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Plötzlich brennende Autos:
Warum gibt es das immer wieder?

Allein im Kanton St.Gallen kommt es pro Jahr zu mindestens 30 Fahrzeugbränden. Als Hauptursachen nennen Fachleute mangelnde Wartung und die zunehmende Zahl elektronischer Steuergeräte.
Hans Suter
Ein 74-jähriger Lenker konnte sein Fahrzeug noch rechtzeitig auf dem Pannenstreifen abstellen, bevor es in Vollbrand geriet und Totalschaden erlitt. (Bilder: Kapo)

Ein 74-jähriger Lenker konnte sein Fahrzeug noch rechtzeitig auf dem Pannenstreifen abstellen, bevor es in Vollbrand geriet und Totalschaden erlitt. (Bilder: Kapo)

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind im Kanton St. Gallen zwölf Fahrzeuge ausgebrannt. Der jüngste Vorfall ereignete sich am Mittwochabend auf der Autobahn A1 bei Niederuzwil. Im vergangenen Jahr registrierte die Kantonspolizei St. Gallen 30 Fahrzeugbrände, 2016 waren es 32, 2015 gar 45 und im Jahr 2014 wurden 28 Ereignisse erfasst. Bilanz: 147 Fahrzeugbrände in viereinhalb Jahren.

Die häufigsten Ursachen bei Fahrzeugbränden

«In den meisten Fällen sind Fahrzeugbrände auf eine mangelnde Wartung zurückzuführen», sagt Christian Rutz, Werkstattchef der Mazda-Garage in Zuzwil. Zwar könnten auch von der Elektronik Brände ausgehen, doch sei dies eher selten der Fall. Als weit häufigere Ursachen nennt er spröde Gummiteile und Schläuche sowie beispielsweise durch Marder beschädigte Isolationen, die herunterhängen und mit heissen Fahrzeugteilen wie dem Auspuffrohr in Kontakt kommen können und sich dadurch entzünden. Auch alternde Keilriemen und Lager, die heisslaufen, gehören dazu. Bei regelmässiger Wartung können laut Christian Rutz viele dieser möglichen Risiken ausgeschaltet werden.
Doch es gibt noch weitere Ursachen. «Die Betankung mit dem falschen Treibstoff kann auch zu einem Fahrzeugbrand führen», sagt er. Bei älteren Fahrzeugen, die noch mit einem Vergaser ausgerüstet sind, sei ein Vergaserrückbrand nie ganz auszuschliessen. Ausserdem rät Rutz, darauf zu achten, wo man sein Auto hinstellt. «Kommt der heisse Katalysator mit einem gut brennbaren Untergrund wie einem abgeernteten Getreidefeld in Berührung, kann auch dies zu einem Brand führen.»

Mehr Elektronik schafft neue Fakten

Silvio Patelli, stellvertretender Werkstattchef bei Auto Eberle in Wil, macht noch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: Im vergangenen Jahr seien auffallend oft luxuriöse Sportwagen namhafter Hersteller in Brand geraten. «Hier ist die Ursache oft in der Elektronik zu suchen», sagt Patelli. In einem Hightech-Fahrzeug dieser Preisklasse seien bis zu 40 Steuergeräte eingebaut. Da immer ein Kriechstrom fliesse, könne es vorkommen, dass ein Kondensator zu heiss werde und dadurch Plastikteile zu brennen begännen. Werde ein solches Problem festgestellt, komme es umgehend zu einer Rückrufaktion, um das potenzielle Problem vorsorglich zu beheben. «Im Service wird immer gecheckt, ob noch allfällige Massnahmen aus Rückrufaktionen ausgeführt werden müssen», sagt Silvio Patelli.
In die nahe Zukunft blickt er mit gemischten Gefühlen. Die zunehmende Verbreitung von Hybrid- und reinen Elektromobilen stelle nicht nur die Branche, sondern auch die Feuerwehr vor neue Herausforderungen: «Wenn eine Hochvoltbatterie brennt, dann brennt sie.»

Totalschaden auf der A1

Das Auto brannte völlig aus.

Das Auto brannte völlig aus.

Um 17.45 Uhr ist am Mittwoch auf der Autobahn A1 zwischen Wil und Oberbüren ein Auto in Brand geraten. Es bildete sich ein längerer Stau. Der Lenker blieb unverletzt; das Fahrzeug erlitt Totalschaden in Höhe von etwa 2000 Franken.
Der 74-jährige Lenker des Unglückswagens benützte im Feierabendverkehr die Einfahrt Münchwilen und fuhr auf der A1 in Richtung St. Gallen. Während der Fahrt stellte er zunächst einen Leistungsverlust seines Autos und später eine Rauchentwicklung fest. Kurz vor der Brücke, die den Büelenweg in Niederuzwil über die Autobahn in Richtung Sonnentalersteg führt, hielt er den Kleinwagen an: Rauch drang aus dem Motorraum. Als die für diesen Autobahnabschnitt zuständige Feuerwehr Wil mit vier Fahrzeugen und 18 Angehörigen der Feuerwehr eintraf, stand das Auto bereits in Flammen.
Die Brandursache ist laut Auskunft von Kapo-Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli in einem technischen Defekt zu suchen. Die Unglücksstelle war gegen 19 Uhr wieder geräumt. (ahi)

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