Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Offene Fragen um Fischmigration

Wer von Flawil nach Gossau fährt, erspäht rechts hinter Häusern eine Felswand mit einem Wasserfall. Sie gehört zum Kleinwasserkraftwerk Isenhammer, das seit 2008 klimafreundlichen Strom an Flawil liefert.
Johannes Rutz
Wasserfassung und Rechen verbinden zusammen einen rund 200 Meter langen Kanal, erklärt Wassermeister Daniel Ebneter. (Bild Johannes Rutz)

Wasserfassung und Rechen verbinden zusammen einen rund 200 Meter langen Kanal, erklärt Wassermeister Daniel Ebneter. (Bild Johannes Rutz)

Die Konzession dieses sogenannten Ausleitkraftwerkes, dem das Wasser von der Glatt über einen offenen Kanal zugeführt wird, geht auf das Jahr 1870 zurück. Damals vergab die St. Galler Regierung ein unbefristetes Wasserbezugsrecht für den Betrieb einer Bleicherei, der späteren Firma Cilander AG. 1980 wurde die Nutzung aufgegeben. Der Textilunternehmer Hansjörg Egli aus Thal (SG) als damaliger Besitzer verkaufte das Kraftwerk 2008 an Alpiq (ehemals ATEL - Aare-Tessin Aktiengesellschaft für Elektrizität, Olten).

Das Kleinwasserkraftwerk ist technisch einfach gebaut und sehr robust. Den Kern bildet eine Durchström-Turbine mit Generator und Getriebe. Die Installationen sind in einem Gebäude untergebracht. Die Anlage hat eine Fallhöhe von 11,5 Metern und sei in tadellosem Zustand, bestätigt Wassermeister Daniel Ebneter, der die Anlage seit 12 Jahren betreut und bestens kennt. Er ist 55-jährig und wohnt in Flawil. Grössere Sanierungen stehen nicht an. Jedoch verlangen neue Gewässerschutzvorschriften mögliche Anpassungen. So ist der Betreiber mit dem Amt für Umwelt und Energie im Kanton St. Gallen in Verhandlung. Vor allem stellt sich die Frage, wie die Fischmigration verbessert werden kann.

Trockener Sommer wirkt sich auf Wassermenge aus

Das Kraftwerk wird von der Firma Isento Wasserkraft AG, einer 100-prozentigen Tochter der Alpiq AG, betrieben, nebst weiteren fünf Kleinwasserkraftwerken. Gemäss Aussage von Geschäftsführer Franz Jaeggi produziert das Werk Isenhammer jährlich rund 700000 kWh. Das deckt den Strombedarf für rund 130 bis 140 Haushaltungen. Die Wassermenge hat zwar in diesem heissen Sommer rund 20 Prozent abgenommen. Jaeggi ist aber zuversichtlich, dass sich dieses Defizit im Laufe der nächsten Monate wieder ausgleichen lässt.

Die Staumauer des Kleinwasserkraftwerkes mit der Wasserfassungsanlage. (Bild Johannes Rutz)

Die Staumauer des Kleinwasserkraftwerkes mit der Wasserfassungsanlage. (Bild Johannes Rutz)

Der Strom wird an die Technischen Betriebe Flawil verkauft und in das örtliche Stromnetz eingespiesen. Das Kraftwerk kann nicht von der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) profitieren, da bei Beginn dieser Unterstützung Kraftwerke, die wie der Isenhammer, bereits betrieben wurden, nicht bezugsberechtigt waren. Dagegen spielt die Mehrkostenfinanzierung eine wichtige Rolle. Das bedeutet, dass das Kraftwerk kostendeckend wirtschaftet und auch die betriebsnotwendigen Abschreibungen können damit getätigt werden.

Konzessionsdauer bis 2041

Was die Rentabilität von Kleinkraftwerken anbelangt, meint Franz Jaeggi, dass eine kurzfristige Betrachtungsweise nicht zwingend aussagekräftig sei. Bei solchen Kraftwerken müsse man mit Abschreibungsdauern von bis zu 70 Jahren rechnen. Dann könne im Zeitablauf die Gewinnschwelle durchaus erreicht, beziehungsweise eine Rendite erwirtschaftet werden. Die Konzessionsdauer für das Werk Isenhammer läuft noch 23 Jahre, bis 2041.

Früher gehörte zum Wasserkraftwerk Isenhammer ein grosser Weiher als Ausgleichbecken. Damit konnte der Wasserbedarf für das Werk etwas reguliert werden. Dieser Weiher existiert nicht mehr. Im Jahre 2012 konnte ein umfangreiches Renaturierungsprojekt umgesetzt werden. Anstelle des Weihers entstand eine dynamische Auenlandschaft mit einer Vielzahl von seltenen Amphibienarten. Die Glatt ist nun ein inselverzweigtes Gerinne. Der Wanderweg wurde auf die rechte Seite der Glatt verlegt und die baufällige Brücke über den Gossauer Dorfbach vor nicht allzu langer Zeit saniert. Das 3,4 Hektaren grosse Gebiet wurde 2014 an Pro Natura verkauft.

Das Kraftwerk in Zahlen

Besitzer: Alpiq 100 % (seit 2008)
Betreiber: Isento
Wasserkraft AG Turbine: 1 Wasserkraft Volk WKV (Durchströmturbine) Leistung: 240 KW
Inbetriebnahme: 1993
Jahresproduktion: 700000 kWh (ca. 140 Haushalte)
Konzessionsdauer: bis 2041

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.