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Orientierungsläuferin Marcia Mürner investiert alles für ihr grosses Ziel: «Beim Laufen habe ich Zeit für mich»

Eine Fussverletzung im Jahr 2017 hat die Entwicklung der heute 21-jährigen Marcia Mürner gebremst. Nun strebt die Athletin der OL Regio Wil den Sprung ins Nationalkader an. Dafür trainiert sie täglich. Am Wochenende startet die ETH-Studentin an den Schweizer Staffel- und Teammeisterschaften in Wil.
Tim Frei
Orientierungsläuferin Marcia Mürner wird am Wochenende ihre erste Saison bei der Elite beenden. (Bilder: Urs Bucher)

Orientierungsläuferin Marcia Mürner wird am Wochenende ihre erste Saison bei der Elite beenden. (Bilder: Urs Bucher)

Sie freuten sich alle auf die Premiere. Marcia Mürner und die international besonders erfolgreichen Brüder Martin und Daniel Hubmann, die zusammen auf neun Weltmeistertitel kommen, wollten am Sonntag an den Schweizer Staffelmeisterschaften in Wil erstmals zusammen einen Orientierungslauf bestreiten. Doch daraus wird nun nichts. Der Grund: Martin Hubmann verletzte sich an den Militärweltspielen in China am Oberschenkel. Julian Bleiker wird seinen Part übernehmen.

Mürner kann ihre Enttäuschung wenige Tage vor dem Wettkampf nicht verstecken. «Das ist schade. Ich habe mich sehr gefreut, den ersten gemeinsamen OL mit Martin und Daniel in meiner Heimat zu bestreiten», sagt die 21-Jährige. Es wäre in der Tat ein spezieller Auftritt gewesen, sind doch Marcia Mürner und Martin Hubmann seit drei Jahren ein Paar.

U18-Meisterin im Sprint und in der Langdistanz

Mürner, die mit elf Jahren von Freiburg nach Bronschhofen zog, begann erst als 14-Jährige mit OL. Umso bemerkenswerter ihr Aufstieg bei den Juniorinnen bis ins Nationalkader. Ihr erfolgreichstes Jahr war 2016, in dem sie bei der U18 den Meistertitel im Sprint und der Langdistanz gewann, die nationale Gesamtwertung für sich entschied und mit der Staffel am Jugend-Europacup in Schottland triumphierte.

In ihrer Altersklasse entwickelte sich Mürner national zum Mass aller Dinge. Der verdiente Lohn war die Auszeichnung als Wiler Nachwuchssportlerin des Jahres 2016.

Nach Fussbruch muss sie die Ausdauer wieder aufbauen

Keine Frage, Mürner galt als grosse Nachwuchshoffnung. Doch dann kam das Jahr 2017, in dem sie einen Fussbruch erlitt. Eine Verletzung, die sie in ihrer Entwicklung bremste. «Ich habe an Ausdauer verloren, und musste mir das wieder erarbeiten», so Mürner. Eine grosse Herausforderung, verfügte sie doch nicht wie andere Läuferinnen im gleichen Alter über zehn Jahre Basistraining.

Die Athletin musste sich ihr Niveau mit Trainingsfleiss also zuerst wieder erarbeiten. Das war eigentlich nichts Neues für sie. Bereits als Juniorin musste sie viel investieren, um ihren Rückstand als Spätstarterin wettzumachen. Doch 2019, ihrem ersten Jahr in der Elite, wird ihr immer mehr bewusst, dass es auf diesem Level schwieriger wird, den Anschluss zu schaffen.

In der Anschlussgruppe statt im Kader

Das hat auch mit ihrer Ausgangslage zu tun. Mürner ist nicht wie bei den Junioren im Nationalkader, sondern in der Anschlussgruppe. Sie darf zwar einige Trainings mit den besten Schweizer Frauen absolvieren, doch den grossen Rest muss sie selber bestreiten und organisieren. Das macht es in der Tat anspruchsvoller. An ihrem grossen Ziel, den Sprung ins Kader zu schaffen, ändert das jedoch nichts. Mürner, die über eine grosse Willensstärke verfügt, investiert dafür alles.

Sie trainiert nun täglich. Daneben studiert sie im zweiten Jahr an der ETH Zürich Gesundheitswissenschaften und Technologie, was dem Trainingspensum noch eine andere Note gibt. Für Mürner, die mit ihrem Freund in Zürich Schwamendingen wohnt, ist das allerdings nicht aussergewöhnlich. «Für mich war immer klar, dass ich nach den Vorlesungen nicht nach Hause gehe, sondern zuerst noch trainiere. Schon während der Kanti-Zeit ging ich nach den Lektionen laufen.»

Nach zwei Wochen Pause beginnt bereits wieder die Saisonvorbereitung

Doch es bleibt die Frage: Wann hat Mürner überhaupt Zeit zum Abschalten? «Im Training! Dort muss ich weniger beziehungsweise anders überlegen als im Studium». Die Orientierungsläuferin ergänzt:

«Während des Laufens kann ich gut herunterfahren. Vor allem aber habe ich dabei Zeit für mich – das ist in der heutigen Zeit ein grosses Privileg.»

Wenn die OL-Saison nach den Wettkämpfen in Wil endet, nimmt sich Mürner eine Trainingspause von zwei Wochen, ehe sie mit der Vorbereitung auf 2020 beginnt. Es passt zu ihr, dass sie vor dieser Auszeit Respekt hat: «In den Ferien habe ich ohne das Laufen immer das Gefühl, mir fehle was».

OL-Szene trifft sich in Wil

Die letzten zwei nationalen Meisterschaftsentscheidungen finden 2019 am Wochenende in Wil statt. Veranstalterin ist die OL Regio Wil. Am Samstag steigt der Team-OL in der Dietschwiler Höchi. Marcia Mürner wird mit Vera Künzi und Valerie Widmer starten. Am Sonntagnachmittag findet die Sprint-Staffel statt. Mürner wird mit Lena Imhof, Daniel Hubmann und Julian Bleiker ein Team bilden. Am Morgen stehen der Sprintwettkampf und der City-OL an, der für Einsteiger ausgerichtet ist. Familien können gratis teilnehmen. Anmeldung und Besammlung ist bei der Kantonsschule Wil. (tm)

Mehr Infos unter: www.sof2019.olregiowil.ch

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