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Polizist vor Aufmarsch der GC-Fans in Wil: «Wir können nicht für Ihre Sicherheit garantieren»

Der Aufmarsch der GC-Fans sorgte im Vorfeld für Unruhe. Die befürchteten Ausschreitungen blieben vor dem Spiel jedoch aus. Das war auch nach dem Spiel so.
Gianni Amstutz
Die GC-Fans sind mit einer satten Tausenderschaft nach Wil gereist. Der Wasserstrahl galt indes nicht den Zürcher Gästen, sondern dem Kunstrasen. (Bild: Hans Suter)

Die GC-Fans sind mit einer satten Tausenderschaft nach Wil gereist. Der Wasserstrahl galt indes nicht den Zürcher Gästen, sondern dem Kunstrasen. (Bild: Hans Suter)

«Ich rate Ihnen davon ab, hier Fotos zu machen», sagt der Polizist in zivil. Alleine schon das sichtbare Tragen einer Kamera könne gefährlich sein. «Die Presse ist für die GC-Fans ein rotes Tuch», erklärt er. Die Medienberichte im Vorfeld des Spiels, in denen vor den «GC-Chaoten» gewarnt wurden, hätten die Lage zugespitzt.

Selbst vom Fotografieren aus der Distanz rät der Zivilpolizist, der die Fanszene zu kennen scheint, ab. «Wenn die Sie sehen, rennen sie Ihnen nach.» Als ob er seiner Aussage noch Nachdruck verleihen müsste, fügt er hinzu:

«Dann können auch wir von der Polizei nicht mehr für ihre Sicherheit garantieren.»

Wenige Minuten später fährt der Extrazug aus Zürich am Bahnhof Wil ein. Zu Hunderten strömen die Anhänger des Grasshopper-Club Zürich aus dem Zug. «Allez GC»-Gesänge sind zu hören. Für die Zürcher ist es seit langem das erste Spiel ihrer Mannschaft, das sie im Stadion verfolgen können. Wegen Ausschreitungen in Luzern, als sie einen Spielabbruch erzwangen, fand das erste Heimspiel vergangenes Wochenende unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Ausschreitungen sind ausgeblieben

Der Sieg in Wil stimmte die GC-Fans zufrieden. Ohne grössere Rempeleien verliessen die Zürcher Gäste die Äbtestadt, wie sie gekommen waren: im Extrazug, grölend, singend, mit Sprechchören und mit viel Bier im Bauch. Die Polizei war bis in die Nacht mit einem grossen Aufgebot präsent. Als der Extrazug den Bahnhof um 22.40 Uhr in Richtung Zürich verliess, zog die Polizei einen Teil der Einsatzkräfte ab, zeigte aber weiterhin sichtbare Präsenz rund um den Bahnhof. (hs)

Die Vorfreude ist deshalb spürbar und zeigt sich auch an den Zahlen. Rund 1000 GC-Fans sollen es gemäss Schätzungen sein, die sich das Spiel im Bergholz ansehen. So viele Zürcher hat man in Wil letztmals wohl 1712 gesehen. Damals belagerten Zürcher Truppen die Stadt über mehrere Tage und hinterliessen Zerstörung und Chaos. In Wil sorgte man sich, dass sich diese Geschichte wiederholen könnte. Doch alles blieb ruhig.

Gespannt blicken die Wiler auf den Einmarsch der GC-Fans. (Bild: Hans Suter)

Gespannt blicken die Wiler auf den Einmarsch der GC-Fans. (Bild: Hans Suter)

Vor dem Stadion haben sich schon um 19 Uhr Dutzende Anhänger der Hoppers versammelt, die aus der Region Wil stammen oder mit dem Auto angereist sind. Im nahe gelegenen Restaurant gönnen sie sich noch ein Bierchen vor dem Match. Auch viele Wiler wollen sich das Spiel nicht entgehen lassen. Die Szenerie hat fast ein wenig Volksfest-Charakter. Dieser Eindruck wird jedoch von den mahnenden Worten des Zivilpolizisten getrübt. Denn an normalen Volksfesten reicht ein Foto normalerweise nicht aus, um Gewaltausbrüche auszulösen.

22.40 Uhr: Der Extrazug mit den GC-Fans setzt sich in Bewegung Richtung Zürich.

22.40 Uhr: Der Extrazug mit den GC-Fans setzt sich in Bewegung Richtung Zürich.

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