PFERDESPORT: Auf dem Sprung zum Erfolg

Der Henauer Springreiter Matthias Schibli überrascht beim Osterspringen in Amriswil mit Spitzenresultaten am Samstag in der Hauptprüfung und am Montag beim Grand Prix.

Peter Wyrsch
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Für Matthias Schibli mit seinen Holsteiner-Wallach Quno hat die Saison vielversprechend begonnen. (Bild: Daniela Ebinger)

Für Matthias Schibli mit seinen Holsteiner-Wallach Quno hat die Saison vielversprechend begonnen. (Bild: Daniela Ebinger)

Mathias Schibli aus Henau war eine der Trouvaillen am 98. Osterspringen in Amriswil. Bereits am Ostersamstag bei nasskalter Witterung trumpfte der dreifache Familienvater im Hauptevent über 145 cm auf. Im Sattel des neunjährigen Holsteiners Quno liess er sich im Stechen nur vom erprobten Luzerner Equipenreiter Paul Estermann mit Curtis Sitte schlagen. Und im GP am Ostermontag sorgte der 37-jährige St. Galler mit Rang 6 im Grand Prix auf höherer Stufe für Furore.

Die (endlich) einsetzende Sonne, die am Ostermontag 5000 Zuschauer ins Amriswiler Tellenfeld lockte, schien auch für Schibli. «Ich habe eine Riesenfreude», sagt der Henauer. Seit drei Jahren führt er zusammen mit Bruno Fuchs den Gillhof in Henau, wo seit Jahren und Generationen Pferde ausgebildet, eingestallt sowie Reiter und Reiterinnen ausgebildet werden. «Quno habe ich seit drei Jahren in meinem Beritt. Er hat einiges Vermögen, ist gutmütig und vorsichtig, aber auch sehr sensibel», sagt der Reitersmann.

Nuller im Normalparcours und qualifiziert für Barrage

Am Ostersamstag fehlten Schibli in der Barrage nur elf Hundertstel zum Sieg, den ihm Paul Estermann knapp wegschnappte. Im Grand Prix über Hindernishöhen von 150 cm, der sowohl zur Qualifikation für die Schweizer Meisterschaft der Elite als auch zum Schweizer Cup gehört, verblüffte das Paar erneut. Souverän meisterte Schibli mit dem neunjährigen, dunkelbraunen Holsteiner-Wallach, der im Besitze seiner Frau Natalie ist, sämtliche 13 Hindernisse im Normalparcours, die 16 Efforts verlangten. Neun von 64 gestarteten Teilnehmern erreichten die Barrage, darunter – überraschenderweise – auch Schibli. In dieser bewies er, dass sein Pferd über erstaunliche Qualitäten verfügt. Wohl fielen im Stechen in flottem Tempo zwei Stangen, aber Schibli rangierte letztlich als Sechster im Preisgeld und vor dem routinierten Niklaus Rutschi oder vor Bryan Balsiger, dem Europameister der Jungen Reiter.

Eigene Ambitionen mit Quno

«Ich bestritt mit Quno den ersten Grand Prix. Noch müssen wir Erfahrung sammeln. Aber ich spüre, dass er Anlagen für noch höhere Sprünge hat. Ich will meine Pferde aber nicht überfordern.» Bereits sollen erste Angebote für den bildschönen Holsteiner eingegangen sein. Doch Schibli hat eigene Ambitionen und vernünftige Vorstellungen.

Und er hat noch ein zweites Pferd im Köcher, respektive in seinen Zügeln. Es ist die elfjährige Holsteiner-Stute Cara Cuma, die im März am CSI in Gorla Minore in Italien Zweite in einem Weltranglisten-Springen über eine Höhe von 145 cm wurde. «Sie ist ein schnelles Pferd und hat in ihrem Palmarès schon einige S-Klassierungen und S-Siege», sagt der Aufsteiger, dessen Aufschwung vor zwei Jahren einsetzte. Kein Zweifel: Mathias Schibli segelt mit seinen Pferden im Aufwind. Das Osterspringen war erst der Anfang einer möglichen Erfolgsgeschichte.