PARTIZIPATION: «Ein solches Werk muss Bezug zur Region haben»

SVP-Politiker Erwin Böhi fordert vom Wiler Stadtrat, das Volk über das Projekt Kunst am Bau im Sportpark Bergholz bestimmen zu lassen. Den Entscheid der städtischen Jury findet er unverständlich.

Drucken
Teilen

Was beim Mittagessen für Wiler Schulkinder schon auf Kritik ­gestossen war, kommt auch im Kunstbereich nicht gut an: die Auftragsvergabe an Externe. Doch genau das steht beim Projekt Kunst am Bau im Sportpark Bergholz bevor. Eine Jury hat aus 56 Bewerbungen sechs Favoriten ausgewählt. Davon kommt allerdings keiner aus der Region, obwohl auch lokale Kunstschaffende an der Ausschreibung teil­genommen hatten. Darunter das Künstlerkollektiv Ohm 41, das mit Enttäuschung und Unverständnis auf den Entscheid reagierte (diese Zeitung berichtete). Der Wiler Stadtparlamentarier und Kantonsrat Erwin Böhi (SVP) hat nun eine Anfrage mit dem Titel «Kunst am Bau Sportpark Bergholz: Partizipation bei der Auswahl des Siegerprojektes» eingereicht. Wie der Name dieses Vorstosses andeutet, fordert Böhi, dass das Volk beim Kunst am Bau mitreden kann. Für die Auswahl der Stadt fehlt ihm jegliches Verständnis. Diese sei nur schon «rein politisch ungeschickt», sagt er. «Die 120 000 Franken für das Projekt Kunst am Bau bezahlt schliesslich der ­Wiler Steuerzahler.» Für Böhi ist ­zudem klar: «Ein solches Werk muss einen Bezug zur Region aufweisen, und je weiter her man die Kunstschaffenden holt, desto weniger ist dieser Bezug gegeben.» Der SVP-Politiker ist überzeugt davon, dass die Stadt gar nicht daran interessiert war, regionale und lokale Künstler miteinzubeziehen. Im Gegenteil. Für Böhi deutet alles darauf hin, dass die Regionalität gar ein Ausschlusskriterium war. «Ansonsten hätte der Stadtrat aus politischen Überlegungen wenigstens einen lokalen Kandidaten in die engere Auswahl genommen», sagt er. «Vielleicht erachtete das Gremium die hiesige Kunst als zu provinziell.»

In seiner Anfrage möchte Erwin Böhi vom Stadtrat wissen, ob dieser bereit wäre, den Entscheid über das Siegerprojekt Kunst am Bau der Wiler Bevölkerung zu überlassen. Dies im Rahmen eines in geeigneter Form durchzuführenden Partizipationsprozesses. «Es bedarf dazu keiner Urnenabstimmung», sagt Böhi. Eine Möglichkeit könne beispielsweise sein, dass man verschiedene Modelle öffentlich ausstelle – etwa im Stadtsaal. Das interessierte Volk, welches die Jury ersetzt, könne dann den ­jeweiligen Favoriten mit einem Kreuzchen markieren. Welche Art des Partizipationsprozesses stattfinden soll, möchte Böhi aber dem Stadtrat überlassen. Wichtig ist ihm einzig, dass die Bevölkerung mitentscheiden kann.

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch