Grosse Vorfreude: Pfadi Wolfensberg eifert ihrem 100-Jahr-Jubiläumsfest entgegen

1919 wurde die Pfadi Wolfensberg in Degersheim gegründet. Ein Jahrhundert später blickt die Abteilung auf ereignisreiche Zeiten mit Höhen und Tiefen zurück, schaut aber auch nach vorne: So sind die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest im Sommer bereits in vollem Gange.

Joëlle Ehrle
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Zelte aufbauen oder selbst ein Feuer entfachen – das ist es, was Pfadfinder seit eh und je begeistert. (Bilder: PD)

Zelte aufbauen oder selbst ein Feuer entfachen – das ist es, was Pfadfinder seit eh und je begeistert. (Bilder: PD)

«Das ist wirklich keine einfache Angelegenheit», antwortet «Tätsch» auf die Frage, ob es schwierig sei, aus 100 Jahren die schönsten und einschneidendsten Erlebnisse herauszupicken: «Es ist eine beachtliche Zeitspanne, die zu beurteilen ist und jedes Mitglied hat in dieser seine eigenen Favoriten.»

Als Ansprechpartner der Pfadi Wolfensberg ist «Tätsch», der ausserhalb der Pfadi Roman Ehrbar heisst, Teil des Organisationsteams der bevorstehenden Jubiläumsfeier vom 22. Juni. Für das Fest wird bereits seit einiger Zeit fleissig recherchiert und die Geschichte der Pfadi aufgearbeitet: «Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bedarf es einem durchmischten Team, sagt er und fügt an: «Diskussionen und Emotionen sind da sicherlich nicht auszuschliessen.»

Mehr Klarheit ab den 70er-Jahren

Vor 100 Jahren beginnt die Geschichte der Pfadi mit der Gründung der Abteilung durch einige Degersheimer. Eine zentrale Rolle dürfte dabei Ernst Zellweger gespielt haben, welcher 1920 in der Bestandsmeldung als Feldmeister aufgeführt ist.

Tätsch sagt, es sei schwierig, alle Informationen der vergangenen 100 Jahre ausfindig zu machen, zumal die Unterlagen erst ab den 70er-Jahren im Besitz der Pfadiabteilung sind: «Man hat nur das aufbewahrt, was man als notwendig einstufte.» So wisse der Verein, ausser einem Bericht über die Gründung 1919, nicht viel mehr über die Anfänge der Pfadi: «Vieles bleibt wohl in der Geschichte versunken.»

So ist auch noch nicht restlos geklärt, ob die Abteilung durchgehend existiert hat, oder ob es ein Loch in der Geschichte der Pfadi Wolfensberg gibt. Doch: «Zum Glück hat sich immer wieder jemand gefunden, der die Pfadi weiterführte», sagt das langjährige Pfadimitglied.

Viele verborgene Schätze zu entdecken

Zum 100-Jahr-Jubiläum kann die Pfadi Wolfensberg auf viele schöne Erlebnisse zurückblicken: Atemberaubende Lagerplätze, gemeinsam gemeisterte Herausforderungen und jährlich wiederkehrende Sommer- und Herbstlager bilden Höhepunkte im Jahresprogramm, über die man gerne spricht. Manchmal stösst das Organisationsteam während der aktuellen Stöbereien in der Vergangenheit aber auch auf Überraschungen: «Haben Sie gewusst, dass es im Knies Kinderzoo in Rapperswil Delfinshows gab? Unsere Pfadis waren da hautnah mit dabei», sagt Tätsch.

Auch, sagt er, gehöre der Ausbau des Pfadiheims zu den Highlights der vergangenen Ereignisse. Das Haus an der Wolfensbergstrasse in Degersheim wurde 1996 mit viel Freiwilligenarbeit und vereinten Kräften nach den Wünschen der Pfadi gestaltet. Es bildet heute den Mittelpunkt der regelmässigen Samstagnachmittags-Aktivitäten.

Die Pfadi als Lebensschule

Das Pfadileben erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit, denn in der Pfadi gelernte Fähigkeiten sind in vielen Lebensbereichen von Nutzen. Laut Tätsch seien Kinder begeistert, wenn sie in der Pfadi etwas ausprobieren können und nicht unter Leistungsdruck stehen. «Wenn man etwas selbst erlebt hat und dabei auch Fehler machen kann, lernt man am meisten», begründet der auch als Lagerleiter tätige, Pfadfinder.

Aktuell zählt die Pfadi Wolfensberg um die 40 Mitglieder. Hinzu kommen Abteilungskomitee und Passivmitglieder. Natürlich wünsche man sich mehr, doch diese Anzahl hat auch Vorteile: «Jeder kennt jeden.»

Roman Ehrbar alias Tätsch: «Es ist anders, als sich auf ein Lager vorzubereiten.»
Organisationsmitglied Roman Ehrbar alias Tätsch

Organisationsmitglied Roman Ehrbar alias Tätsch

Obwohl die Organisatoren frühzeitig mit den Vorbereitungen der Jubiläumsfeier begonnen haben, wird die Liste der Aufgaben immer länger: «Es ist anders, als sich auf ein Lager vorzubereiten», sagt Tätsch. Dennoch ist man zuversichtlich, dass man am 22. Juni bereit sein wird, und freut sich auf das anstehende Fest. Vielmehr aber auf die Abenteuer, welche die Mitglieder der Pfadi Wolfensberg in den nächsten Jahren – hoffentlich protokolliert – gemeinsam erleben werden.

Hinweis

Das Jubiläumsfest am 22. Juni findet ab 17 Uhr beim Pfadiheim statt. Weitere Informationen unter www.pfadiwolfensberg.ch.

Pfadi startet mit neuer Biberstufe

DEGERSHEIM. Die Pfadi Wolfensberg startet mit der neuen Biberstufe (Kindergartenstufe). Zur Biberstufe gehören Mädchen und Knaben zwischen vier und sieben Jahren, wobei der Stichtag der Kindergarteneintritt darstellt.

Der rollende Käse der Pfader

Am Samstag war in Degersheim Wochenmarkt – für einmal aber kein ganz gewöhnlicher. Denn die einheimische Pfadi sorgte mit ihrer Käseroll-Meisterschaft für Aufsehen. Trotz Nebels und leichten Regens rollten Jung und Alt die Käse-«Dummies» über den Dorfplatz – und hatten ihren Spass daran.
Zita Meienhofer