Polizeisprecher Hanspeter Krüsi zum geforderten Alkoholverbot: «Wir stellen am Bahnhof Wil keine Häufung von Delikten fest»

Gemäss Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei, würde ein Alkoholverbot am Bahnhof Wil ein Novum im Kanton St. Gallen darstellen.

Gianni Amstutz
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Mediensprecher Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen gibt Auskunft über ein allfälliges Alkoholverbot am Bahnhof Wil. (Bild: Urs Bucher)

Mediensprecher Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen gibt Auskunft über ein allfälliges Alkoholverbot am Bahnhof Wil. (Bild: Urs Bucher)

Der Wiler Stadtparlamentarier Erwin Böhi fordert den Stadtrat auf, ein Alkoholverbot am Bahnhof zu prüfen. Existieren im Kanton St. Gallen örtlich begrenzte Alkoholverbote an öffentlichen Plätzen?

Hanspeter Krüsi: Mir ist keine solche Verordnung bekannt. Ein Alkoholverbot am Bahnhof in Wil wäre eine Premiere im Kanton St. Gallen. Ausnahme bilden Veranstaltungen. Insbesondere bei Sportanlässen kann auf das Hooligan-Konkordat gestützt ein Alkoholverbot erlassen werden.

Wäre denn ein Alkoholverbot am Bahnhof sinnvoll?

Das ist eine politische Frage. Aus polizeilicher Sicht wäre sicher zu prüfen, wie und von wem das Verbot durchgesetzt werden könnte. Schliesslich erfordert das einen Zusatzaufwand.

Ist der Bahnhof Wil in Sachen Kriminalität denn überhaupt schlimmer als andere Bahnhöfe?

Er hat schon eine gewisse Magnetwirkung. Hinzu kommt, dass viele unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen ihn nutzen. Das birgt ein gewisses Konfliktpotenzial. Im Vergleich mit ähnlich grossen Städten mit Zentrumsfunktion stellen wir jedoch keine Häufung an Delikten fest.

Wenn sich eine Person nicht ordnungsgemäss verhält, hat die Polizei bereits heute das Recht diese des Platzes zu verweisen?

Ja, wenn eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorliegt, können wir Platzverweise aussprechen. Diese gelten für 24 Stunden, wenn sie mündlich ausgesprochen werden, bei schriftlichen Platzverweisen bis zu einem Monat. Solche Wegweisungen sprechen wir auch regelmässig aus.

Reicht Alkoholkonsum für eine Wegweisung aus?

Nein, solange dies im Mass geschieht und die öffentliche Ordnung nicht gestört wird, reicht das nicht. Stark alkoholisierte Personen können aber weggewiesen werden.