OL beim Weltmeister lernen

BAZENHEID. Daniel Hubmann, dreifacher Weltmeister im Orientierungslauf, zeigt den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe Bazenheid, wie sein Sport funktioniert.

Sebastian Keller
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Daniel Hubmann erklärt Lavdim Zumberi und Filip Kostic den OL. Sie absolvieren den Lauf in 47 Minuten und werden Zweite ihrer Klasse. (Bild: seb.)

Daniel Hubmann erklärt Lavdim Zumberi und Filip Kostic den OL. Sie absolvieren den Lauf in 47 Minuten und werden Zweite ihrer Klasse. (Bild: seb.)

Noch tragen die Bäume Blätter; noch sind sie grün. Bald sind die Blätter braun; bald fallen sie von den Bäumen. Das ist auch im Fetzwald, der im Dreieck zwischen Stelz, Bazenheid und Kirchberg die Bäume bündelt, so. Die spätsommerlichen Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch den frühherbstlichen Wald. An diesem Nachmittag ist ungewöhnlich viel Betrieb im Fetzwald. Betrieb geistiger und sportlichen Natur: Orientierungslauf, kurz OL.

Die Oberstufe im Wald

Rund 130 Schülerinnen und Schüler – also die ganze Oberstufe Bazenheid – durchsuchen den Wald nach zwölf Posten. Mädchen und Knaben haben unterschiedliche Posten anzulaufen. Am Start erhalten sie die Karten, auf der die Posten eingezeichnet sind. Und sie erhalten eine Erklärung. Eine Erklärung von jemandem, der den Orientierungslauf kennt wie der zuständige Förster den Wald: Daniel Hubmann, dreifacher Weltmeister in dieser Sportart. «Wenn es pfeift, seid ihr registriert», sagt er zu zwei Knaben, bevor er sie mit einem Chip, der einem Fingerhut ähnelt, in den Wald – in seine Welt – entlässt. Zwischen einer halben Stunde und über zwei Stunden sind die Schülerinnen und Schüler im Wald unterwegs. «Ja, das gibt Noten», sagt eine Lehrerin. Die Begeisterung für diese Sportart sei unterschiedlich. Die Frage an zwei Schüler am Start: Wie gefällt euch dieser Sport? «Überlegen und Sport, das finden wir nicht schlecht», sagt einer. Sonst sei er eben eher unsportlich.

«Gewissermassen Vorbild»

Daniel Hubmann, der für und vom Orientierungslauf lebt, sagt: «Ausdauersport ist nicht bei allen beliebt.» Er könne beobachten, dass sich aber schon bei vielen ein Ehrgeiz zeigt, wenn die Zeit gemessen wird und es darum gehe, den Klassenkollegen zu schlagen. Weil er selber verletzungsbedingt nicht an Wettkämpfen teilnehmen kann, ist er gerne bereit, an Schulen zu gehen. «Man ist ja gewissermassen Vorbild», sagt Hubmann und lacht. Nachwuchsprobleme? Derzeit seien die Felder beim Nachwuchs gut gefüllt, «aber man muss dafür schon etwas machen». Vor vier Monaten wurde seine Achillessehne «zusammengeflickt». Derzeit bereitet er sich auf die nächste Saison vor. «Wenn es weiterhin gut verläuft, bin ich dann fit», sagt er, der wieder täglich trainieren kann. Vor allem biken, aber auch laufen. Seinen Schuhen ist anzusehen, dass er mit dem Velo angereist ist.