Pouletglace: Vom Erfolg überrascht

BAZENHEID. Die Micarna Bazenheid hat an der weltgrössten Ernährungsmesse in Köln, der «Anuga», ein Pouletglace vorgestellt und ist auf viel Resonanz gestossen – auch in den Medien. Den Snack wird man in nächster Zeit aber noch nicht in den Regalen der Migros finden.

Simon Dudle
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Das Pouletglace wurde an der «Anuga» in Köln leicht angetaut in Bechern serviert. (Bild: pd)

Das Pouletglace wurde an der «Anuga» in Köln leicht angetaut in Bechern serviert. (Bild: pd)

Es war eine kleine, aber in der Schweiz exklusive Meldung der Wiler Zeitung von vorgestern, die einen grossen Wirbel ausgelöst hat. Es geht um ein Glace mit einem speziellen Inhalt. Das Chicken Gelati, welches die Migros-Tochterfirma Micarna mit Sitz in Bazenheid an der «Anuga» in Köln präsentiert hat und schon dort auf ein grosses Echo gestossen war, schlägt nun auch medial hohe Wellen. Ob FM1, «20 Minuten», RTL, N24, WDR oder «Die Welt»: Alle haben sie schon von der Neuheit berichtet. Auch die Redaktion der Pro-7-Sendung Galileo interessiert sich bereits dafür. «Scheinbar ist in der heutigen Zeit das Interesse da, neue Sachen auszuprobieren», sagt Roland Pfister, Mediensprecher der Micarna. Man sei selber überrascht gewesen, wie gross das Echo war.

Hauptsächlich Schenkelfleisch

Das Chicken Gelati wurde eigens für die Messe hergestellt – in den Geschmacksrichtungen Curry mit Ananas, Caramel und Estragon. Der Pouletanteil liegt bei 19 Prozent. «Wir verwenden vorwiegend Schenkelfleisch», sagt Pfister. Die Grundidee sei, das geschlachtete Tier möglichst vollständig zu nutzen. Pouletbrüstli könne man gut verkaufen. Bei den Schenkeln, die farblich etwas weniger attraktiv und hell seinen, brauche es aber innovative Ideen.

Die Produktion erfolgte nicht bei der Micarna in Bazenheid. «Wir haben nicht die Kompetenz zur Produktion von Glace. Darum wurde das Chicken Gelati in der Lernendenwerkstatt der Midor hergestellt», sagt Pfister. Das ist ein Grund, wieso es das Pouletglace heute und morgen noch nicht in der Migros zu kaufen gibt. Zwar wäre es möglich, daraus Eis am Stiel herzustellen, eine serielle Produktion ist momentan aber noch nicht realistisch. Man mache sich Gedanken, wie man das Produkt zur Marktreife bringen könne sowie welche Märkte und Zielgruppen man erreichen wolle.

Das Glace ist nicht als Dessert gedacht, sondern als Snack. «Es geht darum, an einem Apéro eine Alternative zum Schinkengipfeli und dem Chäschüechli zu haben», sagt Pfister. Bei der Degustation in Köln seinen die meisten Leute erstaunt gewesen. In der Erwartung, etwas Süsses zu bekommen, machten sie ein anderes Geschmackserlebnis. Die Innovation aus Bazenheid schaffte es in Köln in die «Taste-15-Auswahl, wo die überraschendsten 61 Produkte zusammengefasst werden.

Auch kritische Stimmen blieben nicht aus. Die Befürchtung kam auf, es würden nun noch mehr Hühner geschlachtet. Dem widerspricht der Micarna-Mediensprecher. «Es geht nur darum, des Pouletfleisch in noch unterschiedlicheren Formen zu nutzen», sagt Pfister.

Ein warmes Cornet

Neben dem Chicken Gelati wurde an der «Anuga» ein zweites, ähnliches Produkt präsentiert: das Chickornetto. Es sieht aus wie ein Cornet, ist aber ein Snack und wird warm zum Verzehr angeboten. Es wird im Backofen bei 180 Grad erhitzt, bis es eine leicht gebräunte Farbe hat. Neben Schweizer Pouletfleisch gehören auch Schweizer Käse, Champignons und getrocknete Tomaten zum Chickornetto.

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