ÖV: Ärger ist nicht immer zu vermeiden

Im Busverkehr gibt es nicht nur das Problem von Verspätungen, sondern auch jenes von vorzeitigen Abfahrten. Die Postauto Schweiz AG und die Bus Ostschweiz AG erklären sich.

Miranda Diggelmann
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Schon manch ein Bus-Benützer aus Wil und Umgebung hat sich über verfrühte Durchfahrten von Bussen und Postautos geärgert. Dem Problem Herr zu werden, ist in der Praxis aber gar nicht so einfach. (Bild: Miranda Diggelmann)

Schon manch ein Bus-Benützer aus Wil und Umgebung hat sich über verfrühte Durchfahrten von Bussen und Postautos geärgert. Dem Problem Herr zu werden, ist in der Praxis aber gar nicht so einfach. (Bild: Miranda Diggelmann)

Miranda Diggelmann

miranda.diggelmann@wilerzeitung.ch

In der Region Wil sind Abfahrtsverspätungen bei Bussen und Postautos wegen der Verkehrslage ein Problem. Es gibt aber auch das Phänomen der verfrühten Abfahrten bei Bushaltestellen. Wer kennt diese Situation nicht: Man spaziert zur Bushaltestelle, da die Uhr anzeigt, dass man noch gut in der Zeit liegt. Und plötzlich fährt der Bus an einem vorbei – zu früh. Das kann durchaus sein, sollte nicht gleich ein nächster Bus fahren und man dadurch den Anschluss auf den nächsten Bus oder Zug verpassen. Eine Nachfrage bei der Postauto Schweiz AG und der Bus Ostschweiz AG zeigt jedoch, dass diese vorzeitigen Abfahrten von Bussen und Postautos nicht immer zu vermeiden sind, obschon diese öffentlichen Verkehrsmittel mit Systemen bestückt sind, welche den Chauffeuren anzeigen, ob sie zu früh oder zu spät unterwegs sind.

Ursache und Massnahmen zu verfrühten Abfahrten

«Unsere Wil-Mobil-Stadtbusse sind tendenziell eher spät als zu früh unterwegs. Trotzdem gehen bei uns auch Reklamationen wegen verfrühten Durchfahrten ein, jedoch nur selten», sagt Hans Koller, Leiter Markt der Bus Ostschweiz AG, zu welcher Wil Mobil gehört. «Wenn eine solche Reklamation eingeht, ist es uns aber möglich, zu überprüfen, ob der Bus tatsächlich zu früh an einer Haltestelle durchgefahren ist. Oft handelt es sich dabei nur um ein paar wenige Sekunden. Auch schon stimmte schlicht und einfach die Uhr des Fahrgastes nicht genau», sagt er. Leider sei dieses Problem der vorzeitigen Abfahrten nicht immer zu vermeiden, obschon die Buschauffeure laut Reglement dazu verpflichtet wären, anzuhalten und zu warten oder die Fahrt zu verlangsamen. «Die Busse dürfen jedoch nur dort anhalten, wo sie die Möglichkeiten haben, an den Rand zu fahren», sagt Koller. So könne es vorkommen, dass der Bus einige Sekunden zu früh an einer Haltestelle durchfahren muss. Eine weitere Ursache für eine vorzeitige Abfahrt könne auch ein technischer Defekt am System im Bus sein, so dass die Echtzeit-Angabe im Bus nicht mit der Bahnhofsuhr übereinstimmt, sagt Koller. «Letztlich kann es aber auch die fehlende Konzentration des Chauffeurs sein, was für uns ein No-Go ist. Wenn dies passiert, geht der Vorgesetzte auf den betroffenen Mitarbeiter zu und sensibilisiert ihn», sagt ein Vertreter der Medienstelle der Postauto Schweiz AG. «Viele Fahrer und Fahrerinnen kennen ihre Linien aber in- und auswendig und haben deren Fahrpläne fest im Griff, so dass solche Fehler nur selten geschehen.»

Bildschirm zeigt Pünktlichkeit an

Damit die verfrühten Abfahrten so selten wie möglich vorkommen, sind in den Bussen und auch Postautos Bildschirme angebracht, welche durch Echtzeit-Angaben dem Chauffeur anzeigen, ob er zu früh oder allenfalls zu spät unterwegs ist. Wenn es die Situation zulässt, kann er anhand der Anzeige seine Fahrt regulieren.