Ohne Gewalt für Frieden

Im März 2014 reiste der Flawiler Pascal Hubatka als Friedenshelfer nach Mexiko. Diese Woche kehrte er zurück. Am Montag berichtet er nun im Ortsmuseum über seine Erlebnisse.

Bernard Marks
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Der gebürtige Flawiler Pascal Hubatka in Tehuantepec. Während gut 20 Monaten war er in Mexiko im Friedenseinsatz. (Bild: pd)

Der gebürtige Flawiler Pascal Hubatka in Tehuantepec. Während gut 20 Monaten war er in Mexiko im Friedenseinsatz. (Bild: pd)

FLAWIL. «Ich habe nicht nur viel in Mexiko erlebt, sondern vor allem mich selber besser kennengelernt», sagt der 30jährige Pascal Hubatka im Gespräch. Denn Mexiko ist ein Land, in dem derzeit vieles schiefläuft.

Der Bericht von Amnesty International zur Lage der Menschenrechte 2014/2015 in Mexiko zeigt auf, dass die Situation als prekär einzustufen ist: Neben Minderheiten, die verschleppt und/oder gefoltert werden, sind vor allem Verteidigerinnen beziehungsweise Verteidiger der Menschenrechte von Übergriffen betroffen. Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 rund 24 700 Personen ermordet. Im September wurde eine offizielle Studie veröffentlicht, die davon ausgeht, dass im Jahr 2013 nach offiziellen Abgaben 131 946 Personen entführt worden waren.

Referat im Ortsmuseum

«Es stimmt, viele Nachrichten aus Mexiko, die es in die internationale Presse schaffen, sind negativ», sagt Hubatka. Der Flawiler muss es wissen, schliesslich war er seit März 2014 Menschenrechtsverteidiger in Mexiko, damit Menschen im Land ihre Arbeit ohne Drohungen und Übergriffe von Drogenkartellen erledigen können. Nun ist er zurück in der Schweiz und berichtet von seinem Alltag als PBI-Freiwilliger (Peace Brigades International). Und zwar am Montagabend, 14. Dezember, 18.30 Uhr, im Ortsmuseum Lindengut.

Pascal Hubatka wuchs in Flawil auf und ging im Dorf zur Schule. Die Sekundarschule besuchte er in St. Gallen, bevor er die Kantonsschule in Appenzell absolvierte. Er studierte in Genf und England Internationales Menschenrecht und Humanitäres Völkerrecht und lernte Spanisch während eines Semesters in Spanien. Zudem absolvierte er ein Praktikum beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten und leistete einen Zivildienst in einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung in Solothurn.

Kontakt mit PBI

In England lernte er die Peace Brigades kennen. Die Peace Brigades International sind ein international tätiger und mit Spenden finanzierter Verein, der freiwillige Friedenshelfer in Krisenländer sendet. Diese Tätigkeit unterscheidet sich sehr von anderen Formen der Freiwilligenarbeit. Denn für mehr als ein Jahr verzichten die Freiwilligen auf jeden Komfort und die Sicherheit, die ihnen das Heimatland bietet.

Menschenrechtspreis erhalten

Seit dem Jahr 2000 begleiten Freiwillige von PBI unter anderem bedrohte Personen und Organisationen in Mexiko, die sich für Frieden und Menschenrechte, gegen Straflosigkeit und für den Schutz der Umwelt einsetzen. Die Peace Brigades International sind seit dem Jahr 1981 erfolgreich für den Schutz der Menschenrechte und die gewaltfreie Konfliktbearbeitung in Krisengebieten tätig. International zusammengesetzte Teams begleiten Aktivisten für Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit und beobachten die Menschenrechtslage. Die Organisation ist von der UNO anerkannt und erhielt 2001 den Martin-Ennals- Menschenrechtspreis.

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