Ohm-Kunst am Stadtweier

Im Spätsommer findet die fünfte «Ohm Art» statt. Die Grossausstellung ist beim Kunstnetzwerk Ohm41 in der Konkretisierungs-Phase. Der Titel «Taf El Ente» weist auf Wasser hin – die Ausstellung findet rund um den Stadtweier statt.

Michael Hug
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Ohm-Ausstellungen finden normalerweise im Freien statt und erregen Aufsehen. Man erinnert sich: 2002 war es «Wildwechsel», 2005 die grosse Ausstellung «Alte Badi», 2008 noch grossräumiger «eingleisig» entlang der Frauenfeld-Wil-Bahn, 2009 «Zwischentöne» in der Psychiatrischen Klinik und nun «Taf El Ente» rund um den Stadtweier. «Das Grobkonzept steht schon seit Monaten», sagt Ohm41-Co-Vizepräsident Markus Eugster. «Wieder ist es der öffentliche Raum, der bespielt wird. Mit dem Gelände um den Stadtweier ist es ein Freizeitraum, ein Entspannungsraum und ein Magnet für alle Bevölkerungsschichten.»

Kunst gegen Idyll

Diesem idyllischen Ort will Ohm41 zeitgenössische Kunst entgegenstellen. Eugster: «Der Stadtweier und die Altstadt-Kulisse werden mittels moderner Kunst in ein Spannungsverhältnis gesetzt. Der freie Raum wird gestaltet, einer Laborsituation gleich vereinnahmt, und durch dieses In-Bezug-Setzen von Vorhandenem und Neuem wird ein Kontext geschaffen.» Das Spannende und Experimentelle seien die örtlichen Begebenheiten wie das Wasser oder der Aspekt der Freizeit. Eugster: «Ein eigentliches Labor, in dem ein Gestaltungsakt stattfindet.» Bei diesem allein es nicht bliebe, sondern die Erzeugnisse dieser Gestaltung werden danach vier Wochen lang ihre Wirkung entfalten, so Eugster.

Fünfzehn Werke

Gemäss Planung sind rund zwanzig Werke von neun Kunstschaffenden vorgesehen. Es sind Objekte und Installationen die rund um den Weiher aufgestellt werden. Renato Müller, zweiter Co-Vizepräsident von Ohm41: «Damit kann das Publikum die ganze Ausstellung in einem Rundgang betrachten. Es kann den Rundgang unternehmen, wenn es Zeit hat oder ein zweites Mal wiederkommen.»

Ausgangspunkt ist ein Zelt am nördlichen Ufer des Weihers, wo man sich trifft und wo jeden Abend zusätzliche Anlässe geboten werden. «Es gibt bewegte Kunst, es gibt Tanz und Performance und daselbst auch kulinarische Kunst», so Markus Eugster.

Kunsthalle im Boot

Mit im Boot, sagt Renato Müller, ist auch die Kunsthalle: «Der gemeinsame Auftritt soll dokumentieren, dass man sich auf dem Platz Wil in Sachen Kunst verbindet statt gegeneinander arbeitet.» Ausserdem begehe die Kunsthalle in diesem Jahr ein Jubiläum und darum werde im Rahmen der Zusammenarbeit auch auf das 20-jährige Bestehen der Kunsthalle eingegangen. Über den Rückzug des «Idda»-Projekts auf der Weierwiese sind die Ohm41-Künstler positiv erstaunt. Eugster: «Wir sind bei der Bekanntmachung dieses Projekt ziemlich erschrocken, da beide Anlässe sich örtlich und zeitlich überlappt hätten. Nun hat sich dieses Problem jedoch erledigt und wir können uns wieder der Arbeit an den Ausstellungsobjekten zuwenden.»

Die Gemeinschaftsausstellung «Taf El Ente» findet vom 21. August bis 18. September statt.

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