«Flawiler Erlebnistage» gescheitert: Organisatoren ziehen die Reissleine

Die «Flawiler Erlebnistage vom 12.-14. Juni finden nicht statt. Das Interesse potenzieller Aussteller an der Gewerbemesse war zu gering, das finanzielle Risiko für die Veranstalter zu gross.

Andrea Häusler
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Das 12-köpfige OK hatte für die Gewerbeausstellung der besonderen Art kräftig die Werbetrommel gerührt. (Bild: PD)

Das 12-köpfige OK hatte für die Gewerbeausstellung der besonderen Art kräftig die Werbetrommel gerührt. (Bild: PD)

«Wir sind sehr gut auf Kurs», hatte OK-Mitglied Siegfried Rechsteiner noch kurz nach dem Anmeldeschluss für die Aussteller Ende Oktober verlauten lassen. Ausgebucht sei man zwar nicht, aber auf gutem Weg dazu. Zweieinhalb Monate später sieht die Situation anders aus: Die Organisatoren ziehen die Handbremse. Zwar sei die Idee der Flawiler Erlebnistage positiv aufgenommen worden, doch hätten sich aus den mehrheitlich mündlichen Zusagen keine definitiven Anmeldungen ergeben, sagte Siegfried Rechsteiner heute. «Unter diesen Voraussetzungen wäre eine Fortsetzung der Eventplanung fahrlässig gewesen. Das finanzielle Risiko war zu gross.»

90 bis 100 Ausstellerinnen und Aussteller wären nötig gewesen, um das Budget nicht zu strapazieren, jedoch nur rund die Hälfte habe sich letztlich zu einer Teilnahme entschieden.

Nicht zu teuer und nicht zu aufwendig

Die Kosten für die potenziellen Aussteller aus dem lokalen Gewerbe und der Industrie schliesst Rechsteiner als Grund für die fehlende Anzahl verbindlicher Zusagen aus. Zumal die Preisstrukturen jener vergleichbarer Veranstaltungen in der Nachbarschaft angeglichen worden seien. Und auch der Aufwand für die Gestaltung der Präsentationsstände habe sich in vertretbarem Rahmen bewegt. «Vielleicht ist der Funke einfach nicht übergesprungen», mutmasst Rechsteiner.

Es war zu 100 Prozent ein Vernunftentscheid.

Vergeblich hatte das 12-köpfige OK auch auf das Aufspringen der Gastronomie gewartet: «Die für ein funktionierendes Konzept erforderlichen einheimischen Betriebe konnte nicht in genügendem Umfang für eine Teilnahme motiviert werden, obwohl die Infrastruktur mit dem geplanten, zentralen Dorfplatz, der Unterhaltungsbühne, den Bar‘s und Verpflegungsständen sowie der Lounge und einem Restaurant im Vorfeld stets positiv beurteilt worden ist», bedauert Siegfried Rechsteiner und verhehlt nicht, dass der Entscheid, die Erlebnistage abzublasen, ein ausgesprochen harter war. «Es war zu 100 Prozent ein Vernunftsentscheid.»

Das Organisationskomitee, das sich für die «Flawiler Erlebnistage" eingesetzt hatte: Franz Bärlocher, Michael Turi, Cornel Helg, Nicolas Härtsch, Marcel Kuhn, Karl Metzger, Elmar Metzger, Daniel Winteler, George Floros, Siegfried Rechsteiner, Roland Klotz (von links).

Das Organisationskomitee, das sich für die «Flawiler Erlebnistage" eingesetzt hatte: Franz Bärlocher, Michael Turi, Cornel Helg, Nicolas Härtsch, Marcel Kuhn, Karl Metzger, Elmar Metzger, Daniel Winteler, George Floros, Siegfried Rechsteiner, Roland Klotz (von links).

Ein unkonventionelles Konzept

Das Vorhaben war ambitioniert, die Idee unkonventionell. Das Konzept sah fünf thematisch unterschiedliche, sternförmig um eine zentral positionierte Event-, Begegnungs- und Verpflegungsplattform gruppierte Zeltstadt vor. In dieser sollten sich Aussteller aus Gewerbe, Industrie und Handel gemeinsam zu einem selbst gewählten Thema präsentieren. Wobei vorgesehen war, dass sich das Thema digitale Zukunft als roter Faden durch den Nachfolgeevent der IGA zieht. Durchführungsort wäre ein rund 8000 Quadratmeter grosses Areal bei der Landwirtschaftlichen Schule Mattenhof gewesen.

«Wir suchen keine Schuldigen»

«Die Flawiler Erlebnistage werden ad acta gelegt», sagt Sigfried Rechsteiner. «Wir suchen keine Schuldigen, hadern auch nicht mit dem Umstand, dass mit dem vorzeitigen Schlussstrich unzählige Frondienststunden umsonst geleistet worden sind. Immerhin: Die bisher aufgelaufenen Kosten sind laut dem OK «überschaubar» und können weitgehend gedeckt werden. Das Aus sei bitter, doch dürfe das Scheitern weiteren neuen Ideen nicht im Weg stehen. «Das OK ist geschlossen der Meinung, dass eine neue Präsentationsform durchaus Platz finden kann und muss», sagt Rechsteiner, räumt allerdings ein, dass man auch selbstkritisch genug sein müsse, um das Thema Gewerbeshow grundsätzlich zu hinterfragen.