Oldies Disco - war's wirklich die letzte?

Zur letzten Flawiler Oldies Disco kamen nochmals 500 Fans der Rock- und Discomusik der Achtzigerjahre in den Lindensaal. Es war wie ein Aufbäumen gegen den Untergang: Die Oldies Disco darf nicht sterben.

Michael Hug
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Zum Abschluss Rockmusik live: Underline spielte eine Stunde lang Oldies vor 500 Fans.   (Bild: Michael Hug)

Zum Abschluss Rockmusik live: Underline spielte eine Stunde lang Oldies vor 500 Fans.   (Bild: Michael Hug)

Und stirbt vielleicht auch nicht. 23 Anlässe – das sei sowieso eine blöde Zahl um aufzuhören, fand Helferin Franziska Berger. In der Pause um halb Elf sagte Dani Müller alias DJ Rip Fossil: «Vielleicht geht es ja weiter in einer anderen Form.» Eine andere Form? Wie kann man eine Oldies Disco in einer anderen Form machen? Eine Oldies Disco ist eine Oldies Disco. Man lässt heftig Musik aus den Achtzigern über die Lautsprecher krachen und die Massen tanzen dazu. Bier muss natürlich auch genügend da sein und ein Plätzchen zum Chillen. Und Frauen zum Anbaggern oder Männer, logisch.

Es sei nun die letzte

Die 23. Oldies Disco in Flawil – früher in Alterschwil – sei nun also die letzte. Als bäumten sich die Fans nochmals gegen das Ende auf, kamen sie am Samstagabend in Scharen. 500 Leute waren schliesslich da, ältere Leute wohlbemerkt, halt eben die, die die Musik von damals noch in den Ohren aber viel zuwenig Gelegenheiten haben, sie gemeinsam zu geniessen.

Die Oldies Disco bot 22 Jahre lang diese Gelegenheit. Mit 200 Leuten hat es angefangen, damals im «Rebstock» zu Alterschwil, 400 bis 500 sind dann stets in den Lindensaal gekommen. Ein Riesenerfolg für die Organisatoren und stets auch ein netter Zustupf in die Kasse der Partei der Grünen Wil. Das aber wurde nicht allzu laut propagiert, anderseits: wen kümmert’s. Hauptsache Oldies. Hauptsache Party, Stimmung, Bier und Flirt.

Kistenweise Vinylplatten

Zum Abgesang hatte das OK «Green Team» nochmals alle Helfenden aufgeboten, nochmals eine Licht- und Soundanlage aufgestellt und nochmals kistenweise Vinylplatten dahergeschleppt. Und weil’s eben das letzte Mal war, vielleicht, hatte dieses noch eine Überraschung in Abschiedsprogramm integriert: eine Live Band. Die hiess «Underline» und hatte Mitte des Abends ihren Auftritt. «Underline» spielte 60 Minuten den Fans nur allzu gut bekannte Rock-Kracher aus eben diesen Jahren: «Hells Bell», «Hush», «We Don’t Need No Education», «Skandal im Sperrbezirk» – zu erläutern, von wem diese Achtzigerbrüller alle stammen, ist überflüssig.

Nun, vielleicht, eventuell, möglicherweise wird die Flawiler Oldies Disco im nächsten Jahr «in einer anderen Form» wieder stattfinden, es wäre gut. Doch erstmal feierten die «Oldies» am Samstag sich selbst, als gäbe es niemals ein Ende.