Politisches Interesse in die Wiege gelegt bekommen: Dominik Egli folgt dem Beispiel seiner Eltern

Der neu gewählte SVP-Politiker ist der jüngste Volksvertreter im Wiler Parlament. Er möchte frischen Wind in die Fraktion bringen und der Jugend Gehör verschaffen.

Gianni Amstutz
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Dominik Egli politisiert wie seine Eltern in der SVP, vertritt jedoch teilweise progressivere Ansichten.

Dominik Egli politisiert wie seine Eltern in der SVP, vertritt jedoch teilweise progressivere Ansichten.

Bild: PD

Egli, SVP: Diese Kombination ist in Wil, ja im Kanton bestens bekannt. Einerseits durch Lorenz Egli, der für die SVP bis 2012 im Kantonsrat sass, anderseits durch Ursula Egli, die aktuell Kantonsrätin und Stadtparlamentarierin ist und im zweiten Wahlgang für einen Sitz im Wiler Stadtrat antritt.

Nun betritt mit der Wahl von Dominik Egli ins Wiler Stadtparlament ein weiteres Familienmitglied die politische Bühne. Er politisiert wie seine Eltern für die SVP. Das Interesse an der Politik wurde bei ihm schon früh geweckt, ja es wurde ihm fast schon in die Wiege gelegt: «Mit zwei Politikern als Eltern gehörte es dazu, zu Hause über Politik zu diskutieren», sagt er.

Dass er nun in derselben Partei aktiv ist wie seine Eltern, habe mehrere Gründe. Das EU-Dossier sei für ihn zentral, sagt Egli. Die Schweiz müsse ihre Unabhängigkeit um jeden Preis bewahren. Auch für die Landwirtschaft, die ihm sehr am Herzen liegt – ist er doch auf einem Bauernhof aufgewachsen –, setze sich die SVP am konsequentesten ein. Und grundsätzlich befürworte er eine bürgerliche Politik.

Ein liberaler SVP-Politiker

Mit der SVP stimmt er in vielem überein, jedoch hat er teils auch etwas liberalere Haltungen. Die Cannabis-Legalisierung beispielsweise befürwortet er.

«Aufgrund meines Alters bin ich vielleicht in manchen Anliegen etwas progressiver.»

Mit 21 Jahren ist Dominik Egli sogar das jüngste Mitglied des Stadtparlaments. Generell erfuhr das Parlament bei den Wahlen im September eine Verjüngungskur. Das freut Egli.

«Es kann nicht schaden, wenn frischer Wind in das Parlament und die einzelnen Fraktionen kommt.» Vielleicht ergebe sich bei Themen, die besonders die Jugend betreffen, einmal eine überparteiliche Zusammenarbeit.

Nicht nur des Namens wegen erfolgreich

Dass Egli, der als Produktentwickler bei Maestrani in Flawil arbeitet, die Wahl ins Stadtparlament gleich auf Anhieb schaffte, ist aussergewöhnlich. In der Regel benötigen besonders junge Kandidierende mehrere Anläufe, bis es klappt. Dass der Name Egli geholfen haben dürfte, sieht auch der junge SVP-Politiker so.

Es habe jedoch fast auf jeder Liste beziehungsweise Listenverbindung eine Kombination aus bisherigen Elternteilen und ihren Kindern gegeben. «Dass es in meinem Fall geklappt hat, würde ich deshalb nicht nur auf den Namen zurückführen. Sonst hätte dies bei anderen Listen auch eintreffen müssen.»

Dominik Egli führt seinen Wahlerfolg vor allem darauf zurück, dass er durch die Mitgliedschaft in zahlreichen Vereinen gut vernetzt ist. So war er beispielsweise in diesem Jahr Lagerleiter bei der Jungwacht Wil und ist an der Fastnacht bei den Wiler Fanfaren aktiv.

Gegenseitiger Respekt als Grundpfeiler für seine Politik

Durch sein eigenes Engagement kennt Egli die Herausforderungen und Bedürfnisse der Vereine. Er will sich im Parlament deshalb dafür einsetzen, dass Vereine noch stärker gefördert werden und die Stadt ihnen entgegenkommt, wenn es beispielsweise um die Organisation von Anlässen geht. Auch der Erhalt des Kathi sowie die Lösung des Wiler Verkehrsproblems sind für Dominik Egli wichtige Anliegen.

Erst einmal werde er die Arbeit im Parlament auf sich zukommen lassen, sich an die Abläufe gewöhnen müssen. Unabhängig von den Inhalten will Egli in der Legislative Werte leben, die ihm nicht zuletzt wichtig sind, weil er auf einem Bauernhof aufgewachsen ist.

«Ich habe gelernt, anzupacken, auch wenn mir eine Aufgabe nicht immer passt.»

Ausserdem lege er Wert auf gegenseitigen Respekt. Beides zweifellos, beides Eigenschaften, die einem Parlamentarier gut anstehen.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der alle neun neu gewählten Mitglieder des Stadtparlaments vorgestellt werden.