ÖFFENTLICHER VERKEHR: Neue Hoffnung für Bahnstation

Mit dem Fahrplanwechsel 2020 entscheidet sich, ob die Bahnhaltestelle Algetshausen-Henau wieder in Betrieb genommen wird. Der Kanton hat beim Bund einen entsprechenden Antrag eingereicht.

Urs Bänziger
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Seit Dezember 2013 halten vor den Wartehäuschen in Algetshausen keine Regionalzüge mehr. (Bild: PD)

Seit Dezember 2013 halten vor den Wartehäuschen in Algetshausen keine Regionalzüge mehr. (Bild: PD)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Einsam und verlassen stehen sie da, die beiden Wartehäuschen an der Bahnstrecke in Algetshausen. Seit Dezember 2013 ist die Bahnstation stillgelegt, und mit jedem Zug, der vorbei braust, schwindet die Hoffnung, dass die Haltestelle je wieder in Betrieb genommen wird. Oder doch nicht? Ein neuer Hoffnungsschimmer ist am Horizont erkennbar. Denn das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen hat dem Bundesamt für Verkehr beantragt, die Bahnhaltestelle im Dezember 2020 wieder in Betrieb zu nehmen. Für den Uzwiler Gemeinderat «eine gute Nachricht», denn er war bei Kanton und Bund immer wieder vorstellig geworden und hat die Amtsstellen daran erinnert, dass sie nur eine temporäre Stilllegung beschlossen haben.

Zugshalte wären wieder möglich

Alles deutet jetzt darauf hin, dass das endgültige Schicksal der Bahnstation Algetshausen-Hen­au mit dem Fahrplanwechsel 2020 besiegelt wird. 2013 war sie mit der Begründung geschlossen worden, dass aufgrund des ausgebauten und verdichteten Bahnangebots Halte von Regionalzügen zwischen Uzwil und Wil nicht mehr möglich seien. Mit der Realisierung der Durchmesserlinie in Zürich konnten die Ost-West-Verbindungen jedoch so weit verbessert werden, dass Halte an der kleinen Bahnstation wieder möglich wären. Der Gemeinderat habe seine politische Arbeit gemacht, auf den Entscheid könne er keinen Einfluss nehmen, sagt der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker. Die Gemeindebehörde will denn auch keine Prognose stellen, wie gross die Chancen sind, dass die Bahnstation Algetshausen-Henau wieder eröffnet wird.

Dafür sprechen auch finanzielle Gründe, denn die Busverbindung, die als alternatives Angebot für die gestrichenen Zugshalte geschaffen worden ist, kommt teurer zu stehen. Zudem hat die neue Buslinie Uzwil–Wil ihre Kehrseiten. Zwar ist jetzt auch Oberstetten an den ÖV angeschlossen und profitiert die Bevölkerung in Henau von mehr Busverbindungen, dagegen müssen Pendler längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Zuweilen kommt es vor, dass sie den Anschluss am Bahnhof Wil verpassen, weil der Bus wegen starker Verkehrsaufkommen oder Baustellen Verspätung hat. Eine unbefriedigende Situation, die mit einem direkten Bahnanschluss in Algetshausen nicht mehr vorkommen würde, sagt Stricker. Dass bei einer Wiederinbetriebnahme des Bahnhofs die Buslinie bestehen bleibt, schliesst er aus. Da mache der Kanton bestimmt nicht mit. Auch für die Gemeinde wäre ein doppelspuriges Angebot ein beträchtlicher finanzieller Mehraufwand.