Olga und Pierino verzauberten

Der Clown Pierino und die Tänzerin Olga berührten in verschiedenen Auftritten viele Herzen. Sie wissen die feine, nonverbale Sprache einzusetzen, die Kinder und Erwachsene verstehen – sofern diese sich darauf einlassen.

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niederuzwil. Olga und Pierino machen in Niederuzwil regelmässig Halt. Vor Jahren war eine Verbindung zwischen Pfarrer Georg Schmucki und den beiden Künstlern entstanden, und seither treten sie im Gottesdienst auf oder verzaubern Kinder und Erwachsene in einer Aufführung im Pfarreizentrum. Kürzlich war es wieder soweit. Und dieses Jahr ist sogar eine neue Idee dazugekommen.

Kaffeehausszenen

Das Pfarreizentrum Niederuzwil entwickelt sich zum Ort der Kleinkunst: Anlässlich des Notker-Jahres war Christine Högl zu Gast. Sie verband Harfenmusik mit Gedichten von Rainer Maria Rilke. Im Advent trat das Quartett Laseyer aus Appenzell mit volkstümlichen Melodien aus aller Welt auf, und nun liessen Olga und Pierino viele Menschen an ihrer besonderen, feinen, stillen und berührenden Kunst teilhaben.

An einer Vorstellung zeigten sie Kaffeehausszenen. Der Männerkochclub des SAC Uzwil hatte ein Viergang-Menü gekocht, und zwischen den einzelnen Gängen traten Olga und Pierino auf. Eine kleinen Bühne, ausgeklügelte Requisiten, schöne und farbenfrohe Kostüme boten den Rahmen und das Äussere für das Subtile, Vielsagende und Beseelte, das aus dem Inneren der beiden Künstler kam Die einzigen Töne, die von ihnen ausgingen, waren Akkordeon- und Geigenklänge oder Töne aus der kleinen Knopf-Harmonika. Ansonsten verstanden sie es, mit Tanz, Bewegung, dem Ausdruck von verschiedenen Gefühlen mit Mimik und Gesten, Geschichten zu erzählen. Inklusive Köche verfolgten 100 Personen den Auftritt. Zwischendurch half Pierino als «Kellner», das Nachtessen zu servieren. Ein durch und durch gelungener Abend, der auf ein positives Echo stiess.

Achtsamkeit in der Lichtmesse

In der nächsten Vorstellung spielte eine ganz andere Situation. Olga und Pierino liessen sich im Abendgottesdienst zum Fest Mariä Lichtmess oder «Darstellung des Herrn im Tempel» auf das Thema Licht ein. Es ist Tradition, dass an diesem Tag die Kerzen gesegnet werden, die während des Jahres in der Liturgie gebraucht werden. Privatpersonen können ihre Kerzen mitbringen und sie ebenfalls segnen lassen. Die Tänzerin und der Clown hielten sich dabei zurück, waren Teil des Gottesdienstes, liessen Gottesdienstbesuchende erleuchtete Sterne in den Chorraum bringen. Olga brachte mit grosser Achtsamkeit die Osterkerze vor den Altar. Von dieser ging das Feuer an die vielen Mitfeiernden, wobei Pierino beim Verteilen auf Stelzen ging. Olga zeigte sich als anmutige Tänzerin. Mit beleuchtetem Kopfschmuck und Ballettröckchen deutete sie ein himmlisches Wesen an und überraschte den schlafenden Pierino mit leuchteten Jonglierbällen. Sie brachte ihm Licht. Trotz dieser Art des Mitfeierns stand die eigentliche Botschaft des Gottesdienstes im Zentrum: «Christus ist das Licht der Welt.» Licht kann jeder Mensch werden, davon sprachen die Texte, die Pfarrer Georg Schmucki las.

Emotionen und Spielfreude

Dann waren Kinder und Erwachsene eingeladen, Olga und Pierino nochmals zu geniessen. Mucksmäuschenstill verfolgten selbst die kleinsten Kinder die Vorstellung. Das eigene Kind kam bei den Künstlern zum Vorschein. Mit grosser Spielfreudigkeit drückten sie Emotionen von Ärger bis Verzückung auf bewundernswerte Weise aus. Einige Kinder durften da und dort assistieren. Instrumente kamen auch hier zum Einsatz, und Olga tanzte mit einer Leichtigkeit. Als Fliegengewicht hatte sie sich unter anderem Windräder an Kopf und Arm montiert. Wäre da ein Wind gewesen, sie wäre fortgetragen worden. Schliesslich traten Olga und Pierino nochmals mit ihren Kaffeehausszenen auf. Das Menü wurde an diesem Abend vom Team der Markthalle gekocht. Es gab Frischprodukte und Vollwertkost. Abermals ein ausverkaufter Abend; einer wie ein Gedicht und voller Schönheit. (ibe.)

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