Ohne Beziehung keine Erziehung

«Nicht nur kritisieren, die Jugendlichen auch bewusst loben und bestärken»: Am Elternanlass sprachen Schulsozialarbeiterin Nadja Schretter und Jugendberaterin Gabriela Huldi über das Thema «Umgang mit Teenagern».

Vivien Steiger
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UZWIL. «Die Kommunikation zwischen den Eltern und ihren Kindern ist wichtig für eine gesunde Beziehung», sagt Schulsozialarbeiterin Nadja Schretter. Sie gestaltete zusammen mit Jugendberaterin Gabriela Huldi am Dienstagabend den Elternanlass zum Thema «Umgang mit Teenagern», der im Rahmen der Elternmitwirkung der Sekundarschule Uzwil stattfand. Klare Ansagen, Grenzen setzen und direkte, logische Konsequenzen ansprechen sind laut Schretter weitere wichtige Punkte. Ausserdem müsse man als Elternteil das Verhalten und den Menschen trennen: Das Kind müsse spüren, dass es zu Hause geliebt werde, egal, was es angestellt hat. Aber die Eltern sollen dem Jugendlichen sagen, welches Verhalten nicht toleriert werden kann.

Sieben positive für eine negative

«Wichtig ist, nicht nur zu kritisieren, auch bewusst loben und bestärken», sagt Nadja Schretter weiter. Denn: Für eine negative Äusserung brauche es sieben positive, damit ein gleichmässiges Verhältnis vorhanden sei. Kritik könne lange nachhallen. Im Jugendalter gäbe es viele Entwicklungsaufgaben. Dazu gehöre, dass sich die Jugendlichen vom Elternhaus ablösen. Der Freundeskreis habe dabei eine wichtige Funktion. «Sie unterstützen die Jugendlichen in der Identitätsbildung und stärken ihr Selbstwertgefühl.» Unter Freunden hätten sie ihre Privatsphäre, es sei ein geschützter Raum, in dem Ängste und Verunsicherungen angesprochen werden könnten. «Aber vergessen Sie nicht, liebe Eltern: Sie können nicht alles richtig machen, vielmehr sind auch Sie dabei, zu lernen», sagt Gabriela Huldi. Doch ohne Beziehung keine Erziehung: «Zum Elternsein gehört auch, Zeit mit dem Kind zu verbringen, ihm ver- und etwas zutrauen sowie die Verrücktheit des Kindes zu akzeptieren», fährt Schretter fort. Eltern sollten vermeiden, ständig durch Verbote zu strafen und zu drohen, Dinge zu sagen, die sie nicht einhalten würden, sowie das Kind zu bemuttern oder unter Druck zu setzen.

Dem Druck standhalten

Die anwesenden Eltern erhielten zu diesem Thema eine Aufgabe: Sie mussten in Gruppen den perfekten Jugendlichen aufzeichnen und beschreiben. Dann präsentierte eine Person den «Traum-Teenager», und eine zweite Person musste bei jeder genannten Eigenschaft in einen Ballon pusten.

«Der Ballon steht stellvertretend für ihre Tochter oder ihren Sohn», erklärt Gabriela Huldi. Irgendwann würde der Ballon wegen des Drucks platzen, sprich, bei all den Erwartungen und Anforderungen würde der Teenager dem Druck nicht länger standhalten und irgendwann zusammenbrechen.

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