Orden ruft Pater Pawel zurück

Am Kirchenfest St. Sebastian in Henau wurde Pater Pawel Malek offiziell verabschiedet. Während dreier Jahre wirkte der polnische Priester in der Katholischen Kirche Uzwil und Umgebung. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Cecilia Hess-Lombriser
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Pater Pawel Malek mit der «Schwarzen Madonna», die ihm das Seelsorgeteam zum Abschied schenkte. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Pater Pawel Malek mit der «Schwarzen Madonna», die ihm das Seelsorgeteam zum Abschied schenkte. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

HENAU. Zwar wird Pater Pawel Malek noch bis Mitte April in den Pfarreien der Katholischen Kirche Uzwil und Umgebung wirken, doch durch das frühe Osterfest und die Erstkommunionfeiern in den Pfarreien, wurde das Henauer Kirchenfest vom vergangenen Sonntag für die offizielle Verabschiedung gewählt. Pater Pawel war die letzten drei Jahre für die St. Sebastians-Pfarrei zuständig.

Die Personalsituation in den Pfarreien spitzt sich zu. «Das Bistum St. Gallen ist nun gefordert. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht», sagte Paul Gähwiler, Kirchenverwaltungsratspräsident der Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil, am Sonntag nach dem Festgottesdienst.

Bereit für neue Aufgabe

Pater Pawel Malek, Missions-priester der Kongregation der Missionare (CM), die vom hl. Vinzenz von Paul 1625 gegründet wurde, war zuerst zwei Jahre in Gossau tätig gewesen, bevor er vor drei Jahren von seinem Orden für die Katholische Kirche Uzwil und Umgebung freigestellt wurde. «Ich bin Missionar und ich setze mich dort ein, wo ich gebraucht werde. Der Abschied gehört zu meiner Aufgabe», sagte er. 15 Jahre war er früher in Budapest tätig gewesen und es könnte sein, dass es den mehrsprachigen Dozenten für Kirchenrecht und Theologie überallhin verschlägt. Die CM ist in 14 Ländern aktiv. Sie hat vier Universitäten gegründet, an denen die Missionare bis heute arbeiten. «Vom Bistum St. Gallen nehme ich die Ermutigung durch Bischof Markus Büchel mit, dass Seelsorger und Laien engagiert zusammenarbeiten. Seine Antwort für die heutige Zeit ist, mutig vorwärts zu schauen, den Glauben in die Hand zu nehmen und weiterzugehen, damit die Pfarreien lebendig bleiben», fasste Pater Pawel seine gewonnenen Eindrücke zusammen. Am Kirchenfest trug der Priester die liturgische Farbe Rot; die Farbe des Feuers, der Liebe, des Blutes und des Heiligen Geistes.

Hannes Steinebrunner, ehemaliger Pfarreileiter von Henau, hielt die Festpredigt zum Patroziniumsfest. Er nahm den Begriff Martyrium auf, der eigentlich Zeugnis bedeutet. Es sei ungeschickt, wenn Medien diesen Begriff in Zusammenhang mit Selbstmordattentätern benutzten. Ein Märtyrer sei einer, der Zeugnis für seinen Glauben ablege, der weder Gewalt anwende noch Menschen in den Tod reisse, sondern sein Leben hingebe, um andere zu retten. Menschen guten Willens gebe es in jeder Religion, sogar unter Atheisten.

«Schwarze Madonna» überreicht

Der Kirchenchor sang unter der Leitung von Esther Wild Bislin die «Kleine Orgelmesse» von Joseph Haydn. Eine bewegte, musikalisch ansprechende Messe mit Orgel (Alwin Waldhoff), Streicher (Simone Keller, Albert Holenstein, Annina Giezendanner) und der Solistin Eva Pisana. Der volle, schöne Klang des Chors unterstrich den Festtag. Paul Gähwiler verabschiedete als Kreisratspräsident Pater Pawel Malek und dankte ihm für das Wirken als Pfarradministrator und als Pfarreileiter von Henau.

Ingrid Krucker übergab im Namen des Seelsorgeteams eine geschnitzte «Schwarze Madonna». Sie habe bewundert, wie Pater Pawel sich als Fremdsprachiger in kurzer Zeit zurechtgefunden und Vertrauen gewonnen habe. «Wir haben auch unbekannte Aspekte unserer eigenen Sprache kennengelernt.»

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