OBERUZWIL: Keinen Käufer gefunden

Das Hotel-Dancing Rossbode sollte nach dem Willen der Eigentümer veräussert werden. Obwohl Angebote vorlagen, kam kein Verkauf zustande. Der Betrieb wird deshalb von der Inhaberin weitergeführt.

Philipp Stutz
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Das Hotel-Restaurant Rossbode in Oberuzwil mit dem dazugehörenden ehemaligen Badhaus. (Bilder: Philipp Stutz)

Das Hotel-Restaurant Rossbode in Oberuzwil mit dem dazugehörenden ehemaligen Badhaus. (Bilder: Philipp Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

«Das Dancing rentiert nicht mehr.» Diese Aussage gab Willi Christen, Partner von Inhaberin Albina Bürge, vergangenen Herbst gegenüber dieser Zeitung zu Protokoll. Deshalb sollte die Liegenschaft verkauft werden. Eine Immobilienagentur hatte sie potenziellen Interessenten als «einmalige Gelegenheit» angepriesen. Das Haupthaus umfasst ein Restaurant/Dancing, zwei Wohnungen und zwölf Hotelzimmer. Zur Liegenschaft gehört das ehemalige Badhaus mit zwölf weiteren Zimmern. Zur Immobilie zählen ferner zwei Grundstücke mit jeweils 1200 Quadratmetern Bauland. Die Hotelzimmer sind laut Christen gut ausgelastet – im Gegensatz zum Dancing.

Lediglich ein Spottpreis angeboten

«Wir haben verschiedene Angebote erhalten, doch ein Verkauf kam trotz des günstigen Preises nicht zustande», sagt Willi Christen, der wie seine Lebenspartnerin das Pensionsalter erreicht hat. So habe jemand Interesse für die Parkplätze vor dem Restaurant bekundet und wollte diese Parzelle überbauen. Auch das ehemalige Badhaus sei begehrt gewesen. Doch an einem alleinigen Verkauf dieses Gebäudes sei man nicht interessiert gewesen. «Und für das Hotel wurde uns ­lediglich ein Spottpreis angeboten», sagt Christen, ohne Zahlen zu nennen. Hotel-Restaurant und Badhaus zählen zu einer geschützten Baugruppe. Baulichen Veränderungen sind aus denkmalpflegerischen Gründen Grenzen gesetzt. Und eine Vermietung des Restaurants sei aus innerbetrieblichen Gründen nicht zur Disposition gestanden.

Aus all diesen Gründen hat sich Albina Bürge entschlossen, das Dancing zusammen mit einer Mitarbeiterin weiterzuführen. Willi Christen will seiner Partnerin hilfreich zur Seite stehen, sich aber etwas zurückziehen. Die Sommerpause will er dazu nutzen, um rund ums Haus Ordnung zu schaffen.

Gastronomie befindet sich in einer Krise

«Die Gastronomie sieht sich ­generell mit Problemen konfrontiert», ist Willi Christen überzeugt. Er erwähnt das Rauchverbot. Nachbarn hätten sich über draussen qualmende Gäste beschwert, die nachts laut diskutierten. Die Senkung der Promillegrenze im Autoverkehr, verbunden mit Polizeikontrollen, das Verbot von Spielautomaten und die Mehrwertsteuer erwähnt er als weitere negative Faktoren, die der Gastronomie das Leben schwer machen. «Durch all diese meist unnötigen Auflagen haben wir viele Stammgäste verloren», sagt Christen.

Trotzdem schmiedet er weitere Pläne. So könnte das Lokal für Sitzungen und Schulungen genutzt werden, zumal die nötige Infrastruktur vorhanden sei. Aus dem geplanten Abschied vom «Rossbode» und Geniessen des Ruhestands wird also vorerst nichts. Albina Bürge, Wirtin mit Leib und Seele, zeigt sich gewillt, weiterzumachen. «Ich liebe Musik, und Tanzen wirkt entspannend», sagt sie und fügt hinzu: «Wer rastet, der rostet.» Und so wird ab September wieder Tanzmusik im «Rossbode» erklingen.