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Orgel hat ihren Charakter zurück

Mit dem Orgelkonzert vom Freitag und dem Festgottesdienst vom Sonntag ist die Revision der Orgel in der Christkönigskirche Niederuzwil abgeschlossen. Ein alter Schatz strahlt neu.
Cecilia Hess-Lombriser
Alwin Waldhoff (links), Hauptorganist, und der Orgelbauer Andreas Zwingli spielen konzentriert vierhändig. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Alwin Waldhoff (links), Hauptorganist, und der Orgelbauer Andreas Zwingli spielen konzentriert vierhändig. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

«Die Orgel ist ein Zeichen der Macht der Musik und wir haben mit der Revision der Orgel das Zeichen gesetzt, dass wir an die Zukunft der Kirche glauben», sagte Peter Falk, Mitglied des Kirchenverwaltungsrates, im Festgottesdienst zur Einweihung der revidierten Orgel. Für 200000 Franken hat die 1934 gebaute Orgel ihren ursprünglichen Charakter zurückerhalten. «Sie ist emotional und hat doch einen festen Grund», stellte der Orgelbauer und Intonateur Andreas Zwingli am Schluss fest. Er war vom eigenen Werk berührt.

Es war, als würde man sie zum ersten Mal hören. Was für ein Jubilieren, was für ein Klang und was für eine Harmonie. Als Andreas Zwingli, Orgelbauer der Späth Orgelbau AG, Rüti, am Freitagabend Felix Mendelssohn Bartholdy spielte, dankte es die «Königin der Instrumente» mit reinen Tönen, mit ihrer charaktervollen Reife, gepaart mit jugendlichem Schwung. Zwingli und Alwin Waldhoff, Hauptorganist der katholischen Kirche Uzwil und Umgebung, wechselten sich im Spiel ab. Am Schluss des Konzertes teilten sich die beiden Organisten die Manuale und die Pedalen und spielten vierhändig und vierfüssig. Pfarreileiter Klaus Gremminger nahm die Teile der Orgel zum Anlass, passende Texte als Einführung zu den Werken zu lesen. Die entstaubten, vorher teilweise kratzenden oder gar stummen Pfeifen sind zu neuem Leben erwacht. «Sowohl romantische wie moderne Musik ist jetzt uneingeschränkt auf dieser Orgel spielbar», freute sich Alwin Waldhoff.

Weihe zum Abschluss des Gemeinschaftswerks

Die strahlende, klanglich einheitliche Orgel stand auch am Sonntag im Zentrum. Sie ertönte mächtig zum Einzug und sie übernahm den Hauptpart, als die Kantorengruppe mit Gastsängerinnen und –sängern unter der Leitung von Esther Will Bislin «Gotte des Himmels und der Erden» sangen. Klaus Gremminger sprach das Weihegebet und segnete die Orgel: «Sie ertöne zu deiner Ehre. Sie erhebe unsere Herzen.» Im gleichen Gottesdienst wurden drei neue Ministrantinnen aufgenommen. Sie durften auf Orgelpfeifen die Töne g, a und h spielen, die für Gemeinschaft, Aufgabe und Handeln standen. So wurde das Zusammenspiel der christlichen Gemeinschaft zum Ausdruck gebracht. Das Zusammenspiel, das auch die Orgel mit ihren 44 Registern immer wieder hörbar macht. Und ein Gemeinschaftswerk war auch die Revision selber.

Neue Setzeranlage hilft Organisten

Die Orgel, die mit ihrem Prospekt perfekt zur Architektur der Kirche passt, ist in aufwendiger Kleinarbeit gereinigt, ausgebessert, elektronisch aufgerüstet und neu intoniert worden. Sie hat eine Setzeranlage erhalten, die es den Organisten ermöglicht, ihre Begleitungen im Voraus zu registrieren. Über 10000 Kombinationen sind speicherbar. Hochstehende Handarbeit und Hightech vereinen sich in der nun top ausgerüsteten Orgel. «Sie ist wieder ein Ganzes», meinte Andreas Zwingli.

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