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«Ochsen» schreibt neues Kapitel:
Im ehemaligen Wiler Hotel
entstehen Wohnungen

In der Liegenschaft des ehemaligen Hotels sind Umbauarbeiten im Gang. Es sollen 20 Wohnungen entstehen. Ein Brand im Jahr 1971 prägte die Geschichte des «Ochsen» und spielt auch bei der Umnutzung eine wichtige Rolle.
Gianni Amstutz
Die Zukunft und Vergangenheit des Hotels Ochsen. Markus Neff, Verwaltungsrat von Kingshouse Immobilien AG, und Esther Schönenberger, ehemalige Besitzerin. (Bild: Gianni Amstutz)

Die Zukunft und Vergangenheit des Hotels Ochsen. Markus Neff, Verwaltungsrat von Kingshouse Immobilien AG, und Esther Schönenberger, ehemalige Besitzerin. (Bild: Gianni Amstutz)

«Das Geschäft war für beide Seiten eine glückliche Fügung.» Darüber sind sich Esther Schönenberger und Markus Neff einig. Erstere führte das Hotel Ochsen zusammen mit ihrem Mann Karl, Letzterer hat ebendiese Liegenschaft als Verwaltungsrat der Kingshouse Immobilien AG erworben. Nachdem sich keines der Kinder der Schönenbergers für eine Weiterführung des Hotels entschied, war für sie und ihren Mann schnell klar, dass sie die Liegenschaft verkaufen würden.

Den Charme des Gebäudes erhalten

Noch bevor sie sich nach Interessenten umschaute, erkundigte sich Markus Neff nach der Möglichkeit, das Hotel Ochsen zu erwerben. Einzige Bedingung: Der Kauf sollte nur stattfinden, wenn die Kingshouse Immobilien AG eine Baubewilligung für den Umbau des Gebäudes erhalten würde. Denn das Unternehmen aus St. Gallen ist spezialisiert auf den Kauf und Umbau ehemaliger Hotels oder Restaurants. Da die Kingshouse Immobilien AG mit einem eingespielten Team zusammenarbeite, stelle der Umbau der historischen Liegenschaft im Zentrum keine allzu grosse Herausforderung dar, sagt Neff. «Wichtig ist, dass der Architekt ein Auge für solche Gebäude hat», sagt Neff. Denn es bestehe der Anspruch, den Charme des «Ochsen» zu erhalten und daraus erneut etwas Schönes – wenn auch in anderer Funktion – zu machen, sagt Neff.

Insgesamt sollen in den Räumen des ehemaligen Hotels 20 Wohneinheiten entstehen. Bezugsbereit sollen diese ab September 2019 sein. Laut Neff werden Wohnungen mit 1,5 bis 4,5 Zimmern gebaut. Bei diesen soll die Qualität stimmen, sie sollen aber auch erschwinglich bleiben. Angst, dass die Wohnungen aufgrund der steigenden Leerstandquote durch die rege Bautätigkeit in der Region schliesslich leer bleiben, hat Neff nicht. Das Problem sei nicht die Anzahl, sondern die Grösse und der Preis der Wohnungen auf dem Markt. Mit dem Umbau im «Ochsen» bediene man ein Segment, für welches eine Nachfrage bestehe, ist Neff überzeugt. Nicht betroffen vom Besitzerwechsel ist das Kemal Kebab Bistro. Es bleibt weiterhin an seinem bisherigen Platz an der Grabenstasse 5.

Von einer Metzgerei zum Hotel

Bis zum Verkauf war der «Ochsen» drei Generationen in Besitz der Familie Schönenberger. Begonnen hatte alles mit einer Metzgerei, der Restaurantbetrieb spielte anfangs eine eher kleine Rolle. Das änderte sich, als im Jahr 1971 das Gebäude zur Hälfte niederbrannte. Letztlich erwies sich dieser Schicksalsschlag als Glücksfall. Ihre Schwiegereltern hätten die benachbarten Häuser, die ebenfalls Brandschäden aufwiesen, gekauft und renoviert, erzählt Esther Schönenberger. Dabei wurden Betonböden eingebaut, was nun – fast 50 Jahre später – auch beim Umbau eine Rolle spielt. «Die Bausubstanz und Statik des ‹Ochsen› sind dadurch sehr gut, was die Arbeiten im Gebäude erleichtern», sagt Markus Neff.

Roger Federers Hotel der Wahl

Kurz nach dem Brand sei die Firma Stihl nach Wil gekommen und hätte sich bei Familie Schönenberger nach Unterkunftsmöglichkeiten für ihre Angestellten erkundigt. So kam zum Restaurant und der Metzgerei schliesslich auch noch ein Hotel dazu. Lange florierten alle Geschäftsfelder. «2003 mussten wir die Metzgerei aber schliesslich aufgeben», sagt Esther Schönenberger. Nachdem auch das Restaurant geschlossen wurde, führten die Schönenbergers den «Ochsen» die vergangenen zwölf Jahre ausschliesslich als Hotel.

Die Firma Stihl sowie weitere Unternehmen seien während all der Jahre gute Kunden gewesen, zudem habe man auch einige Berühmtheiten beherbergt. Der wohl bekannteste Gast – wenn auch noch nicht damals – war der junge Roger Federer. Während er an Junioren-Turnieren in der Tennishalle Sonnmatt in Rickenbach teilnahm, habe er immer im Hotel Ochsen übernachtet, erzählt Esther Schönenberger. Schon damals sei Federer sehr bescheiden gewesen. «Er buchte sein Zimmer immer nur für eine Nacht, obwohl es für mich klar war, dass er die nächste Runde im Turnier überstehen würde», erinnert sie sich.

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