PARTY: Hip-Hop statt Besinnlichkeit

Im Jugendtreff Flawil ging die Post ab. Die über 120 Besucherinnen und Besucher feierten mit viel Musik, Kebaps, Billard, Tischfussball und Breakdance ihr ganz eigenes Weihnachtsfest.

Christoph Heer
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Christoph Heer

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Da war definitiv noch nicht viel von stiller Nacht und heiliger Nacht zu spüren. Brauchte es auch nicht, denn die Jugendlichen feierten ihre Christmas Party schon am Freitagabend, also 24 Stunden bevor das Christkind zu Hause auftauchte. Gut 120 Teenager im Alter zwischen 13 bis 16 Jahren versammelten sich im Jugendtreff Enzenbühlschulhaus. Einige Stunden ohne Eltern, ohne Weihnachtsbaum und (noch) ohne Geschenke, das liessen sie sich nicht entgehen. Jugendarbeiter Tobias Marti hat mit seinem Team einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend organisiert. Einer der vielen Höhepunkte war der Liveauftritt des Hip-Hop-Duos Nasty Monkey. Seine elektrisierende Show bewog die Zuschauer zum Mittanzen – die Stimmung stieg von Minute zu Minute. Regelmässige Besucher sind Armend Farizi (15) und Enver Edipi (14), beide aus Flawil. Wohl schon im Weihnachtsfestmodus angekommen, meinten die beiden, dass es an diesem Abend kein Halten geben wird. «Schaut mal, wir haben hier Billard, Tischfussball, eine Menge Kollegen und super tolle Frauen, also cooler kann es nicht mehr werden.» Fast ebenso euphorisch tönte es bei Hassan Angi. Der Koch vom einheimischen Zentrum-Kebap-Haus wusste beinahe nicht, wie ihm geschieht. «Unglaublich. Ich habe innert kürzester Zeit über 70 Kebaps verkauft, was für ein super Weihnachtsgeschäft.» Betont werden will demnach, dass die Preise für Kebaps und Tranksame ungemein jugendfreundlich waren, das betonte so auch Mauro Mattioli aus Flawil. «Wenn es so günstig ist, kauft man gerne etwas mehr.» Der 13-Jährige zeigte auch mehrmals sein Talent beim Tischfussball. Nachdem er als Torhüter die Abschlussversuche des gegnerischen Stürmers entschärft hatte, versenkte er einen Ball nach dem anderen im Tor auf der Gegenseite. Die bewundernden Blicke seiner vorwiegend weiblichen Fans hatte er so auf sicher.

Jugendliche mit einbeziehen

Es lag an DJ Kitchen, dass sich die musikalische Umrahmung der Christmas Party auf hohem Level befand. Unterbrochen wurden die stampfenden Beats der Hip-Hop und Rap-Songs lediglich dann, wenn die Jungs sich am Boxautomaten massen. Gefallen am ganzen Treiben ohne viel Besinnlichkeit fand auch Nina Stefanova (16). «Ich bin erst das zweite Mal hier, muss aber sagen, da geht schon die Post ab. Es sollte mehr solche Partys geben hier», sagte die Flawilerin. Dass sich so viele Jugendliche austoben und amüsieren können, darf den vier Mitarbeitern der Flawiler Jugendarbeit angerechnet werden. Jugendarbeiter Tobias Marti betont, dass vielfach bei Organisationsarbeiten auch die Jungen mit einbezogen werden. Chancen, die häufig wahrgenommen werden und bei denen sich schnell herauskristallisiert, wer zu höheren Aufgaben berufen werden kann.