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Pioniere des E-Commerce

WIL. Die Glarotech GmbH entwickelte mit der Post eine Kunden-Login-Lösung, die das Prozedere der Dateneingabe erheblich vereinfacht. Nun arbeitet die Wiler IT-Firma an einem System, das den Kassen-PC aus dem Geschäft verbannt.
Philipp Haag
Die Gründer und Besitzer der Glarotech GmbH, Reto Glanzmann (l.) und José Fontanil, in ihrem Büro an der Toggenburgerstrasse in Wil. (Bild: Philipp Haag)

Die Gründer und Besitzer der Glarotech GmbH, Reto Glanzmann (l.) und José Fontanil, in ihrem Büro an der Toggenburgerstrasse in Wil. (Bild: Philipp Haag)

Scharf und griffig musste er sein – und noch nicht vorhanden. Ob ein Name existiert oder nicht, weiss heutzutage keiner besser als Google. Bei PepperShop verzeichnete die Suchmaschine allerdings einen Treffer, irgendwo in Mexiko. Und so beschlossen Reto Glanzmann und José Fontanil, dem Namen ihres E-Commerce-Produkts die Programmiersprache voranzustellen: PHP, eine Programmiersprache, die für die Erstellung von dynamischen Websites verwendet wird. Der PhPepperShop liefert das technologische Grundgerüst für das Online-Shopping. Er ist ein standardisiertes Webshop-System, das Geschäfte und Firmen für ihre Präsenz und den Verkauf ihrer Produkte im Word Wide Web nutzen können, angepasst auf ihre Bedürfnisse.

Wer beispielsweise einen Single Malt über den digitalen Whisky-Shop von Stephan Keultjes aus Busswil bestellt, nutzt das PhPepperShop-System. Die Web- Shop-Version ist in der Schweiz derart erfolgreich – sie ist bei über 7500 Online-Shops wie demjenigen der Finnshop-Kette oder der Heimstätten Wil im Einsatz – dass sich die Post für eine enge Zusammenarbeit mit der Firma Glarotech GmbH von Glanzmann und Fontanil entschlossen hat. Die Post bindet seit vergangenem Monat ihren Login-Connector an die Schweizer Webshops, die mit der PhPepperShop-Version betrieben werden. Die Glarotech hatte mit der Post das Pilotprojekt für den Login Post Connector erarbeitet (siehe Kasten).

Eine Open-Source-Anwendung

Entstanden ist die Idee für eine Webshop-Lösung, als der Online-Shopping-Riese Amazon noch in den Kinderschuhen steckte und sein europäisches Pendant Zalando noch gar nicht existierte. Glanzmann und Fontanil besuchten gemeinsam die Zürcher Hochschule Winterthur (heute ZHAW, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften). Für ihre Diplomarbeit im Jahr 2001 erstellten sie das Skript für den PhPepperShop. «Für uns war von Anfang an klar, dass wir unsere Software-Lösung jedermann zur Verfügung stellen», sagt Fontanil. Sie entschieden sich darum für eine Open-Source-Anwendung. Sie stellten nach Abschluss ihres Studiums den Quelltext frei verfügbar ins Internet. Jedermann konnte PhPepperShop ab 2001 nutzen, ihn erweitern, ergänzen und modifizieren. Die beiden registrierten bald einmal, dass ihre Webshop-Lösung von kleineren und grösseren Firmen rege genutzt wird, die Komplexität der Technologie einen Betreiber, der kein IT-Fachmann ist, aber überfordern konnte.

Start-up mit PhPepperShop

So entschieden sich die Beiden, in einem Start-up die Webshop-Software PhPepperShop sowie Web-Hostings anzubieten. Zu Beginn arbeiteten Glanzmann und Fontanil in einer Privatwohnung. Sie steckten ihr Herzblut in ihr junges Unternehmen. Die Arbeit war intensiv und immens, die Freizeit gering und das Einkommen inexistent. «Ohne unsere Partnerinnen wären wir damals nicht über die Runden gekommen», sagt Glanzmann. Doch das Wissen, zu den Pionieren für das Anbieten von E-Commerce-Lösungen für den Schweizer Markt zu gehören, und die Faszination, «etwas Eigenes aufzubauen», wie Fontanil sagt, liess sie die schwierige Anfangszeit überstehen und ihr Start-up mit der von Reto Glanzmann und Roland Brühwiler bereits 1998 gegründeten Hosting-Firma, die Glarotech GmbH, verbinden.

Dabei wurden sie vom Jungunternehmerzentrum (JUZ) Wil begleitet. Die Glarotech GmbH war 2004 das erste über das Jungunternehmerzentrum in der Äbtestadt angesiedelte Jungunternehmen. Die Experten des JUZ waren den beiden Informatikern bei der Suche nach Büroräumlichkeiten behilflich und berieten sie in juristischen und betriebswirtschaftlichen Fragen. «Die Unterstützung war wertvoll», sagt Glanzmann.

Firma mit neun Mitarbeitenden

Seit der Gründung ist die Firma stetig und organisch gewachsen. Die beiden IT-Spezialisten bieten mit ihren mittlerweile neun Mitarbeitenden, unter ihnen drei Lehrlinge für Applikationsentwicklung, nachhaltige Lösungen an. Dies bedeutet: Sie kümmern sich auch um die Schnittstellen, über welche beispielsweise die Distribution des gekauften Produkts ausgelöst wird, aber von einem anderen Programm, beispielsweise einem von SAP, betrieben wird. «Wir geben unseren Kunden eine Funktionsgarantie ab», sagt Glanzmann. Sei dies nun B2B (d. h. Business to Business) oder B2C (d. h. Business to Consumer Den Quellcode legen sie nach wie vor offen.

Die Daten auf einem Server

Mit ihrem neusten Produkt by «Swiss Made Software» verbannt die Glarotech die Kasse, respektive die Hardware, aus den Geschäften. Die Zahlungsabwicklung erfolgt über einen Scanner und beispielsweise ein Tablet. Die Daten laufen zentral auf einem Server zusammen und werden stetig aktualisiert. So ist beispielsweise der Lagerbestand dauernd auf dem aktuellen Stand. Ein Produkt online zu verkaufen, welches kurz zuvor im Geschäft über den Ladentisch gegangen war, ist somit nicht mehr möglich. Das System verhindert Lieferengpässe.

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