Per Velo die Hecken erkundet

REGION. Für einmal lud der Naturschutz Niederhelfenschwil-Zuzwil nicht zu einem Arbeitseinsatz, sondern zu einer Velotour ein. Sie führte zu Hecken, die gepflanzt und gepflegt wurden.

Ernst Inauen
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Peter Siegrist weist auf einen Heckenstreifen bei Lenggenwil hin. (Bild: ei.)

Peter Siegrist weist auf einen Heckenstreifen bei Lenggenwil hin. (Bild: ei.)

Präsidentin Ruth Niedermann begrüsste die wetterfeste Gruppe. Einleitend sagte sie: «Hecken verbinden und vernetzen trockene und nasse Biotope, sie prägen die Landschaft und bieten Lebensraum für kleine und grössere Lebewesen.»

Pflanzen und pflegen

Mit dem Pflanzen allein sei es nicht getan. Es bedürfe regelmässiger Pflege, die zum Teil durch Landwirte gegen Entschädigung ausgeführt würden. Auch der Verein lade jährlich zu Arbeitseinsätzen ein, die von den Mitgliedern ehrenamtlich geleistet werden. Der erste erfolgte 1996 mit dem Pflanzen von 566 Sträuchern an einer Böschung bei der Mühle Zuckenriet. Erster Heckenmeister war Bernhard Herbert; ihm folgte Erich Flammer, bevor Peter Siegrist das Amt übernahm. Als erstes Objekt besichtigten die Teilnehmer der Velotour ein vereinseigenes Biotop beim Treffpunkt in Lenggenwil. Hinter dem Wäldchen konnte der Naturschutz 2004 ein Grundstück mit Magerwiese, Riet und Wasserstellen kaufen. Die Parzelle umfasst eine Fläche von 3300 m². Ein Pächter pflegt die Wiese gemäss GAöL (Gesetz über die Abgeltung ökologischer Leistungen) und unterhält die Sumpf- und Wasserstellen nach den Wünschen des Vereins. Ein zweites Grundstück kaufte der Verein 2003 in Zuckenriet. Der 5250 m² grosse Gehölz- und Wiesenstreifen an der Böschung musste gemäss Landwirtschaftsamt aufgewertet werden. Der Naturschutz schloss mit der Gemeinde einen GAöL-Vertrag ab.

Zuzwiler Riet

Ruedi Peter, Zuzwiler Gemeinderat, berichtete beim Halt im Zuzwiler Riet über die Tätigkeit des Vereins in diesem Flachmoor von nationaler Bedeutung. Das Riet ist etwa 80 000 m² gross. Im Rahmen eines Aufwertungskonzeptes entschied sich der Gemeinderat zur Förderung und Erhaltung des Riets. In die Arbeitsgruppe war der Naturschutzverein einbezogen. Peter erklärte, dass zu den bestehenden Hecken neue gepflanzt wurden, was nun einen rund ein Kilometer langen Heckenstreifen ergebe. Für den Unterhalt wurden die Landwirte mit GAöL-Verträgen verpflichtet. Auch der Naturschutz übernimmt gewisse Unterhaltsleistungen. An weiteren Standorten wurden aufgrund des Vernetzungsprojekts der Gemeinden Niederhelfenschwil und Zuzwil Hecken gepflanzt: Vor zwei Jahren beispielsweise pflanzte eine Gruppe entlang des Weges zum Lenggenwiler Weiher Hecken. Beim Riet übernahm der Naturschutz nach der Aufhebung der Gärten eine Bepflanzung.