PFLEGE: Drei Spitex-Vereine prüfen Fusion

Um den steigenden Herausforderungen und Anforderungen gerecht zu werden, erwägen Vorstände und Trägergemeinden der Spitex-Vereine Uzwil, Wil-Land und Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg den Zusammenschluss.

Urs Bänziger
Drucken
Teilen
Spitex-Mitarbeiterinnen leisten heute vermehrt Einsätze für die Betreuung von Dementen und für die Palliativpflege. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Spitex-Mitarbeiterinnen leisten heute vermehrt Einsätze für die Betreuung von Dementen und für die Palliativpflege. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

In den nächsten 30 Jahren nimmt die Zahl der 65- bis 79-Jährigen um 40 Prozent zu. Und die Zahl der über 80-jährigen Personen wird sich verdoppeln. Diese rasante demografische Entwicklung stellt auch die Spitex-Organisationen vor grosse Herausforderungen. Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeitenden der drei Spitex-Vereine Uzwil, Wil-Land und Oberuzwil-Jonschwil-Lütisbürg über 72000 Arbeitsstunden geleistet. Ihr Einsatz für betagte Mitmenschen wächst kontinuierlich. Betreuung und Pflege werden vielseitiger und anspruchsvoller.

Angesichts dieser Entwicklung haben die Vorstände der drei Spitex-Vereine und die Gemeinderäte der acht Trägergemeinden beschlossen, eine Fusion zu ­prüfen. Unter der Leitung von Caroline Bartholet, Präsidentin des Spitex-Vereins Oberuzwil-Jonsch­wil-Lütisburg und Oberuzwiler Gemeinderätin, soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden.

Fusion soll nicht aus Kostengründen erfolgen

Wer dieser Arbeitsgruppe angehören wird, kann Caroline Bar­tholet noch nicht sagen. Im August will sie sich mit Christine Wirth, Präsidentin der Spitex Uzwil, und dem Präsidenten der Spitex Wil-Land, Alexander Bommeli, zusammensetzen. Ganz sicher würden aber Personen der Arbeitsgruppe angehören, welche mit den Dienstleistungen und den Herausforderungen der Spitex vertraut seien. «Wir prüfen die Fusion nicht aus Kostengründen. Ziel ist es, die Spitex auf die zukünftigen Aufgaben vorzubereiten», sagt Caroline Bartholet. Sie ist überzeugt, dass eine Zusammenlegung den drei Vereinen Vorteile bringen würde. «Betagte Personen wollen heute so lange wie nur möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Für Spitex-Mitarbeitende bedeutet dies, dass sie sich zunehmend auch um an Demenz erkrankte oder psychisch erkrankte Personen kümmern müssen.»

Auch die Palliativpflege werde immer bedeutender. Diese Entwicklung er­fordere von der Spitex eine Spezialisierung in der Aus-und Weiterbildung.

«In der Aus- und Weiterbildung arbeiten die drei Spitex-Vereine schon heute zusammen. Zudem haben sie ihre Betriebszeiten vereinheitlicht», sagt Caroline Bartholet. Mit der Zusammenlegung könnten Ressourcen gebündelt und in der Organisation und Verwaltung Synergien genutzt werden. Ein fusionierter Verein würde das Einzugsgebiet von 38 000 Einwohnern abdecken.

Neue Organisation ab 1. Januar 2019

Der Personalbestand der drei Vereine von zurzeit rund 70 Mitarbeitenden dürfte nach Einschätzung von Caroline Bartholet weiter wachsen. «Neben der Spezialisierung soll das Leistungsangebot quantitativ und qualitativ ausgebaut und professionalisiert werden. Für eine 24-Stunden-Betreuung oder den Pikettdienst hätte eine vergrösserte Spitex-Organisation sicher Vorteile.»

Die Arbeitsgruppe hat den Auftrag, Details zur Organisation, zum Personal, zu den Dienstleistungen und Finanzen sowie Statuten zu erstellen. Ihr zur Seite steht eine Beratungsfirma, die nach Auskunft von Caroline Bartholet Erfahrungen in der Zusammenlegung von Spitex-Organisationen hat. Ist der Entwurf ausgearbeitet, liegt es an den Gemeinden und vor allem an den rund 2800 Mitgliedern der drei Vereine, über den Zusammenschluss zu entscheiden. Sagen sie Ja zur Fusion, soll die neue Spitex-Organisation am 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Es wäre in der Region nicht die erste Fusion. Diesen Frühling wurde im Hinterthurgau mittels klarer Zustimmung beschlossen, die Spitex Tannzapfenland, Sirnach und Münchwilen-Eschlikon zu vereinen.