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Parteiideologie ist hier fehl am Platz

Erika Häusermann lehnt einen vom Stadtrat geprüften Ausbau der Arbeitsintegration strickt ab. Ohne eigene Lösungen für das Problem der steigenden Sozialhilfekosten der Stadt Wil zu bringen, geht das nicht, findet Redaktor Gianni Amstutz. Zudem sei es Zeit, Stellengesuche nach rationalen Kriterien zu beurteilen.
Gianni Amstutz
Gianni Amstutz, Redaktor Wiler Zeitung.

Gianni Amstutz, Redaktor Wiler Zeitung.

Wenn es um zusätzliche Stellen in der Verwaltung geht, stimmen die Bürgerlichen im Stadtparlament fast schon gebetsmühlenartig in den Chor der Ablehnung ein. Die Führung und Organisation des Departements müsse verbessert werden, heisst es jeweils. Konkrete Verbesserungsvorschläge hört man jedoch nicht. Das ist auch aus wahlkampftaktischen Gründen praktisch: Ist das Problem tatsächlich auf fehlende Personalressourcen zurückzuführen und man genehmigt den Ausbau nicht, kann man dies bei den nächsten Wahlen nutzen und den zuständigen Stadtrat verantwortlich machen.

Es ist müssig, über den Grund für die Sozialhilfequote zu diskutieren. Die Ursachen liegen nicht in den Händen des Stadtrats. Die hohe Sozialhilfequote auf eine verfehlte Willkommenskultur zu schieben, widerspricht nicht nur den Zahlen, es ist schlicht zynisch. Gerade Personen, die tatsächlich auf Sozialhilfe angewiesen sind, haben die Hilfe der Stadt verdient. Für jene, die das System ausnutzen, gibt es gesetzliche Bestimmungen. Diese konsequent umzusetzen, ist jedoch nicht zuletzt auch eine Frage der Personalressourcen. Mehr Personal gleich mehr Kontrolle.

Es ist Zeit, ideologisch-geprägte Argumente hinter sich zu lassen und Stellengesuche rational zu beurteilen. Es ist Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen, wonach man gute Stellen bewilligen werde. Zu diesen Stellen zählen die vom SJA ins Auge gefassten zweifellos. Dass man mit mehr Betreuung mehr erreicht, dürfte klar sein. Bei Kosten von jährlich 24000 Franken pro Sozialhilfefall rechnen sich zusätzliche Stellen schnell einmal. Doch nicht nur finanzielle Aspekte sprechen für einen Ausbau der Arbeitsintegration. Personen, die ansonsten vielleicht in der Sozialhilfe stecken bleiben würden, bekämen dadurch die notwendige Unterstützung.

Das wird in der ganzen Diskussion um Sozialhilfebezüger aufgrund einiger Negativschlagzeilen häufig vergessen: Bei der Sozialhilfe geht es in erster Linie um Menschen, die aus dem System gefallen und auf die Hilfe des Staats angewiesen sind, um wieder auf die Beine zu kommen. Wer hierzu nicht ja sagt, braucht Argumente. Einfach das Parteiprogramm zu wiederholen, ohne alternative Lösungsvorschläge zu bieten, reicht nicht.

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