieren wollen, werden die Einsatzzeiten eingeteilt. Dies auch in Absprache mit den Sicherheitsdiensten, erklärt Bilger.

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