Palette an Ausdrucksformen

Kräftig sind die Farben in den Bildern von Johanna Schneider aus St. Gallen. Ihre Kunst eröffnet das zweite Halbjahr in der Galerie zur alten Bank.

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In ihren Bildern setzt Johanna Schneider verschiedene Techniken und Materialien ein. (Bild: pd)

In ihren Bildern setzt Johanna Schneider verschiedene Techniken und Materialien ein. (Bild: pd)

NIEDERUZWIL. Klar sind Rot, Blau, Grün und Gelb in der digitalen Kunst von Johanna Schneider, in den gemalten Bildern aber auch pastellig zart. Genauso deutlich sind die Sujets: Lippen, ein weiblicher Torso oder Köpfe von Kühen. Manchmal aber auch abstrakt, geradezu philosophisch im Verarbeiten von Pan Art: Der Begriff bezeichnet die Technik, die Farben zu mischen und zu verarbeiten. Dann aber verweist die Künstlerin auch auf Heraklits «panta rei – alles fliesst».

In der Vielfalt austoben

Johanna Schneider scheint sich in den Techniken und Materialien auszutoben: Digital auf unterschiedliche Art verarbeitete Fotos bringt sie auf verschiedene Bildträger: Acrylglas oder Aluminium, manchmal auch Blech, das sich weiterbearbeiten lässt. Die Ausstellung in der Galerie zur alten Bank konzentriert sich auf ihre digitalen Mosaike. Sie erinnern mit ihren Motiven an Pop Art, die Motive der Alltagskultur überdimensional vergrössert. Doch auch die Bausteine der Mosaike bestehen aus bekannten Motiven, die den Betrachter zu fragen scheinen: «Woraus bestehen die Bilder, die du dir in deinem Kopf formst?»

Ganz anders in den Collagen und gemalten Bildern. Hier scheinen die Frage nach der weiblichen Rolle und die Freude an der eigenen Weiblichkeit im Vordergrund zu stehen. Ob Köpfe von Schaufensterfiguren Allongeperücken aus Bauschaum erhalten, Damenschuhe zum Ausstellungsstück mutieren oder Ausschnitte aus Modezeitschriften hinter St. Galler Spitzen verschwinden – Frauen lassen Bilder von sich entstehen und unterwerfen sich ihnen.

Vernissage morgen Samstag

Diese breite Palette an Ausdrucksformen führt zu einer farbenfrohen Ausstellung. Beim Betrachter kann sie zahlreiche Fragen aufwerfen. Für die Künstlerin stehen aber die Gefühle im Vordergrund: Die Stimmung eines Moments möchte sie einfangen und die Besucher auffordern, sich mitreissen zu lassen und den eigenen Gefühlen zu begegnen. Die Vernissage von morgen Samstag, 16 Uhr, ist öffentlich, alle Interessierten sind dazu eingeladen. (pd)