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OBERUZWIL: «Kontaktpflege ist das A und O»

Thomas Müller tritt Ende Jahr aus dem Gemeinderat zurück. Er blickt positiv auf seine Amtszeit zurück. Der 59-Jährige will sich vermehrt seinem Geschäft und seiner Familie widmen.
Philipp Stutz
Thomas Müller ist amtsältester Gemeinderat in Oberuzwil. Nach 13-jähriger Tätigkeit hört er Ende Jahr auf. (Bild: Philipp Stutz)

Thomas Müller ist amtsältester Gemeinderat in Oberuzwil. Nach 13-jähriger Tätigkeit hört er Ende Jahr auf. (Bild: Philipp Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz

@wilerzeitung.ch

Das Jahresende rückt näher. Thomas Müllers Agenda ist aber noch immer randvoll. Gerade hat er letztmals an einer Gemeinderatssitzung teilgenommen. Ende Jahr tritt er nach 13 Amtsjahren zurück. Mit einem lachenden und weinenden Auge. «Einerseits habe ich nun mehr Zeit für meine Geschäftstätigkeit und Familie, anderseits werde ich die Mitarbeit in der Exekutive vermissen.» Diese Mehrfachbelastung sei im Laufe der Zeit immer grösser geworden, sagt der Eigentümer und Geschäftsführer der Dietschi Print & Design in Olten.

Zumal er ständig zwischen seinem Wohnort und dem Solothurnischen hin- und herpendelt. «Hatte ich um 17 Uhr eine Gemeinderatssitzung in Oberuzwil, musste ich meinen Arbeitsplatz in Olten bereits um 15 Uhr verlassen. Und bin trotzdem oft zu spät gekommen.» Dennoch steht für ihn ein Wohnortswechsel ausser Frage. «Meine Tochter hat in Oberuzwil ihre Kolleginnen, und auch meine Frau ist hier verwurzelt», sagt Müller, ein waschechter Oberuzwiler. Und so lebt er während der Woche in einem Hotel und kehrt jedes Wochenende zu seiner Familie zurück.

Thomas Müller (FDP) führte im Gemeinderat das Ressort Wirtschaft. In dieser Funktion organisierte er den Unternehmeranlass und Business-Lunch. «Ich habe den Kontakt zu Gewerblern und Wirtschaftsvertretern immer gepflegt», sagt er. Aber auch jenen zu Detaillisten. Da seien dann manchmal schon handfeste Fragen wie etwa die Parkplatzbewirtschaftung im Dorf zur Sprache gekommen.

Industriebrachen neuer Nutzung zugeführt

Wichtig ist Thomas Müller, dass der Steuerfuss, der anfangs noch bei 162 Prozentpunkten lag, sukzessive auf 129 Prozentpunkte gesenkt werden konnte. Auch dass die Industriebrachen im Schützengarten- und Heer-Areal einer neuen Nutzung mit Wohnbauten zugeführt werden konnten, behält er positiv in Erinnerung. Dass die Schulorganisation neu gestaltet und ein Leiter Volksschule eingesetzt worden ist, lässt Thomas Müller nicht unerwähnt. Hinzu kommen die Investitionen in die Erneuerung des Hallenbades und die Erweiterung der Schulanlage Breite. Und die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeindepräsidenten.

Mit Druckindustrie und Werbemarkt verbunden

Thomas Müller war immer mit der Druckindustrie und dem Werbemarkt verbunden. Der gelernte Typograf, der an der Schule für Gestaltung eine Lehrtätigkeit innehatte, war später bei der Publicitas St. Gallen tätig. Dort war er für die Lokalmärkte verantwortlich. Danach wirkte er als Leiter Werbemarkt bei der «Neuen Zürcher Zeitung». Dann eröffnete sich ihm die Möglichkeit, die Gesamtleitung der Dietschi AG in Olten zu übernehmen.

Das dazugehörende «Oltner Tagblatt» wurde später von der AZ Medien AG übernommen, einem Unternehmen des Verlegers Peter Wanner. Thomas Müller trat ab 2013 als Alleineigen- tümer und Geschäftsführer der Akzidenzdruckerei auf. Das Unternehmen beschäftigt 35 Mitarbeiter. 13 von ihnen sind Lehrlinge. Der Umsatz beläuft sich jährlich auf 6 Millionen Franken. Dietschi zählt zu den führenden Druckzentren im Mittelland. Stark verankert ist das Unternehmen bei KMU, Vereinen und Institutionen im Kanton Solothurn und im Grossraum Olten.

Ein grosses Netzwerk aufgebaut

«Wir sind wirtschaftlich auf Kurs», sagt Müller. Doch müsse viel Zeit in die Kundenpflege gesteckt werden. «In den vergangenen Jahren konnte ich ein gutes Netzwerk aufbauen.» Er ist Mitglied eines Serviceclubs und hat Afterwork-Partys ins Leben gerufen. Das Interesse ist gross, die Liste umfasst inzwischen an die 180 Opinion-Leaders. «Die Kontaktpflege ist das A und O, um ein Netzwerk aufzubauen und geschäftlich erfolgreich zu sein», ist Müller überzeugt. Hat das Bedrucken von Papier noch Zukunft? Thomas Müller bejaht diese Frage. «Gedruckt wird weiterhin, aber in weniger hohen Auflagen als zuvor.» Aussendienstmitarbeiter müssten beispielsweise noch immer Prospekte vorweisen können, um ihren Kunden ein Produkt verkaufen zu können. Der Druckereibesitzer verweist darauf, dass die Digitalisierung im Druck- und Zeitungsbereich schon früh eingesetzt hat. Aus diesem Grund befasst sich sein Unternehmen unter anderem auch mit der Konzeption von Websites und Apps.

«Ich habe meinen Dienst an der Öffentlichkeit geleistet», sagt Thomas Müller. Vor seinem Mandat im Gemeinderat gehörte er dem Schulrat an. Auch war er 30 Jahre lang Präsident des Badminton-Clubs Uzwil gewesen, dem er auch als Aktiver eng verbunden war. Ans Aufhören denkt der 59-Jährige noch lange nicht. «Als Unternehmer kann man seine Hände nicht einfach in den Schoss legen.»

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