Petri Heil bis Ende September

Mit dem 15. März endete früher in vielen Fischereigebieten die Schonfrist. Fischen dürfte man aber eigentlich schon ab dem 1. Februar. Der zweite Monat im Jahr ist aber sowohl den Fischern als auch den Fischen zu kalt, weshalb Mitte März in vielen Vereinen beibehalten wurde.

Martina Signer
Drucken
Teilen
Einige Fischer versuchten gestern an der Fischereieröffnung ihr Glück im «Kanu-Rank» an der Thur. Den Fischen war es aber noch etwas zu kalt. (Bild: Martina Signer)

Einige Fischer versuchten gestern an der Fischereieröffnung ihr Glück im «Kanu-Rank» an der Thur. Den Fischen war es aber noch etwas zu kalt. (Bild: Martina Signer)

BÜTSCHWIL. «Sie beissen heute nicht», ruft Hans Hofstetter vom Fischereiverein Thur Fischereiaufseher Christoph Mehr zu. Er steht während der Fischereieröffnung schon etwa eine Stunde beim so genannten «Kanu-Rank» unterhalb des Soorparks und versucht sein Glück. Doch es ist einfach noch etwas zu frisch. Christoph Mehr misst die Wassertemperatur und bestätigt diese Vermutung: Die kalten 5,4 Grad locken die Bachforellen nicht aus ihren Verstecken.

Auch Barben, Alet und Äschen lassen sich nicht blicken, wobei letztere sowieso unter Schutz stehen und nicht entnommen werden dürfen. «Beisst trotzdem eine an, muss sie der Fischer möglichst schonend wieder in den Fluss entlassen», sagt Christoph Mehr. Die Äsche sei vom Aussterben bedroht.

Schonfrist: September bis März

Am häufigsten kommt in der Thur die Bachforelle vor. Doch auch diese wollen nicht anbeissen. «Wahrscheinlich ist das Wasser nebst der Kälte viel zu klar», vermutet Christoph Mehr und deutet auf die Thur, bei der man bis auf den Grund sehen kann. Die Fische merken sofort, wenn sich an der Oberfläche etwas tut, und wenn gleich vier Fischer mit ihren Angeln dastehen, werden die wechselwarmen Tiere, die sich der Wassertemperatur anpassen, schnell misstrauisch und verstecken sich. Deshalb haben auch viele Fischereivereine die Schonfrist bis Mitte März beibehalten. Denn laut Gesetz dürfte schon im Februar gefischt werden. Dieser Monat ist aber sowohl den Fischern als auch den Fischen noch zu kalt. Die Schonfrist beginnt jeweils am 1. Oktober. Dann will man den Fischen die Gelegenheit geben, sich auf die kräftezehrende Laichzeit vorzubereiten. «Die Männchen streiten sich dann um die Weibchen und diesen steht ebenfalls eine anstrengende Zeit bevor», erklärt der Fischereiaufseher. Bei dem strahlendem Wetter der letzten Tage lockte es schon den einen oder anderen Fischer aus dem Haus, auch wenn vielleicht von vornherein klar war, dass die Fische bei diesem Aufmarsch und bei der Kälte noch nicht gross anbeissen werden.

Doch Hans Hofstetter bringt es auf den Punkt: «Es steht nicht das Fangen im Vordergrund, sondern das Erlebnis.» Er fischt vor allem aus Freude an der Natur und sucht im Fischen Erholung. Er weiss, dass die Fische bei diesen Temperaturen noch nicht so aktiv sind, geniesst aber die frische Luft und kann bei diesem meditativen Hobby vom Alltag abschalten.

Chemikalien und Schadstoffe

Laut Christoph Mehr gibt es heute nicht mehr so zahlreiche Fische in der Thur wie früher. Warum? «Wenn wir das so genau wüssten, könnten wir mehr dagegen unternehmen», so der Experte. Natürlich spielen chemische Stoffe, die das Wasser verunreinigen, eine Rolle. Alle Medikamente, welche die Menschen aufnehmen, landen früher oder später im Wasser. Auch Düngemittel und Pestizide stören den Fischbestand. Christoph Mehr setzt darauf, dass die Abwasserreinigungsanlagen aufgerüstet werden, um noch mehr Chemikalien und Schadstoffe aus dem Wasser zu filtern, bevor es in die Gewässer gelangt.