OBERUZWIL: Mieter leisten Frondienst

Die Wohnbaugenossenschaft Rosenbühl ist ihrem Motto treu: In über 1000 freiwilligen Arbeitsstunden reparierten die Bewohner das Dach der Tiefgarage.

Jonas Manser
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Das Dach der Tiefgarage im Rosenbühl wurde von den Bewohnern repariert. Darüber wurde ein Spielplatz errichtet. (Bild: PD)

Das Dach der Tiefgarage im Rosenbühl wurde von den Bewohnern repariert. Darüber wurde ein Spielplatz errichtet. (Bild: PD)

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

Ob Kinderspielplatz, Garten oder ein neues Dach für die Tiefgarage: Die Bewohner der Oberuzwiler Wohnbaugenossenschaft Rosenbühl nehmen die Arbeiten selbst in die Hand. In Eigenregie begannen sie in diesem Winter die Sanierung des Garagendaches, das einige undichte Stellen aufwies. Nun ist das Dach wieder wasserfest. In über 1000 Frondienststunden übernahmen die Bewohner der 42 Wohnungen der Genossenschaft – darunter auch ein Architekt, Maurer, Gärtner und Elektriker – die Reparaturen.

Die Genossenschaft handle nach dem Motto «Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung» und erhalte so eine einzigartige Wohnatmosphäre, sagt Ivo Looser, Präsident der Wohnbaugenossenschaft Rosenbühl in Oberuzwil. Bereits 2014 packten die Genossenschafter gemeinsam an, als es darum ging, den Kinderspielplatz aufzufrischen. Alle haben tatkräftig mitgeholfen: vom Kindergarten-mädchen bis hin zum pensionierten Grossvater.

Selbst ist die Genossenschaft

Jeder bringt sich in die Genossenschaft ein und übernimmt Aufgaben. So auch bei der Reparatur des Garagendaches. Nachdem ein Architekt die notwendigen Arbeiten untersucht hatte, wurden so viele Arbeiten wie möglich von den Bewohnern selbst erledigt. Der Rest wurde extern in Auftrag gegeben. «Weil die Bewohner so tatkräftig mithalfen, konnten sämtliche Ausgaben über die Unterhaltskosten gedeckt werden», sagt Looser. Zusätzlich wurde zum Schutz vor dem Strassenlärm eine Reihe Bäume gepflanzt. Looser kann sich gut vorstellen, dass das Leben in einer Genossenschaft zusehends beliebter wird. Er sieht darin einige Vorteile. Dabei sei «Gemeinschaft» das entscheidende Schlagwort: «Der Alltag wird erleichtert, weil man sich gegenseitig unterstützt.» Im Gegensatz zu einem Besitzer einer Eigentumswohnung müsse sich ein Mieter in der Genossenschaft nicht alleine um alles kümmern. Bei ihnen sei alles geregelt: Der Vorstand schaue, dass alles funktioniere. Man kenne sich und sei sich auch dementsprechend näher. Eines Nachteils ist sich Looser jedoch bewusst: «Die Wohnung ist nicht im eigenen Besitz. Man muss sich im Klaren sein, dass man Mieter ist.»

Wohnungen im Rosenbühl stehen nie leer

Als die Wohnbaugenossenschaft vor 40 Jahren entstand, wurde explizit nach passenden Mietern gesucht. Heute geschehe das Auswahlverfahren bei einem Wohnungswechsel, erklärt Looser. Zuerst wird die Wohnung intern ausgeschrieben. Erst nachdem niemand gefunden werden konnte, wird extern nach neuen Mietern gesucht. Dabei sei es wichtig für die Genossenschaft, dass die Nachmieter zu ihr passen, sagt Looser. Sie sei familienfreundlich. Junge Familien mit Kindern werden bevorzugt. Eigentlich bleibe eine Wohnung nie länger als einen Monat frei. Die Nachfrage sei gross. Es gibt Mieter, die seit Beginn im Rosenbühl zu Hause sind. «Unsere Bewohner leben wirklich gerne im Rosenbühl», sagt Looser.

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