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ORIENTIERUNGSLAUF: Die Kontrahenten sind Kollegen

Daniel Hubmann und Matthias Kyburz tragen wesentlich zum grandiosen Abschneiden der Schweizer an der Heim-EM bei. Das Spannende: Sie sind Widersacher, spannen für den Erfolg aber zusammen.
Jörg Greb
Matthias Kyburz (links) und Daniel Hubmann triumphierten zum Auftakt der EM zeitgleich im Sprint. (Bild: Davide Agosta/KEY (Mendrisio, 6. Mai 2018))

Matthias Kyburz (links) und Daniel Hubmann triumphierten zum Auftakt der EM zeitgleich im Sprint. (Bild: Davide Agosta/KEY (Mendrisio, 6. Mai 2018))

Jörg Greb

regionalsport@wilerzeitung.ch

Hubmann gegen Kyburz – neu ist das Duell der beiden nicht. Richtig begonnen hat es 2012, als der damals 29-jährige Daniel Hubmann als bereits Dreifacher-Einzel-Weltmeister, Europameister und vierfacher Weltcup-Gesamtsieger auf die Heim-WM in Lausanne verletzungsbedingt verzichten musste. Der sieben Jahre jüngere Matthias Kyburz wurde (Sprint-)Weltmeister und löste den Hinterthurgauer im Weltcup für zwei Saisons ab.

Abschreiben aber liess sich Hubmann nicht. Fast stärker als zuvor kehrte er zurück. Und er entthronte den Teamkollegen wieder – oder hievte sich zumindest auf dasselbe Level. Die Weltcup-Wertungen 2014 und 2015 holte sich Hubmann, und an den internationalen Meisterschaften entpuppte er sich als der grosse Widersacher von Kyburz.

Königsdisziplin gehört noch immer Hubmann

Und nun also die Fortsetzung des Duells. Erstmals findet es auf heimischem Terrain statt: an der EM dieser Woche im Tessin. Der Auftakt hätte nicht brisanter ausgehen können: zeitgleich nach 14:44 Minuten und 27 Kontrollposten, doppeltes Gold im Sprint. «Komisch und cool zugleich», sagten beide nach dem seltenen Verdikt. Dass jeder noch lieber allein ganz zuoberst gestanden hätte, liess sich erahnen. Hubmann sagte: «Lieber so, als um eine Winzigkeit am Titel vorbei.»

Nach dem Mitteldistanzrennen, in dem Kyburz den zweiten Titel an dieser EM holte und Hubmann durch einen Fehler auf Rang sieben durchgereicht wurde, kämpfen die beiden heute mit Florian Howald um den Staffeltitel. Und morgen Sonntag geht es über die Langdistanz um jene Goldmedaille, die nach wie vor am meisten Gewicht hat. Hubmann ist der Titelverteidiger der EM 2016. Und Kyburz hat nur in dieser Disziplin noch nie auf höchster Stufe gewonnen.

Sosehr die beiden den Sieg anstreben, aus dem Weg gehen sie sich nicht. Vielmehr anerkennen und schätzen sie sich gegenseitig. Und sie profitieren voneinander – sei dies im Nationalteam, sei es im Trainingsalltag. Seit Jahren wohnen beide in Bern. Mehrmals wöchentlich trainieren sie im nationalen Leistungszentrum (NLZ) zusammen. Das Krafttraining zählt dazu, ebenso aber fordernde Intervalleinheiten oder spezifische OL-Trainings. «Hubmann und Kyburz haben so stets den Vergleich mit der Weltklasse», sagte NLZ-Leiter Remo Ruch. «Und nicht nur sie profitieren, sondern alle andern ebenso.»

Ein Luxus an Breite im Schweizer Männerteam

Und natürlich gilt diese Aussage auch bezogen auf das Nationalteam. Hubmann wie Kyburz üben eine Sogwirkung aus. Auf sich gestellt sind die beiden Zugpferde indes nicht. «Gerade im Schweizer Männerteam verfügen wir über einen Luxus an Breite», sagt die Leistungssportverantwortliche Christine Lüscher. «Da pushen, unterstützen und profitieren alle.» Nebst Daniel Hubmann und Matthias Kyburz kann auch von Fabian Hertner sowie Florian Howald schon einiges erwartet werden.

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