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Oranger Riese als grüner Pionier: Die Migros Zuzwil ist die erste Plusenergie-Filiale der Schweiz

Dank einer Solaranlage und energiesparenden Massnahmen ist die Migros in Zuzwil der erste Supermarkt der Schweiz, der mehr Energie produziert als er verbraucht. Das ist jedoch nur ein Zwischenschritt.
Gianni Amstutz
Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Migros in Zuzwil liefert 112 Prozent des benötigten Bedarfs. (Bild: PD)

Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Migros in Zuzwil liefert 112 Prozent des benötigten Bedarfs. (Bild: PD)

Von aussen betrachtet, ist die Migros in Zuzwil ein ganz normaler Supermarkt. Doch der orange Riese leistet mit dem Laden Pionierarbeit. Als die Migros 2015 eröffnet worden war, war es schweizweit die erste Plusenergie-Filiale. Das heisst, dass der Supermarkt mehr Energie produziert, als er verbraucht.

112 Prozent des benötigten Bedarfs liefert die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Migros Zuzwil. Oder in Zahlen ausgedrückt: rund 268000 Kilowattstunden. Das ist genug, um 65 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen. Für einen Supermarkt dieser Grösse ist das aber vergleichsweise wenig.

Möglichst wenig Energie verbrauchen

Denn Giuseppe Perrino, Leiter Haustechnik, und sein Team von der Genossenschaft Migros Ostschweiz gingen nicht etwa mit dem Ziel an das Projekt heran, «überschüssige» Energie zu produzieren. «In erster Linie ging es uns darum, möglichst wenig Energie zu verbrauchen.» Dafür sorgen mehrere Massnahmen: Das Gebäude wird nur mit der Abwärme der Kälteanlage beheizt und hat keine Zusatzheizung. Auch auf eine Klimatisierung wird verzichtet. Zudem sorgen energieeffiziente Geräte und LED-Lampen für einen niedrigen Energieverbrauch.

Die Energie, die benötigt wird – das ist der zweite Ansatz der Migros – wird zu grösstmöglichen Teilen durch CO2-neutrale Energielieferanten besorgt. Im Fall der Migros Zuzwil gelingt dies mit der Fotovoltaikanlage zu mehr als 100 Prozent. Selbst in ertragsarmen Monaten im Winter kommt die Migros ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe aus. Dies, indem der überschüssige Strom im Sommer ins Netz gespiesen und zertifiziert wird.

Noch einen Schritt weiter gehen

Nicht bei all ihren Filialen kann die Migros ihre Energiestrategie aber so konsequent umsetzen, wie dies in Zuzwil der Fall ist. Einerseits liessen das die Platzverhältnisse – beispielsweise in Städten – nicht zu, anderseits sei die Migros in gewissen Gebäuden lediglich Mieterin, erklärt Giuseppe Perrino. Wo es möglich ist, will die Migros aber noch einen Schritt weiter gehen. So etwa in Heiden, wo ein weiteres Projekt ansteht. Dort werden neben der Solaranlage auf dem Dach auch die hochwertigen Glasfassaden mit Fotovoltaik-Standardmodulen ausgestattet. «Dies mit dem Effekt, dass die Fassaden, die sonst nur Kosten für den Unterhalt verursachen, der Migros Ertrag in Form von Strom bringen.» Damit kann die Effizienz beim Bau des Supermarkts weiter gesteigert werden.

Auch Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein

Mit ihren Plusenergie-Filialen erfülle die Migros ihr Versprechen, den Stromverbrauch und CO2-Ausstoss zu senken sowie erneuerbare Energien zu fördern, sagt Perrino. Doch für den orangen Riesen sind Projekte wie jenes, das bei der Migros Zuzwil verwirklicht wurde, nicht nur aus ökologischer Sicht interessant. «Wichtiges Kriterium war immer, dass auch die Wirtschaftlichkeit gegeben war.» Die Migros Zuzwil beweist, dass ökologische und ökonomische Ziele sich nicht ausschliessen, sondern sogar äusserst gut funktionierten. Die zusätzlichen Kosten für die Fotovoltaikanlage der Filiale in Zuzwil könnten innerhalb von sechs bis sieben Jahren bereits amortisiert werden, schätzt Perrino. Ab dann lohnt sich die ökologische Bauweise für die Migros auch in finanzieller Hinsicht.

Die Energieplus-Filiale in Zuzwil wurde von der Solar Agentur Schweiz mit einem Preis ausgezeichnet. Für Giuseppe Perrino ist das eine schöne Anerkennung für die geleistete Arbeit und ein Zeichen dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist. Auch Berufskollegen aus dem Ausland fänden für das Konzept immer wieder lobende Worte. Man sei in der Schweiz – und im Speziellen in der Ostschweiz – am weitesten, was ökologische Supermärkte angehe. Das Konzept der Plusenergie-Filiale stellen Perrino und sein Team denn auch gerne anderen zum Nachahmen vor. «So kann der positive Effekt eine noch grössere Wirkung erzielen und darum geht es letztlich», sagt Perrino. Er und sein Team sehen denn auch in solchen Filialen die Zukunft und werden weiter an der Effizienzsteigerung arbeiten.

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