Pilotprojekt vor Sistierung bewahrt

Mit der Auflösung des Vereins Naturpark Neckertal gab es auch für das Landschaftsqualitätsprojekt Neckertal keine Trägerschaft mehr. Dank des neuen Vereins LQP Neckertal erhalten die Landwirte im Perimeter nun weiterhin Beiträge.

Urs M. Hemm
Drucken
Teilen
Der Vorstand des Vereins LQP Neckertal (von links): Stefan Kunz, Bruno Schweizer, Mathias Jud und Roger Scherrer (Präsident). (Bild: Urs M. Hemm)

Der Vorstand des Vereins LQP Neckertal (von links): Stefan Kunz, Bruno Schweizer, Mathias Jud und Roger Scherrer (Präsident). (Bild: Urs M. Hemm)

NECKERTAL. Fünf Monate sind vergangen, seit die Neckertaler Stimmbevölkerung das Projekt Naturpark Neckertal grossmehrheitlich abgelehnt hat. Mit dem Nein und der folgenden Schliessung der Geschäftsstelle war plötzlich auch die Fortführung des Landschaftsqualitätsprojekts Neckertal (LQP) in Frage gestellt. Für dieses hatte der Verein Naturpark Neckertal die Trägerschaft übernommen. Nach langer Zeit der Ungewissheit für die am Pilotprojekt beteiligten Landwirte wurde nun der Verein LQP Neckertal gegründet und der Vorstand bestellt. Zu diesem gehören Roger Scherrer aus Brunnadern (Präsident), Bruno Schweizer, Brunnadern, Mathias Jud, Necker, sowie der Hemberger Stefan Kunz. Als Geschäftsstelle wurde die GS Projekte AG in St. Peterzell gewählt.

«Mehrheit unterstützt uns»

Die Gründungsversammlung für den Verein LQP Neckertal sei emotionsgeladen gewesen, sagt Präsident Roger Scherrer. Weil die Vertreterin des Landwirtschaftlichen Zentrums Flawil, Nicole Inauen, über Neuerungen bei den Massnahmen informierte, die teils zuungunsten der Landwirte ausfallen. Und, weil sich eine Handvoll Exponenten generell gegen das LQP stellte oder mit den Kandidaten für den Vorstand nicht einverstanden war. «Grundsätzlich denke ich aber, dass die Mehrheit der Landwirte hinter uns steht», sagt Bruno Schweizer. Kommt hinzu, dass sich auch nach mehrfachem Inserieren in den Mitteilungsblättern an der Gründungsversammlung niemand für den Vorstand zur Verfügung stellen wollte. «So ist denn die häufigste Reaktion auf unsere Wahl in den Vorstand Dankbarkeit anstelle von Kritik gewesen», sagt Mathias Jud. Denn wäre an diesem Abend keine Vereinsgründung zustande gekommen, hätte der Kanton das Pilotprojekt im Neckertal sistiert. Somit wäre die bisher geleistete Arbeit umsonst gewesen, und die Landwirte hätten keine Landschaftsqualitätsbeiträge mehr ausbezahlt bekommen. Die das Projekt betreffenden Basisdaten hätten sie vom Kanton erhalten, sagt Roger Scherrer. Die restlichen Unterlagen der bisherigen Trägerschaft würden beim kantonalen Landwirtschaftsamt liegen, da bisher noch kein Nachfolgeverein existiert hat, der die administrativen Aufgaben hätte übernehmen können.

161 angemeldete Landwirte

Seit Beginn des Pilotprojekts 2014 hätten sich 161 von 287 möglichen Anwärtern für Landschaftsqualitätsbeiträge angemeldet, sagt Roger Scherrer. «Die Änderungen bei der Erfassung und der Auszahlung einzelner Massnahmen bedeutet für uns in nächster Zeit einen erheblichen Mehraufwand, da bereits angemeldete Massnahmen neu beurteilt werden müssen», erläutert Scherrer.

Aufwand von 80 Stunden

Wie viel Arbeitszeit auf den Vorstand insgesamt zukommen werde, lasse sich zurzeit schlecht abschätzen. Für die Geschäftsstelle würden sie mit einem Arbeitsaufwand von rund 80 Stunden pro Jahr rechnen. Dies in Abhängigkeit davon, wie viele Neuanmeldungen oder Änderungen von bestehenden Verträgen auf sie zukämen.

Roger Scherrer hob die gute Zusammenarbeit mit Nicole Inauen und deren Unterstützung bei der Gründung des Vereins hervor. «Ich bin sicher, wir befinden uns auf gutem Weg.»

Aktuelle Nachrichten