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Pilotprojekt senkt Sozialhilfekosten: Jetzt will das Departement für Soziales, Jugend und Alter die Stelle im Budget 2019 beantragen

Erfreuliche Nachrichten aus dem Departement für Soziales, Jugend und Alter. Die zusätzliche befristete Stelle, die in der Sozialhilfe bewilligt wurde, führt erneut zu Mehreinnahmen im fünfstelligen Bereich.
Gianni Amstutz

Die Stadt Wil kämpft seit Jahren mit steigenden Kosten in der Sozialhilfe. Fast neun Millionen Franken und damit rund eine Million mehr als budgetiert oder 1,2 Millionen mehr als im Vorjahr betrugen die Ausgaben in der Rechnung 2017.

Doch die Stadt hat das Problem erkannt und bereits 2016 Massnahmen ergriffen. Das Departement für Jugend, Soziales und Alter (SJA) unter Stadtrat Dario Sulzer hatte damals die Schaffung einer zusätzlichen befristeten Stelle in den Sozialen Diensten beantragt. Diese wurde in erster Linie für die Rückforderung von Sozialhilfeleistungen eingesetzt. Mit Erfolg, wie der zweite Zwischenbericht des Pilotprojekts nun zeigt. Durch die zusätzliche Stelle konnten alleine im ersten Quartal dieses Jahres Mehreinnahmen von 110000 Franken generiert werden.

Diese setzen sich aus Rückzahlungen, Fällen, bei denen die Sozialhilfe nach einer Überprüfung gekürzt werden konnte, und Fällen, bei denen Personen von der Sozialhilfe abgelöst werden konnten, zusammen. «Diese Stelle ist wohl eine der wenigen, bei der am Ende sogar Einnahmen resultieren», sagt Philipp Gemperle, Leiter Kommunikation der Stadt Wil.

Stelle generiert Einnahmen von 750000 Franken

Gemäss Berechnungen des SJA erfolgten seit Einführung der Stelle Mitte 2016 Rückzahlungen in der Höhe von rund 750000 Franken, die ohne Schaffung der Stelle nicht eingegangen wären. Das SJA wird deshalb beantragen, die befristeten Stellenprozente nach Ablauf des Pilotprojekts weiterhin einzusetzen, wie Gemperle sagt. Dazu muss die Stelle vom Stadtrat ins Budget 2019 aufgenommen und vom Parlament genehmigt werden.

Neben dem Bereich Rückerstattungen wurde vom SJA für das Pilotprojekt ursprünglich eine weitere Stelle in einem 100-Prozent-Pensum beantragt. Diese zusätzlichen Ressourcen hätten einer engmaschigeren Fallführung zugutekommen sollen. Der Stadtrat entschied jedoch, auf diese Stelle zu verzichten. Stattdessen sollte das sogenannte Intake-Modell stärker etabliert werden. Dabei wird eine personelle Trennung der Fallaufnahme, bei der in erster Linie die Personendaten aufgenommen und die Zuständigkeit der Fachstelle geklärt werden, von der eigentlichen Fallführung vorgenommen. Damit haben beratend tätige Sozialarbeiter mehr Zeit für die Betreuung der Sozialhilfebezüger. Dies wirke sich wiederum positiv auf die Anzahl Personen aus, die aus der Sozialhilfe entlassen werden könnten.

«Das Intake-Modell hat messbare Auswirkungen auf die Anzahl der Sozialhilfefälle und die damit verbundenen Kosten», sagt der zuständige Stadtrat Dario Sulzer. Die Kosten eines Sozialhilfefalls mit einer Person belaufen sich auf rund 2000 Franken pro Monat, also 24000 Franken pro Jahr. Durch eine engmaschigere Fallführung und die dadurch zu erwartenden tiefere Sozialhilfezahlen könnten folglich hohe Kosten eingespart werden.

Wegen einer Zunahme der Fälle seit Beginn 2017 sei das Intake-Modell jedoch nur noch begrenzt zum Einsatz gekommen. Stattdessen mussten auch Angestellte, die Intakes bearbeiteten, wieder vermehrt Langzeitfälle führen, bedauert das SJA. Das mache sich seit Beginn 2018 wieder in einer schlechteren Ablösequote bemerkbar. Aus Sicht des SJA wäre es angezeigt, den zurückgestellten Teil des Pilotprojekts möglichst rasch an die Hand zu nehmen und dafür die Stellenprozente zu sprechen, heisst es weiter. Konkret handelt es sich dabei um eine 50-Prozent-Stelle ab 2020, die zur 100-Prozent-Stelle im Budget 2019 hinzukommen soll.

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