Pessimistisch budgetiert

Die Gemeinde Oberuzwil hat in den vergangenen Jahren in finanzieller Hinsicht einen grossen Schritt nach vorn getan. Das erhellt die Entwicklung des Eigenkapitals.

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Die Gemeinde Oberuzwil hat in den vergangenen Jahren in finanzieller Hinsicht einen grossen Schritt nach vorn getan. Das erhellt die Entwicklung des Eigenkapitals. Stand die Gemeinde im Jahr 2004 noch mit 12 Millionen Franken in der Kreide, konnte sie in der Folge kontinuierlich ein Vermögen von 6 Millionen Franken anhäufen. Die gute Finanzlage erlaubt es, Nettoinvestitionen vollumfänglich mit Vor- und Spezialfinanzierungen zu decken. Und die in den nächsten Jahren prognostizierten Defizite mit dem Eigenkapital auszugleichen.

Der Bevölkerungszuwachs hat dazu beigetragen, dass Steuererträge weiter gewachsen sind. Oberuzwil, einst Ausgleichsgemeinde, hat bezüglich Steuerkraft zugelegt und befand sich Ende vergangenen Jahres im 29. Rang von 85 St. Galler Gemeinden. Mit einem Wermutstropfen allerdings: Erhält die Gemeinde doch dadurch weniger Mittel aus dem kantonalen Ressourcenausgleich.

Angesichts des guten Rechnungsabschlusses ist die Frage nach einer Senkung des Steuerfusses nicht aus der Luft gegriffen. Doch die kantonalen Sparpakete, welche die Gemeinde arg beuteln, haben diese Pläne durchkreuzt. Ohne diese Sparmassnahmen hätte Oberuzwil den Steuerfuss locker um fünf bis sieben Prozentpunkte senken können.

Der Gemeinderat hatte für 2012 ein Defizit veranschlagt. Stattdessen resultierte ein satter Gewinn. Das ist zwar erfreulich. Angesichts der grossen Abweichung muss sich die Exekutive aber den Vorwurf gefallen lassen, allzu pessimistisch budgetiert zu haben. Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch