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Openair mit Selfmade-Charakter: Fête de Lion erstmals an zwei Tagen

Am ersten Augustwochenende verwandelt sich der Kulturbahnhof Gare de Lion wieder in ein Festivalgelände. OK-Mitglied Mike Sarbach rechnet mit rund 2000 Besuchern. Neu findet das Fête de Lion an zwei Tagen statt.
Claudio Weder
Am Wochenende vom 3. und 4. August geht das «Fête de Lion» in die dritte Runde. (Bild: www.indiespect.ch (6. August 2016))

Am Wochenende vom 3. und 4. August geht das «Fête de Lion» in die dritte Runde. (Bild: www.indiespect.ch (6. August 2016))

Mit seinem alternativen Charme steht das Gare de Lion in scharfem Kontrast zu den modernen, kommerziellen Konzerthäusern, wie sie etwa reihenweise in Zürich stehen. Dass das Gare de Lion keine Samsung Hall und auch kein Komplex 457 ist, bedauert Mike Sarbach, OK-Mitglied des Fête de Lion, aber keineswegs. «Das Gare de Lion ist ein Haus mit Geschichte, und seinerseits eines der ältesten Konzertlokale der Ostschweiz.» Sein bunt gemischtes Stammpublikum bilde eine einzige grosse Familie. «Von diesem familiären Charakter lebt das Gare de Lion – und mit ihm das Fête de Lion.»

Ebenso charakteristisch ist die Umgebung, in die das traditionsreiche Lokal eingebettet ist. «Die Nähe zum Bahngleis und zum Silo verleiht der Industriebrache eine besondere Atmosphäre», sagt Sarbach. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des Gare de Lion entstand 2014 die Idee, die Umgebung des Konzertlokals als Openair-Gelände zu nutzen. «Gut gebrüllt» hiess das Festival damals. «Und die Resonanz fiel so positiv aus, dass wir beschlossen, fortan alle zwei Jahre ein Festival dieser Art durchzuführen», erzählt Sarbach. «Wir merkten, wie viel Potenzial in diesem Gelände steckt.» So sei es – im Gegensatz zu anderen Festivals – nicht nötig, das ganze Gelände zu umzäunen, Fluchtwege gebe es genügend. Und auch die logistische Anlieferung funktioniere bestens.

Festival findet neu an zwei Tagen statt

Das Festival, das kommendes Wochenende bereits zum dritten Mal stattfinden wird, zeichnet sich durch einen gewissen Selfmade-Charakter aus, wie Mike Sarbach sagt. «Wir versuchen, die Alternativkultur zu leben, uns von jeglichem Kommerz zu befreien. Es gibt weder klassische Werbeblachen, die kreuz und quer aufgehängt werden, noch 0815-Zelte auf dem Gelände. Anstelle dessen setzen wir auf selbstgebastelte Deko: Fähnchen, Leuchtketten, selbstbemalte Wegweiser.» Hinter dem Haus soll zudem eine gemütliche Weinbar eingerichtet werden, die Bäume werden nachts mit Scheinwerferlicht bestrahlt. Auch das kulinarische Angebot ist «selfmade»: «Wir setzen auf Leute, die wir kennen, und die ihr Essen mit Herzblut und Leidenschaft zubereiten und anbieten.»

Bis das Gelände hergerichtet sei, würde es jeweils eine gute Woche dauern. «Bei den Vorgängerfestivals stand am Donnerstagabend schon alles bereit. Und so fristete das Gelände bis zum Festivalbeginn am Samstag jeweils ein einsames und verlassenes Dasein. Das fanden wir schade». Aus diesem Grund findet das Festival nun zum ersten Mal an zwei Tagen statt. Beim Fête de Lion dreht sich alles um die Musik. «Natürlich ist es auch ein inoffizielles ‹Klassentreffen›. Viele Leute kommen hierher, um ehemalige Klassenkameraden zu sehen. Doch der Grossteil kommt alleine wegen der Konzerte.» Zum Auftakt steigt am Freitagabend ab 17 Uhr die Warmup-Party, wobei zahlreiche DJs das Zirkuszelt in einen Electro-Dancefloor verwandeln. «Wir sind gespannt, wie das Freitagsprogramm ankommen wird. Wir sehen es als Experiment», so Mike Sarbach. Am Samstag wartet ab 15.30 Uhr ein abwechslungsreiches Musikprogramm auf die Festivalbesucher: Von elektronischer Musik, Grunge, Indie, bis hin zu World Music und Post Rock. «Nur kommerzielle Partybands haben wir keine im Programm».

Schweizer Newcomer und internationale Grössen

Neben dem einen oder anderen Schweizer Act, darunter die Rorschacher Band Panda Lux oder das St. Galler Electropop-Duo Dachs, konnten die Organisatoren auch internationale Grössen aufbieten: etwa die britische Alternative-Rock-Band Wolf Alice oder die deutschen Indierocker Kettcar. Das musikalische Programm findet auch dieses Jahr wieder auf zwei verschiedenen Bühnen statt: zum einen auf der Openair-Bühne, zum anderen auf der Clubbühne im Gare de Lion. «Dieses Konzept hat sich bewährt, so kann man zwischen draussen und drinnen hin- und herswitchen. Bei Schlechtwetter ist das überdachte Konzertlokal ebenfalls von Vorteil.»

Die Organisatoren rechnen am diesjährigen Fête de Lion mit rund 2000 Besuchern: 1500 am Samstag und 500 am Freitagabend. Laut Mike Sarbach eine ideale Besucherzahl. Noch grösser werden wolle man gar nicht. «Wir wollen ein Entdeckerfestival sein, ein Geheimtipp für alle Musikliebhaber. Trotzdem wäre es schön, wenn sich unser Festival als Fixpunkt im Schweizer Festivalkalender etablieren würde. Auch wenn wir gar nicht die breite Masse ansprechen wollen.»

Hinweis
Das «Fête de Lion» findet am Wochenende vom Freitag, 3., und Samstag, 4. August, beim Gare de Lion statt. Tickets sind entweder im Vorverkauf oder an der Abendkasse erhältlich. Infos unter: www.fetedelion.ch

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