Politik
Mehr Schutz für Jugendliche im Verkehr: Das Jugendparlament Wil setzt erste Projekte um

Seit zwei Jahren setzt sich die Wiler Jugend im Jugendparlament für ihre politischen Bedürfnisse ein. Derzeit ganz oben auf der Agenda: eine Verkehrsinitiative für Jugendliche. Bei ihrer politischen Arbeit machte sie auch schon erste Enttäuschungen.

Samantha Wanjiru
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Jugendliche in Wil engagieren sich im Jugendparlament Wil für ihre Bedürfnisse.

Jugendliche in Wil engagieren sich im Jugendparlament Wil für ihre Bedürfnisse.

Bild: PD

Das Jugendparlament in Wil bietet Jugendlichen die Möglichkeit, sich politisch für ihre Bedürfnisse zu engagieren. Seit 2020 konnte der Vorstand insgesamt 15 Mitglieder für sich gewinnen. Für dieses Jahr ist die Umsetzung einer Verkehrsinitiative geplant, die den Strassenverkehr für Jugendliche sicherer machen soll.

Co-Präsident Andrin Hobi ist schon seit der Gründung des Parlaments mit dabei. Bei der Arbeit als Jungpolitiker konnte er wichtige Lebenserfahrungen sammeln. Dazu gehört auch der Umgang mit den ersten Enttäuschungen.

Man muss Abstriche machen

Ein wichtiges Anliegen für die Parlamentsmitglieder ist die Sicherheit von Jugendlichen im Strassenverkehr. Dabei fokussiere man sich auf eine bessere Infrastruktur der Velowege und auf die Ausdehnung der Busverbindungen. «Derzeit nehmen wir mit den Verantwortlichen der Stadt Wil Kontakt auf, um die Umsetzung unserer Ideen zu konkretisieren und zu planen», sagt Hobi.

Neben der Verkehrsinitiative arbeiten die Mitglieder an einem Anti-Mobbing-Projekt Textstelle. Mit Hilfe eines selbstproduzierten Aufklärungsvideos sollen Schulen ihre Schülerinnen und Schüler für die Thematik sensibilisieren. «Nach den Sommerferien gehen wir auf die Schulen in der Umgebung zu», sagt Hobi.

Laut Hobi sei die Planung und Umsetzung der Projektideen bisher reibungslos verlaufen. Doch nicht alle Konzepte waren erfolgreich. So war eine Lernstube für Jugendliche in Wil geplant. Diese wurde umgesetzt, wurde jedoch wegen mangelnder Nachfrage aufgelöst. Eine grosse Enttäuschung für die Mitglieder. Hobi sagt:

«Es ist zwar traurig, wenn ein Projekt nicht klappt. Aber wir sehen das als Lebenserfahrung.»

Einen Erfolg konnte das Jugendparlament Wil im letzten Jahr feiern. Aufgrund von UNO-Bestimmungen forderte es damals eine Erhöhung der Alterslimite für Mitglieder des Parlaments von 20 auf 25 Jahren. Nach einer ersten Ablehnung wurde der Vorstoss vom Stadtrat doch noch angenommen.

Die Bürokratie lohnt sich

Die letzten zwei Jahre nutzen die Mitglieder vor allem dazu, um ihre interne Infrastruktur aufzubauen. Arbeitsgruppen wurden gegründet und die Onlinepräsenz ausgebaut. Dabei wurden sie primär von der Jugendarbeit Wil unterstützt. Als Co-Präsident fokussiert sich Hobi auf die Kommunikation mit den Ansprechpartnern der Politik und der Öffentlichkeit.

Co-Präsident Andrin Hobi macht die Arbeit im Jugendparlament Wil Freude.

Co-Präsident Andrin Hobi macht die Arbeit im Jugendparlament Wil Freude.

BILD: PD

Eine Arbeit, die viel Bürokratie mit sich bringt. «Das ist ganz schön mühsam», sagt Hobi. Aber die Arbeit würde sich lohnen. Für den KV-Lehrling sei dies eine gute Übung für sein Engagement als Mitglied bei den Jungfreisinnigen Wil und Umgebung.

Trotz seiner anspruchsvollen Arbeit in der Politik hat Hobi Zeit für weitere Freizeitaktivitäten. So spielt er Handball beim KTV Wil und ist «Konfleiter» bei der Evangelischen Kirchgemeinde Wil. «Wir haben im Jahr vier Plenarsitzungen im Jugendparlament. Dazu kommen die Treffen in den Projektgruppen sowie die halbjährlichen Treffen mit dem Dachverband», sagt Hobi. «Das ist mit dem Alltag eines Jugendlichen gut zu vereinbaren.»

Die Politik und das gemeinsame Arbeiten mache ihm und den Mitgliedern Freude. Denn für sie sei es wichtig, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Hobi könne es jedem Jugendlichen nur empfehlen. «Es ist toll zu sehen, dass man als einzelner Bürger viel bewirken kann.»